Berliner Unternehmen treiben Carsharing, Lastenräder und autonomes Fahren voran – mit Rückenwind aus der Politik von Sabine Hölper In Zukunft besser unterwegs Anfang Juli feierte der Berliner Mobilitätsanbieter Miles Mobility sein zehnjähriges Bestehen mit guten Nachrichten: „Wir sind das erste Berliner Carsharing-Start-up, das national erfolgreich ist“, sagt Michael Fischer, Head of Public & Governmental Affairs. „Wir sind der Anbieter, der Carsharing in die Breite getragen hat.“ Die Zahlen untermauern Fischers Aussagen: Angefangen hat Miles mit 25 Fahrzeugen, heute beträgt die Flotte deutschlandweit 15.000 Fahrzeuge unterschiedlicher Modelle. Das Unternehmen ist außer im Hauptmarkt Berlin in weiteren 14 Städten aktiv und zählt mehr als zwei Millionen registrierte Nutzer. „In Berlin ist jeder vierte Führerscheinbesitzer Kunde bei uns“, sagt Fischer. Miles steht beispielhaft für die Entwicklung der intelligenten Mobilität in Berlin. Der rückläufige private Autobesitz und der Wunsch nach flexiblen Alternativen schaffen günstige Rahmenbedingungen. Unterstützt wird dieser Wandel durch die Politik: Mit dem Mobilitätsgesetz von 2018 und dessen jüngster Erweiterung um den Bereich „Neue Mobilität“ setzt Berlin auf einen nachhaltigeren Verkehrssektor. Ein weiterer Treiber der Verkehrswende ist die im Mai vorgestellte „Sharing-Strategie 2035“ des Landes Berlin. Diese sieht unter anderem ein stadtweites Netz aus Mobilitätsstandorten vor, an denen Sharing-Fahrzeuge angemietet und abgestellt werden können. Ausbau bis in die Außenbezirke Betreiber sind die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) mit ihrem 2019 gestarteten Projekt Jelbi. Jelbi ist laut Michael Bartnik, Fachbereichsleiter Mobilitätshubs bei der BVG, „ein integriertes Gesamtkonzept aus Buchungs-App, Mobilitätsbudgets für Arbeitgeber, Mobilitätsstandorten, Ordnungsrahmenmaßnahmen für aufgeräumte Bürgersteige und einem breiten Partnerbündnis“. In der Jelbi-App sind etwa 90 Prozent aller Sharing-Fahrzeuge auf Berlins Straßen buchbar, vom Auto bis zum E-Scooter. „Wir vernetzen Sharing-Angebote und den öffentlichen Nahverkehr“, sagt Bartnik. In sieben Jahren wurden 400 Jelbi-Stationen oder -Punkte errichtet (Erstere inklusive Carsharing, Letztere nur für Zweiräder). 3.000 sollen es, analog der Sharing-Strategie, bis 2035 werden. Bart400 Jelbi-Standorte gibt es in Berlin, bis 2035 sollen es 3.000 werden. Das Angebot der BVG bündelt schon jetzt 90 Prozent aller Berliner Sharing-Fahrzeuge. FOTOS: IMAGO IMAGES/ARNULF HETTRICH, ROBERT STREHLER Berliner Wirtschaft 09 | 2026
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