Im kommenden Jahr wird die Vollversammlung der IHK Berlin neu gewählt – der Ablauf soll moderner und attraktiver gestaltet werden von Holger Lunau Weichen gestellt für die Wahl Die Wahl einer neuen IHK-Vollversammlung (VV) 2027 rückt näher. Damit verbunden sind einige Neuerungen in der Wahlordnung, die in der Sitzung am 1. Juli von der VV beschlossen wurden. Das „Parlament der Unternehmer“, das über die Leitplanken des Wirkens der IHK, deren Budget und Personal entscheidet, wird künftig nur noch digital gewählt. Zwar bekommen alle Unternehmerinnen und Unternehmer ihre Wahlunterlagen per Post, aber die postalische Rücksendung der ausgefüllten Wahlzettel gehört der Vergangenheit an – der modernen Technik sei Dank. Zudem beträgt die Bewerbungsfrist für Kandidaturen künftig vier statt drei Wochen, und für sogenannte Multi-Geschäftsführer – insbesondere zahlreich vertreten in der Immobilienbranche – wird die Stimmenbündelung eingeführt. Diese ermöglicht es, dass ein Geschäftsführer nur einen Wahlzettel für alle seine Unternehmen auzufüllen braucht. Weiterhin entfallen die bisher obligatorischen drei Unterstützer-Unterschriften für eine Kandidatin beziehungsweise Kandidaten, und es soll mehr Nachrücker-Plätze geben. Letztlich sollen diese Neuerungen dazu dienen, die Beteiligung an der IHK-Wahl attraktiver und einfacher zu machen. Darüber hinaus installierte die VV den dreiköpfigen Wahlausschuss. Dem Gremium gehören der bisherige Wahlausschuss-Vorsitzende Ulrich Misgeld (langjähriges VV-Mitglied und Vorsitzender des Unternehmensnetzwerks Motzener Straße), das VV-Mitglied Thomas Dreusicke (Dreuco Verwaltungsgesellschaft mbH) und der IHK-Justiziar Daniel Fiebig an. Beide Unternehmer kandidieren selbstverständlich nicht für die nächste Vollversammlung. Auf alle Fälle wird auch die im Frühsommer 2027 zu wählende Vollversammlung ein perfektes Spiegelbild der Berliner Wirtschaft abgeben. Die 99 künftigen VV-Mitglieder werden alle Branchen vertreten – und zwar entsprechend dem jeweiligen Gewerbesteueraufkommen und der Anzahl der Unternehmen. Und es gilt weiterhin das Prinzip: ein Unternehmen, eine Stimme. Damit haben bei der Wahl große wie kleine Unternehmen die gleichen Chancen. Kooptationen bleiben nach wie vor ausgeschlossen. Derzeit hat die IHK Berlin als zweitgrößte IHK in Deutschland rund 336.000 Mitglieder. ■ IHK-Geschäftsführer Henrik Vagt erläuterte die Modalitäten für die kommende Vollversammlungswahl Bei ihrer Sitzung am 1. Juli beschloss die IHK-Vollversammlung die Wahlordnung für 2027 FOTOS: IHK BERLIN/KONSTANTIN GASTMANN AGENDA | Vollversammlung | 12 Berliner Wirtschaft 07-08 | 2026
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