Investitionen in ihre betrieblichen Kernprozesse zurück. Auch Investitionen in Klimaschutzmaßnahmen sowie Forschung und Innovation werden verschoben. Damit geraten nicht nur aktuelle Transformationsprojekte ins Stocken, sondern auch die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit vieler Betriebe. Und wenn Investitionen in Modernisierung, Innovation und Dekarbonisierung zurückgestellt werden, verliert auch der Wirtschaftsstandort Berlin an Dynamik. Aus Sicht vieler Unternehmen wird die Energiewende deshalb zunehmend zur Investitions- und Standortfrage. Besonders besorgniserregend ist die Entwicklung bei Standortentscheidungen. Mehr als jedes fünfte Berliner Unternehmen erwägt oder realisiert bereits Produktionsverlagerungen ins Ausland beziehungsweise Produktionseinschränkungen im Inland. Dieser Wert liegt deutlich über den Vorjahren und zeigt, dass die wirtschaftliHohe Energiekosten und Standortsorgen belasten die Wirtschaft: Das Energiewendebarometer 2026 zeigt, dass Investitionen zurückgestellt werden von Larissa Scheu Warnsignale aus Unternehmen Nach der leichten Erholung im Vorjahr bewerten Berliner Unternehmen die Energiewende deutlich kritischer. Der Barometerwert sinkt von +2,6 Punkten auf -12,6 Punkte und liegt damit sogar leicht unter dem bundesweiten DIHK-Wert. Besonders auffällig: 38 Prozent der Unternehmen bewerten die Auswirkungen der Energiewende auf ihre Wettbewerbsfähigkeit negativ oder sehr negativ. Positive Einschätzungen liegen nur noch bei 25 Prozent. Die Betriebe stellen die Energiewende damit nicht grundsätzlich infrage – sie bezweifeln jedoch zunehmend, dass die aktuellen Rahmenbedingungen eine wirtschaftlich tragfähige Umsetzung ermöglichen. Besonders alarmierend ist die Wirkung der Energiepreise auf Investitionsentscheidungen. 41 Prozent der Berliner Unternehmen sehen ihre Wettbewerbsfähigkeit durch hohe Energiekosten beeinträchtigt. Gleichzeitig stellen 34 Prozent 61 38 21 7 Nutzung von Wasserstoff Nutzung von Abwärme Überwiegende Nutzung erneuerbarer Energien Wechsel auf CO -ärmere Wärmeerzeuger oder Strom Maßnahmen zur Wärmeversorgung Maßnahmen zur Energieversorgung 57 37 29 25 18 8 Abschluss von Direktstromlieferverträgen Kurzfristigere Beschaffung Aufbau eigener Energieerzeugungskapazitäten Langfristige Lieferverträge abschließen Absicherung gegen Stromausfälle/-unterbrechungen Steigerung der Energieeffizienz MEHRFACHNENNUNGEN MÖGLICH; ALLE ANGABEN IN PROZENT; QUELLE: IHK BERLIN Berliner Wirtschaft 09 | 2026 agenda
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