Berliner Wirtschaft Juli/August 2026

Zu Gast bei der IHK: Patrick Schnieder, Bundesverkehrsminister, über BER, A100 und Artenschutz von Milena Fritzsche Regeln müssen zur Praxis passen vieler Bauvorhaben: der Artenschutz. Ein Beispiel brachte der Minister aus seiner Heimatregion, der Eifel, mit: Beim Lückenschluss der A1 reichte der bloße Nachweis von Haselhuhn-DNA, um ein 60 Mio. Euro teures Umfahrungsprojekt auszulösen – obwohl kein Exemplar der seltenen Vogelart auf der geplanten Strecke gesichtet worden sei. Dieses „Haselhuhn-Erwartungsland“ zeige für ihn, warum Regeln praxistauglicher werden müssen. Das wenige Wochen nach der IHK-Veranstaltung vom Bundestag beschlossene Infrastruktur-Zukunftsgesetz soll nun ähnliche Blockaden verhindern und wichtige Bauvorhaben als „überragendes öffentliches Interesse“ priorisieren. Zurück nach Berlin – und seinem Hauptstadtflughafen: Im Gespräch mit IHK-Vizepräsident Robert Rückel und -Hauptgeschäftsführerin Manja Schreiner zeigte sich Patrick Schnieder offen für weitere Landerechte am BER, „aber nicht zu jedem Preis“. Er verwies darauf, dass es kein Level Playing Field – also faire Wettbewerbsbedingungen für alle – gebe. Deutlicher sprach er sich nach der Senkung der Luftverkehrsteuer für weitere Entlastungen aus, konkrete Zusagen gab es allerdings nicht. ■ Konkrete Zusagen für Verbesserungen am BER gab es von Bundes- verkehrsminister Patrick Schnieder nicht Nicht alle Berliner Baustellen seien auch seine Baustellen, betonte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) zu Beginn des Wirtschaftspolitischen Frühstücks der IHK Berlin am 26. Mai. Denn „nicht alles, was bröckelt in Berlin, ist Bundesangelegenheit“. Dennoch wurden etliche Infrastruktur-Projekte der Hauptstadt vor rund 150 Gästen im Ludwig Erhard Haus besprochen. Ein Jahr zuvor hatte Schnieder in Berlin den 16. Bauabschnitt der A100 eröffnet. Damals habe er deutlich gemacht, dass dieser Abschnitt nur sinnvoll sei, wenn auch der 17. vollendet werde – „und daran arbeiten wir mit Hochdruck“, versicherte Schnieder. Die Vorzugsvariante für die rund vier Kilometer lange Strecke „ist am Entstehen“, sie abzuschließen, sei noch „eine Sache von Wochen und Monaten“. Auch die Instandhaltung von Infrastruktur wurde in den Blick genommen. Um bundesweit kaputte Straßen und Schienen zu retten, investiere der Bund bis 2029 knapp 170 Mrd. Euro. Angesichts dieser Summe verwies IHK-Präsident Sebastian Stietzel auf ein Umsetzungsproblem, zu viel Geld versickere in Verfahren. Eine Herausforderung Patrick Schnieder Bundesverkehrsminister Nicht alles, was bröckelt in Berlin, ist Bundesangelegenheit. FOTO: IHK BERLIN/KONSTANTIN GASTMANN AGENDA | Wirtschaftspolitisches Frühstück | 20 Berliner Wirtschaft 07-08 | 2026

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