Viele Berlinerinnen und Berliner kennen Melag, ohne jemals eines der Produkte bewusst gesehen zu haben: durch das große Wandgemälde an der Stadtautobahn am Südkreuz oder durch die zwei leuchtenden Weihnachtsbäume auf den Dächern, die in der Adventszeit längst zu einer kleinen Berliner Tradition geworden sind. Hinter dieser markanten Fassade steht eines der bedeutenden Familienunternehmen der Hauptstadt: Melag Medizintechnik feiert in diesem Jahr sein 75-jähriges Bestehen. Was heute ein weltweit führender Spezialist für Instrumentenaufbereitung mit Kundinnen und Kunden in über 100 Ländern ist, begann 1951 in der Berliner Nachkriegszeit mit Erfindergeist, Pragmatismus und viel Improvisation. Unternehmensgründer Alfred Gebauer baute die ersten Heißluftsterilisatoren unter einfachsten Bedingungen – für die Außengehäuse dienten damals mangels verfügbarer Materialien sogar Aluminium-Brotbüchsen. Aus dieser Idee entstand nicht nur ein erstes Produkt, sondern der Grundstein für eine Unternehmensgeschichte, die bis in die Gegenwart von technischem Anspruch, Qualitätsbewusstsein und dem Drang nach Expansion geprägt ist. Bis heute entwickelt und produziert Melag ausschließlich in Berlin. Am Standort Südkreuz fertigt das Unternehmen inzwischen auf einer Fläche von rund 30.000 Quadratmetern. Aus dem kleinen Berliner Betrieb ist ein international tätiger Medizintechnikhersteller geworden, der sich mit klarem Fokus auf Praxishygiene und sichere Aufbereitungsprozesse positioniert hat. Das Portfolio umfasst heute Autoklaven – Geräte, die mit heißem Wasserdampf unter Druck sterilisieren –, Thermodesinfektoren, Siegelgeräte, Wasseraufbereitungsanlagen und digitale Systeme zur Dokumentation und Freigabe von Hygieneprozessen. Dass ein Unternehmen mit dieser internationalen Strahlkraft weiterhin vollständig in Berlin entwickelt und produziert, ist alles andere als selbstverständlich. Gerade deshalb ist Melag ein gutes Beispiel dafür, was industrielle Wertschöpfung in der Hauptstadt auch heute noch leisten kann: hochwertige Produktion, technologische Tiefe, globale Wettbewerbsfähigkeit und langfristige Investitionen in den Standort. Innovation ist bei Melag kein Schlagwort, sondern Teil des unternehmerischen Selbstverständnisses. Über 500 Mitarbeitende arbeiten am Berliner Hauptsitz, darunter etwa 180 Ingenieurinnen und Ingenieure. Jährlich investiert das Unternehmen rund 30 Mio. Euro in Forschung und Entwicklung. Ziel ist es, die Instrumentenaufbereitung in Arztpraxen, Zahnmedizin, Kliniken und weiteren medizinischen Einrichtungen weltweit einfacher, sicherer und effizienter zu machen. „Innovation entsteht bei uns nicht im luftleeren Raum, sondern direkt am Standort Berlin – im engen Zusammenspiel von Entwicklung, Produktion, Service und den Rückmeldungen unserer Kunden weltweit“, sagt Sebastian Gebauer. „Herkunft, Zuhause und Zukunftsstandort“ Heute wird Melag von Dr. Steffen Gebauer – ehemals auch Mitglied der IHK-Vollversammlung – gemeinsam mit seinen Söhnen Dr. Niklas Gebauer und Sebastian Gebauer in zweiter und dritter Generation geführt. Diese generationsübergreifende Eigentümerstruktur prägt die strategische Ausrichtung des Unternehmens bis heute: langfristiges Denken statt kurzfristiger Optimierung, hohe Investitionsbereitschaft und eine enge Verbundenheit mit Berlin als Heimat- und Zukunftsstandort. Diese Haltung zeigte sich auch beim 75-jährigen Jubiläum: Gefeiert wurde mit mehr als 1.000 Gästen aus 55 Ländern im Spindler & Klatt an der Spree. Das Fest war nicht nur ein Anlass, um auf die Unternehmensgeschichte zurückzublicken, sondern auch, um die internationale Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte sichtbar zu machen – von einem Berliner Familienunternehmen hin zu einem weltweiten Marktführer in einem hochsensiblen Bereich der Medizintechnik. Für Berlin ist Melag damit weit mehr als ein bekanntes Gebäude am Südkreuz. Das Unternehmen steht für technologische Exzellenz, internationale Wettbewerbsfähigkeit und für die Verbindung von Mittelstand, Innovation und globalem Geschäft – und ist gleichzeitig ein wichtiger Arbeitgeber und Ausbildungsstandort. „Berlin ist für uns Herkunft, Zuhause und Zukunftsstandort zugleich“, sagt Niklas Gebauer. „Wir wollen weiter wachsen, neue Arbeitsplätze schaffen und jungen Menschen in Ausbildung zeigen, dass moderne Industrie und Medizintechnik in Berlin eine starke Perspektive bieten.“ 75 Jahre nach der Gründung steht Melag damit auch für eine klare Botschaft: Zukunftsfähige Industrie, technologische Innovation und langfristig denkendes Unternehmertum haben in Berlin ihren festen Platz. ■ Sebastian Gebauer Geschäftsführer Melag Innovation entsteht bei uns nicht im luftleeren Raum, sondern direkt am Standort Berlin. Lars Mölbitz, IHK-Key-Account- Manager Gesundheitswirtschaft Tel.: 030 / 315 10-439 lars.mölbitz@ berlin.ihk.de 75 Jahre Unternehmenserfolg feiert Melag Medizintechnik mit Standort am Südkreuz in diesem Jahr. FOTOS: CHRISTIAN KIELMANN Medizintechnik | 33 Berliner Wirtschaft 07-08 | 2026
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