Berliner Wirtschaft Juni 2026

Veränderung erfordert Anpassung. Für den Berliner Fleischgroßhändler Feddersen gehört das zum Alltag von Antonia Ostersetzer Neue Chancen, mehr Druck Freytag, Geschäftsführer der Feddersen Gastro GmbH. Früher seien viele Produkte eher regional und innerhalb Europas gehandelt worden, heute seien internationale Lieferketten selbstverständlich und Voraussetzung für die Produktwünsche der Kundinnen und Kunden. Feddersen setzt hier auf Kommunikation, Vertrauen und persönliche Netzwerke. „Gerade im Fleischhandel spielen Rückverfolgbarkeit, Zertifizierung und Qualitätsstandards eine zentrale Rolle“, so Freytag. Digitale Systeme hätten den Austausch weltweit vereinfacht, doch der persönliche Kontakt – etwa auf Leitmessen wie der Internorga und der Anuga – bleibe entscheidend, um belastbare Geschäftsbeziehungen aufzubauen. Für Unternehmen mit internationalen Beschaffungs- und Absatzinteressen ist das EU-Mercosur-Abkommen deshalb von besonderer Relevanz. Nach Angaben der Europäischen Kommission entsteht damit eine Handelszone von insgesamt rund 700 Millionen Menschen. Die Kommission erwartet bis 2040 einen zusätzlichen EU-BIP-Effekt von mehr als 77,6 Mrd. Euro, einen Anstieg der EU-Exporte um Der Welthandel befindet sich in einer Phase tiefgreifender Neujustierung. Einerseits bleiben internationale Beschaffungsmärkte für viele Unternehmen unverzichtbar, andererseits nehmen politische Unsicherheit, schwankende Zollregime und höhere Dokumentationspflichten zu. Aktuelle Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass die deutschen Exporte im Januar 2026 zwar bei 130,5 Mrd. Euro lagen, gegenüber dem Vormonat aber um 2,3 Prozent zurückgingen – ein Hinweis darauf, wie wechselhaft das außenwirtschaftliche Umfeld derzeit ist. Genau in diesem Spannungsfeld bewegt sich auch der Berliner Lebensmittelgroßhändler Feddersen. Das Unternehmen mit Sitz in Moabit beliefert unter anderem Gastronomie, Großküchen, Hotels und Handel mit über 4.000 Artikeln. Im Fleischbereich reicht das Angebot unter anderem von Rindfleisch aus Argentinien, Brasilien, Deutschland und Uruguay bis zu Lammfleisch aus Neuseeland. „Der internationale Fleischhandel ist in den letzten 20 Jahren deutlich globaler und gleichzeitig komplexer geworden“, sagt Ronny Ronny Freytag Der inter- nationale Fleischhandel ist in den letzten 20 Jahren globaler und komplexer geworden. Ronny Freytag ist Geschäftsführer der Feddersen Gastro GmbH mit 3.500 Quadratmetern Lagerfläche in Moabit FOTO: CHRISTIAN KIELMANN Berliner Wirtschaft 06 | 2026 BRANCHEN | Lebensmittelhandel | 40

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