Berliner Wirtschaft September 2026

Eine Schnapsidee, hohe Hürden und ganz viel Gründergeist – und wie daraus das Erfolgsrezept von Kukki Cocktail wurde von Katrin Lohse Cocktail trifft Toaster entwickelte „kukki Toaster“ erwärmt die Cocktails via Infrarot – bisher wurde er rund 15.000mal verkauft. Schwierigkeiten bereiteten auch die Themen Verpackung und Logistik. Die Verpackungen müssen gemäß Verpackungsgesetz gemeldet werden; die gemeldeten Zahlen werden anschließend noch einmal kostenpflichtig geprüft. Im Tiefkühlbereich gibt es zudem nur wenige Speditionen. Nach den Erfahrungen von Kukki wird häufig unpünktlich geliefert, vieles sei wenig digitalisiert. Beim Umzug der Produktion zeigte sich eine weitere Herausforderung: Kukki hatte Fördergelder aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) in Berlin abgerufen, zog mit der Produktion dann ins brandenburgische Wustermark, weil es in Berlin keine passende Halle gab. Das Unternehmen musste die bereits ausgezahlten Mittel zurückzahlen. Aber das Team blieb hartnäckig und wurde dafür belohnt: Heute beschäftigt Kukki 31 Mitarbeitende am Berliner Standort und in der Produktion in Wustermark und erwirtschaftete zuletzt rund acht Mio. Euro Umsatz. ■ E in Cocktail mit Eiswürfeln und frischen Früchten – direkt aus der Flasche und überall dort verfügbar, wo es keine Cocktailbar gibt: Mit dieser Idee gründeten Saif Rudi, Andreas Romanowski und Josef Klemm 2016 Kukki Cocktail. Heute produziert das Unternehmen bis zu 25.000 Flaschen täglich, beliefert mehr als 7.000 Gastronomiebetriebe und ist deutschlandweit in mehr als 3.000 Supermärkten vertreten. Bis dahin war es ein langer Weg. Am Anfang habe kaum jemand an das Produkt geglaubt, erinnert sich Co-CEO Saif Rudi (siehe auch Interview Seite 41). Tiefgefrorene, fertige Drinks – wer solle das brauchen? Eine der größten Herausforderungen waren die fehlenden Regularien. Dabei ging es auch um die Alkopopsteuer: Ob sie anfällt, entscheidet sich an der Zehn-Prozent-Grenze beim Alkoholgehalt. Gemessen wird der Wert jedoch bei 20 Grad. Kukki wird gefroren verkauft und angetaut getrunken. Um den amtlichen Messwert zu erhalten, musste der komplette Cocktail zunächst vollständig auf 20 Grad auftauen – ein Zustand, in dem ihn niemand konsumiert. Das Unternehmen musste unzählige Gespräche mit Behörden führen und stand kurz davor, daran zu scheitern. Zu Beginn war zudem die Finanzierung eine große Hürde. Die Gründer mussten Privatinvestoren gewinnen und dafür Unternehmensanteile abgeben. Mit dem Wachstum kamen weitere Investitionen hinzu – in Anlagen, Marketing und Vertrieb. Denn Kukki fuhr dreigeleisig: Es etablierte eine Getränkemarke, entwickelte einen eigenen Toaster und baute eine komplett neue Eismaschinentechnologie , in die viel Kapital floss. Bei dem patentierten Verfahren werden komprimierte Eiswürfel so hergestellt, dass die Cocktails nicht verwässern. Der ebenfalls selbst 1 Die gefrorenen Cocktails gehen an Gastronomiebetriebe und Supermärkte 2 Produziert wird am Kukki-Standort in Wustermark 3 Der „kukki-Toaster“, bereits 15.000-mal verkauft 4 Saif Rudi, Mitgründer und Co-CEO von Kukki Cocktail Zu Besuch bei Kukki Mehr Einblicke und ein Video-Interview online 1 2 FOTOS: JOHANNA WITTIG/RAUFELD BRANCHEN | Getränkeherstellung | 40 Berliner Wirtschaft 09 | 2026

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