Katrin Dummer, IHK-Schlichtungsberatung Tel.: 030 / 315 10-361, katrin.dummer@berlin.ihk.de ihk.de/berlin/ausbildungschlichten Wer Rechte und Pflichten der dualen Ausbildung kennt, vermeidet Konflikte. Unterstützung bietet die Ausbildungsberatung der IHK Berlin von Katrin Dummer Besser wissen statt streiten So steht eine vorzeitige Prüfungsanmeldung wegen guter Leistungen beispielsweise den Auszubildenden rechtlich zu. Es bedarf hierbei keiner Zustimmung durch die Ausbildungsstätte. Lediglich im Zulassungsverfahren durch die IHK werden Betrieb und Berufsschule angehört und die Entscheidung durch die IHK oder den Prüfungsausschuss getroffen. Obwohl die Rechtslage klar ist, wird durchaus zwischen Unternehmen und Lernenden darum gerungen, ob eine Anmeldung vorgenommen werden darf oder nicht. Konflikte sind programmiert. Um diese zu vermeiden, sollten Auszubildende fairerweise ihren Betrieb schon vorab informieren und bestenfalls in die Entscheidung einbinden. Auch die Anmeldung zur regulären Abschlussprüfung ist im Ausbildungsalltag ein Problembereich, weil sie den Auszubildenden vermeintlich verwehrt werden kann. Im Ausbildungsvertrag ist zwar vereinbart, dass Betriebe bevollmächtigt sind, die Anmeldung für die Auszubildenden vorzunehmen. Der Rechtsanspruch auf Prüfungsanmeldung liegt jedoch bei den Auszubildenden. Auch hier ist keine Zustimmung durch den Betrieb erforderlich. Soll das Ausbildungsverhältnis wegen Nichtbestehens der Prüfung verlängert werden, reicht eine unverzügliche Mitteilung der Betroffenen an ihren Ausbildungsbetrieb. Auch hier gibt es keine Entscheidungsbefugnis für Unternehmen. Die gesetzliche Regelung verpflichtet Betriebe zur Verlängerung – laut Gesetz bis zur nächstmöglichen Wiederholungsprüfung beziehungsweise maximal um ein Jahr. Für eine gute Ausbildung ist es entscheidend, über die gesetzlichen Regelungen Bescheid zu wissen. In der Routine des Arbeitsalltags ist das für die betrieblichen Verantwortlichen nicht immer leicht. Deshalb bringt die IHK-Ausbildungsberatung mit regelmäßigen vielfältigen Angeboten Ausbildungsbetriebe auf den neuesten Wissens- und Informationsstand und trägt so zur Qualitätssicherung in der dualen Ausbildung bei. Jedes Engagement dafür ist wertvoll, damit die Berliner Wirtschaft bei der Nachwuchsgewinnung eine zuverlässige Partnerin ist. ■ B erufsausbildung ist herausfordernd und erfüllend zugleich: Junge, in der Arbeitswelt unerfahrene Menschen brauchen Anleitung, Unterstützung, Wertschätzung sowie Geduld und Fürsorge. Sind rückblickend alle Beteiligten zufrieden mit der Zusammenarbeit und dem Arbeitserfolg im Ausbildungsverhältnis, sind bestenfalls eine Fachkraft und ein Arbeitseinkommen gesichert. Das Berufsbildungsgesetz bildet den rechtlichen Rahmen für duale Ausbildungen und unterstützt zum Schutz aller Beteiligten einen ordnungsgemäßen Ausbildungsverlauf. Fehlinformationen aber können zu unüberlegten Handlungen führen und ein Weiterkommen blockieren. Schlichtung in der Ausbildung FOTO: GETTY IMAGES Berliner Wirtschaft 06 | 2026 FACHKRÄFTE | Ausbildungsrecht | 54
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