1 Auch Regenschauer konnten den Gästen die Freude am Sommerfest nicht verderben 2 Kai Wegner hob in seiner Rede wirtschaftsfreundliche Positionen hervor 3 Lisa Janßen, Referentin in der Senatswirtschaftsverwaltung, und Stefan Franzke, CEO von Berlin Partner 4 Hier wurden Aufgaben für die nächste Legislatur notiert, für Verkehrssenatorin Ute Bonde ist die Entbürokratisierung ein zentraler Punkt Das IHK-Sommerfest vor dem Ludwig Erhard Haus hat sich zu einem äußerst beliebten Event der Berliner Wirtschaft gemausert. In diesem Jahr flanierten am 1. Juli rund 2.000 geladene Gäste über die Festmeile in der Fasanenstraße. IHK-Hauptgeschäftsführerin Manja Schreiner konnte als Hausherrin fast alle Senatsmitglieder, viele Abgeordnete und Vertreter aus ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen begrüßen. Auch kleinere Regenschauer konnten den Feiernden die gute Laune und den Appetit nicht verderben, man konnte jeweils kurzzeitig in die Passage des IHK-Domizils ausweichen. Für die Unternehmerinnen und Unternehmer, ehrenamtlich tätigen IHK-Ausschussmitglieder oder Prüferinnen und Prüfer gab es die Gelegenheit, bekannte Gesichter zu treffen oder die Veranstaltung für das Knüpfen neuer Kontakte zu nutzen. Wann gibt es schon mal die Gelegenheit, unkompliziert und ohne Terminanmeldung miteinander ins Gespräch zu kommen? Dabei musste sich die Politik aber durchaus unangenehme Dinge anhören. IHK-Präsident Sebastian Stietzel betonte in seiner Eröffnungsrede die Rolle der Berliner Unternehmerinnen und Unternehmer für den wirtschaftlichen Erfolg und die gesellschaftliche Stabilität der Stadt. Mit Blick auf die Wahlen zum Abgeordnetenhaus im September forderte er deshalb die klare Priorisierung einer wirtschaftsfreundlichen Politik. „Die Unternehmerinnen und Unternehmer dieser Stadt halten den Laden am Laufen. Dafür brauchen sie aber Luft zum Atmen. Ausbildungsplatzabgabe, die verunglückte Novellierung des Vergabegesetzes und vor allem aber der riskante Flirt mit Vergesellschaftungen sind das exakte Gegenteil“, sagte er. Insbesondere die „irrige Idee, mit einem staatlich erzwungenen Eigentümerwechsel könne man die Wohnungskrise lösen, droht nicht nur der Berliner Wirtschaft die Luft abzuschnüren“, warnte er. Der Wirtschaftsstandort Deutschland insgesamt würde Schaden nehmen. Deutschland riskiere einen der letzten und gleichzeitig wichtigsten Vorteile gegenüber anderen Ländern – Rechts- und Investitionssicherheit. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner versuchte dann, die Wogen etwas zu glätten. Der Senat wolle gemeinsam mit der IHK die wirtschaftlichen Chancen der Stadt ergreifen, Berlin nach vorn bringen und zu einem attraktiven Innovations- und Investitionsstandort entwickeln, betonte er. Es dürfe nicht der Fehler der deutschen Fußballnationalmannschaft bei der WM wiederholt werden, die Bälle nur von links nach rechts zu spielen. Der Fokus müsse auf der Mitte liegen mit dem Bezug zum Tor. Heißt: Es braucht Pragmatismus in der Mitte der Gesellschaft, um voranzukommen, und keine Spielereien am rechten und linken Rand. Dass dies gelingen könne, zeige zum Beispiel die Verwaltungsreform. Den Bestrebungen in Berlin, Wohneigentum großer Immobilienfirmen zu vergesellschaften, erteilte Wegner eine klare Absage. „Mit mir wird es Enteignungen niemals geben“, betonte der Regierungschef. 80.000 Wohnungen neu gebaut Und inzwischen ist – sicherlich zur Erleichterung des Regierenden Bürgermeisters – klar, dass der Bund angesichts der Gefahr einer Schädigung des Wirtschaftsstandortes Deutschland Vergesellschaftungsbestrebungen auf Länderebene unterbinden will. Stattdessen sollen die Anstrengungen beim Wohnungsneubau verstärkt werden. Laut Wegner sollen in Berlin am Ende der Legislaturperiode 80.000 Wohnungen neu gebaut worden sein. Mit dem „Einfacher bauen“- und dem „Schneller bauen“-Gesetz sowie der neuen Bauordnung seien dafür die Weichen gestellt worden. Bei allem politischen Dissenz und aufregenden Diskussionen, viele Gäste feierten bis spät in die Nacht hinein und probierten unter der Regie des Caterers Berlin Cuisine an 14 Foodtrucks kulinarische Köstlichkeiten von Pretty Pankow über Green Grunewald bis Super Spandau – die kulinarische Vielfalt der Berliner Kieze. Dazu sorgte die Berliner Sängerin Emily Intsiful & Band für musikalische Unterhaltung. ■ Kai Wegner Regierender Bürgermeister Es braucht Pragmatismus in der Mitte der Gesellschaft, um voranzukommen, und keine Spielereien am rechten und linken Rand. Gastgeber: IHK-Hauptgeschäftsführerin Manja Schreiner und IHK-Präsident Sebastian Stietzel FOTOS: IHK BERLIN/KONSTANTIN GASTMANN (5) Sommerfest | 11 Berliner Wirtschaft 07-08 | 2026
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