Berliner Wirtschaft Juli/August 2026

Nach zwölf Jahren Leerstand und Zwischennutzung liegt eine Empfehlung für die Vergabe des ICC vor von Dr. Mateusz Hartwich Ort für Kultur und Kreativität zept für das ICC ein gutes Ende genommen.“ Wie Rückel ausführte, bringe das Konsortium, das diese in jeder Hinsicht anspruchsvolle Transformation realisieren will, Erfahrungen bei ähnlich komplexen Herausforderungen mit. „Wir freuen uns darauf, das ICC in einigen Jahren wieder als lebendigen Teil der Stadt nutzen zu können.“ Nun soll das ausgewählte Bieterkonsortium in einer zweijährigen Übergangsphase zentrale Fragen zum Umbau der denkmalgeschützten Bestandsimmobilie und zum Finanzierungskonzept klären. Die kulturelle Bespielung macht eine öffentliche Förderung zumindest möglich, das ICC wurde auch schon als Ausweichspielstätte für die Berliner Philharmoniker ins Spiel gebracht, da ihr Stammhaus am Kulturforum ab 2032 saniert wird. Teil des Gesamtkonzepts für das Kongresszentrum sind auch zwei Neubauten rund um das ICC – die Grundstücke sind Teil der Vereinbarung mit dem Land Berlin, sie sollen für die Querfinanzierung des Betriebs sorgen. Das frühere Kongresszentrum im Berliner Westen wird seit 2014 nicht mehr für seine ursprünglichen Zwecke genutzt, da der Betrieb nicht wirtschaftlich war. Mehrere Anläufe zur Umgestaltung und Veräußerung an kommerzielle Betreiber sind seitdem im Sande verlaufen. Ende 2028 soll dann das Abgeordnetenhaus über einen Erbbauvertrag mit MIB und dem Konsortium entscheiden. ■ Saal 1 könnte, wenn die Akustik es hergibt, als Ausweichquartier für die Philharmoniker dienen Blick in die Zukunft: So sollen die zwei Neubauten am Südeingang des ICC aussehen E in Konsortium aus Architekturbüros, Bauunternehmen und dem Leipziger Projektentwickler MIB AG wird das Gebäude auf dem Messegelände transformieren, so die Entscheidung des Berliner Senats. Zu den bekanntesten Referenzprojekten von MIB gehört die historische Baumwollspinnerei in der sächsischen Hauptstadt. Das zwölf Hektar große Gelände mit verschiedenen Bestandsgebäuden wurde zu einem Kulturort mit Galerien, Ateliers und Betrieben unterschiedlicher Branchen entwickelt. Auch das ehemalige ICC wurde zwischenzeitlich als Ausstellungs- und Eventfläche bespielt. Franziska Giffey hatte noch als Regierende Bürgermeisterin von einem „deutschen Centre Pompidou“ als Zielbild gesprochen, als heutige Wirtschaftssenatorin durfte sie das Ergebnis des Verfahrens bekannt geben. IHK-Vizepräsident Robert Rückel kommentierte: „Eine architektonische Ikone Berlins wird aus ihrem Dornröschenschlaf geholt. Damit hat das jahrelange Ringen um ein NachnutzungskonRobert Rückel Vizepräsident IHK Berlin Eine architektonische Ikone Berlins wird aus ihrem Dornröschenschlaf geholt. Tobias Rühmann, IHK-Key-Account-Manager Finanz- & Versicherungswirtschaft, Bau- & Immobilienbranche Tel.: 030 / 315 10-621, tobias.ruehmann@berlin.ihk.de VISUALISIERUNGEN: GRAFT GMBH/MAX DUDLER GMBH Berliner Wirtschaft 07-08 | 2026 Stadtentwicklung | 17

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