Berliner Wirtschaft September 2026

Jürgen Schepers, IHK-Key-Account- Manager Digital- und Kreativwirtschaft Tel.: 030 / 315 10-676 juergen.schepers@ berlin.ihk.de Berlin so international ist, kommen hier Talente, Producer und Unternehmer mit unterschiedlichen Hintergründen zusammen, wodurch schnell neue Kollaborationen entstehen – zudem sind die Wege zwischen Kreativen und angrenzenden Branchen kurz.“ Dem stimmt auch Claudia Díaz Sánchez zu, Geschäftsführerin der Kommunikationsagentur Rysm (s. S. 25): „Wir schätzen die Nähe zu den vielen kreativen Branchen, die hier zusammenkommen.“ Nähe und Vernetzung In dieser Vernetzung macht IHK-Präsidiumsmitglied Kaupert die größte Stärke der Berliner Kreativwirtschaft aus: „Die einzelnen Branchen können voneinander profitieren, weil hier sehr viele kleine und mittlere Unternehmen, Selbstständige und hoch spezialisierte Teams arbeiten.“ Viele Teilmärkte der Kreativwirtschaft – vor allem die Designwirtschaft, der Markt für darstellende Künste sowie Buch- und Kunstmarkt – haben einen hohen Anteil an Soloselbstständigen, die bei Jahresumsätzen von bis zu 250.000 Euro in der Statistik als Unternehmen registriert werden. Eine gemeinsame Wertschöpfung entsteht, wenn Soloselbstständige mit einzelnen Firmen kollaborieren, wenn Ideen mit anderen Kompetenzen verbunden werden. Berlin, stellt Roman Kaupert fest, habe die Bedeutung der Kreativwirtschaft erkannt. Es gebe Förderprogramme, Beratungsangebote, Netzwerke, Projektförderungen, Finanzierungsinstrumente und Initiativen. „Kreative Unternehmen brauchen nicht nur Applaus, sondern auch gute Rahmenbedingungen: weniger Bürokratie, bezahlbare Räume, Zugang zu Finanzierung, Fachkräfte, bessere Verwaltung, digitale Infrastruktur, faire Vergabeprozesse und mehr Anerkennung als wirtschaftliche Leistungsträger – die IHK Berlin unterstützt sie dabei als Interessenvertretung.“ Das alles reiche aber nicht, wenn der Standort nicht mehr funktioniere. „Aktuell verschwinden Räume, die Verwaltung ist zu langsam, und Genehmigungen dauern zu lang“, so Kaupert. „Berlin soll die Kreativwirtschaft nicht nur feiern, sondern ernst nehmen: als einzigartigen Branchenmix, als Arbeitgeber, als Innovationstreiber und als Teil der Lösung für die Zukunft dieser Stadt.“ ■ Roman Kaupert Mitglied im IHK-Päsidium Berlin ist für die Kreativwirtschaft nicht einfach nur ein Standort, sondern ein Resonanzraum. 21 % der Beschäftigten der deutschen Games-Industrie arbeiten in Berlin. Es ist der wichtigste Teilmarkt der Kreativwirtschaft. Kreativwirtschaft | 21 Berliner Wirtschaft 09 | 2026

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