Berliner Wirtschaft September 2026

FOTO: STRAYZ PETFOOD Unternehmerinnen und Unternehmer engagieren sich Die Berliner Wirtschaft zeigt Verantwortung. Die IHK unterstützt dieses gesellschaftliche Engagement. Mehr unter: ihk.de/berlin/ nachhaltige-wirtschaft Am Anfang stand eine Straßenkatze. Heute beweist Strayz Petfood, dass gesellschaftlicher Nutzen und Geschäftserfolg Hand in Hand gehen können von Sabrina Benning Bio-Futter für den Tierschutz Saskia te Kaat (l.) und Madeline Metzsch sind Geschäftsführerinnen der Strayz Petfood GmbH Die soziale Ökonomie in Berlin lebt von Menschen, die gesellschaftliche Herausforderungen benennen und unternehmerisch angehen. Madeline Metzsch und Saskia te Kaat verbinden als Geschäftsführerinnen der Strayz Petfood GmbH den Verkauf von Bio-Tierfutter mit der Unterstützung von Tierschutzorganisationen im In- und Ausland. Der Ausgangspunkt war eine Begegnung mit einer Straßenkatze auf den Seychellen. Der persönliche Eindruck führte zu einer grundsätzlichen Frage: Warum existiert ein milliardenschwerer Heimtiermarkt, während gleichzeitig Millionen von Tieren weltweit auf der Straße leben? So entstand die Idee, wirtschaftliche Aktivität direkt mit gesellschaftlicher Wirkung zu verknüpfen. Bei Strayz wird die soziale Wirkung nicht als nachträgliche Spende oder Marketingmaßnahme verstanden. Für die Gründerinnen liegt der entscheidende Unterschied darin, wo die Spende ansetzt: „Wir rechnen sie nicht einfach auf den Preis auf, sondern nehmen sie direkt aus unserer eigenen Marge. Das klingt zunächst unspektakulär, bedeutet in der Praxis aber, dass uns deutlich weniger Spielraum für Marketing und andere Ausgaben bleibt als klassischen Tierfuttermarken. Diese Disziplin zwingt uns, jede unternehmerische Entscheidung genauer abzuwägen.“ Verantwortung mitdenken Strayz zeigt, dass Unternehmen gesellschaftliche Verantwortung nicht nur am Rand ihres Handelns übernehmen können, sondern im Kern ihres wirtschaftlichen Modells. Die Herausforderung besteht darin, diese Verantwortung entlang der gesamten Wertschöpfungskette mitzudenken. Für Strayz bedeutet das, auf hochwertige Bio-Zutaten zu setzen und gleichzeitig soziale Ziele zu verfolgen. Wirkung wird damit ganzheitlich verstanden und nicht auf einzelne Projekte gelagert. Nach Angaben des Unternehmens konnten bereits mehr als eine Mio. Euro an Tierschutzpartner weitergegeben werden. Mit seinen Produkten ist es in mehr als 3.000 Verkaufsstellen vertreten. Das zeigt, dass wirtschaftlicher Erfolg und gesellschaftlicher Nutzen keine Gegensätze sein müssen. Zudem räumen die Strayz-Gründerinnen mit dem weitverbreiteten Vorurteil auf, dass man sich zwischen Wirkung und wirtschaftlichem Erfolg entscheiden müsse. Die Unternehmerinnen denken bewusst beides zusammen. Ihr Credo: „Profitabilität und sozialer Zweck schließen sich nicht aus, sie lassen sich sogar skalieren.“ Die Entwicklung von Strayz zeigt, was soziale Innovation in Berlin ausmacht. Aus einer konkreten Beobachtung wurde ein Geschäftsmodell, das gesellschaftliche Herausforderungen adressiert und zugleich wirtschaftlich tragfähig ist. Das Beispiel macht deutlich, dass soziale Ökonomie weit mehr ist als Spenden oder Wohltätigkeit. Sie schafft neue Lösungsansätze, neue Formen von Unternehmertum und neue Perspektiven für Arbeit und Wirtschaft. ■ Sabrina Benning, IHK-Junior- Fachreferentin Nachhaltigkeit Tel.: 030 / 315 10-743 sabrina.benning@ berlin.ihk.de AUSKLANG | Zu guter Letzt | 66 Berliner Wirtschaft 09 | 2026

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