Herr Kube, welche Erwartungshaltung haben Sie, wenn Unternehmen auf Sie zukommen? Raphael Kube: Zunächst muss ich einmal sagen, dass jede Firma auch die Möglichkeit hat, ohne eine Vorabberatung den Förderprozess loszutreten, indem der Antrag online in unserem Kundenportal gestellt werden kann. Aber wenn es um Kundengespräche geht: Begeisterung füreinander schaffen – das sollte meiner Ansicht nach auf beiden Seiten das Ziel sein. Es beeindruckt uns, wenn Unternehmer für ihr Unternehmen und ihr Vorhaben brennen. Und wir wollen natürlich auch zeigen, was wir können. Nicht so schön ist, wenn nach Fördergeldern gefragt wird, ohne dass schon Pläne vorhanden sind. Gibt es eine Art Bestseller im Förderprogramm? Raphael Kube: Bei Volumen und Stückzahlen sind es GRW-Förderungen und die „Pro FIT“-Projektfinanzierung, ein Programm für Forschung, Innovation und Technologie. Viel Zeit stecken wir in Beratung zur ganzheitlichen Finanzierungsstrukturierung: also wie sich Förderzuschüsse mit Förderkrediten und sonstigen Finanzierungen ergänzen lassen. ■ Also ist es wichtig, frühzeitig Rat einzuholen? Raphael Kube: Wir sind gern Teil der strategischen Planung von Firmen. Wenn im Kreis der Geschäftsführung über die Planung für die nächsten drei Jahre mit Investitionsvorhaben beraten wird, ist das ein guter Zeitpunkt, um mit uns ins Gespräch zu kommen. Wir verstehen uns als neutraler Sparringspartner und wollen zeigen, dass wir wirklich Mehrwert bieten können, indem wir mitdenken und Impulse geben oder auch nützliche Kontakte vermitteln. Mitunter dauert es lange, bis Anträge bewilligt und Förderungen gezahlt werden. Muss das sein? Raphael Kube: Grundsätzlich ist schneller immer besser. Mag sein, dass einige Prozesse noch zu umständlich sind. Im Kern sind Vergaben von öffentlichen Förderungen aber Teamprojekte, bei denen es auf die Zusammenarbeit zwischen Förderbank, Unternehmen und dem Geber der Fördermittel – also zum Beispiel der Senatsverwaltung – ankommt. Wenn alle gut zusammenarbeiten, kann es sehr schnell gehen. Ich erlebe Fälle, in denen die Entscheidung für eine Vergabe von GRW-Mitteln in drei Wochen fällt. Aber es kann auch anderthalb Jahre dauern. Die Dauer ist insbesondere von der Komplexität des Vorhabens und dem Zusammenspiel aller Parteien abhängig. Fabian Ahlberg: Ich kann mich nicht beschweren. Wir hatten noch kein Problem, wenn es um die Förderung von Investitions- oder Personalvorhaben geht. Wir haben uns aber aus der Förderung von Entwicklungsvorhaben herausgezogen. Ich kann mir gut vorstellen, dass es da schwieriger ist. Welche Personalmaßnahmen lassen Sie fördern? Fabian Ahlberg: Es gibt Fördertöpfe für Eingliederungsmaßnahmen für Menschen, die bei uns einen Quereinstieg versuchen oder lange nicht mehr in ihrem Beruf tätig waren. Auch die Beschäftigung von Frauen, die in für sie atypischen Berufen arbeiten wollen, kann gefördert werden. Wir haben zum Beispiel Zerspanungsmechanikerinnen eingestellt. Wie bereiten Sie sich auf Gespräche vor, mit denen Sie sich um Fördergelder bewerben? Fabian Ahlberg: Mir geht es in erster Linie darum, sich kennenzulernen und einen positiven Gesprächsrahmen zu finden, in dem beide Seiten Vertrauen füreinander entwickeln können. Natürlich bereiten wir uns vor, gehen mit Kenntnissen zu den Förderprogrammen ins Gespräch – aber vor allem wollen wir in der Lage sein, unsere Investitionsvorhaben und den Business Case verständlich und detailliert vorzustellen. Gut vernetzt Kontakt zu Raphael Kube auf LinkedIn über den QR-Code: Wir erleben immer wieder ärgerliche und unnötige formale Fehler. Raphael Kube Förderung & Finanzierung | 27 Berliner Wirtschaft 06 | 2026
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