Berliner Wirtschaft Juni 2026

Wer in Berlin über Chemie spricht, denkt schnell an Forschungscampus, Uni-Labore oder Konzerne. Dass auch ein Mittelständler aus der Hauptstadt international Akzente setzen kann, zeigt Delta Engineering & Chemistry – mit nachhaltigen Produkten und Technologien. „Nachhaltigkeit spielt bei Delta eine ausschlaggebende, übergeordnete Rolle“, betont Geschäftsführerin Dr. Sarah Schmitz. „Nur durch die Weiterentwicklung in diesem Bereich sehen wir eine wettbewerbsfähige Zukunft.“ Wie ernst Delta diesen Anspruch nimmt, zeigt die Auszeichnung als „ZIM-Einzelprojekt des Jahres 2025“. ZIM steht für das Förderangebot „Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand“ des Bundeswirtschaftsministeriums. Im Zentrum des Delta-Projekts steht ein Markt, der kaum sichtbar ist, aber in vielen Produkten steckt. „Viele Teile im Automobil-Leichtbau, in Sanitär- oder haushaltsnahen Anwendungen bestehen aus mit Chrom beschichtetem Kunststoff“, erklärt Schmitz. Heikel ist bisher die Vorbehandlung. „In diesem Beschichtungsprozess werden hoch mutagene, karzinogene und toxische Chemikalien sowie fluorierte Netzmittel, auch als Forever Chemicals bekannt, eingesetzt.“ Für Schmitz bedeutet das: „Da der Prozess für den Endkunden meist undurchsichtig ist, sollte sich die chemische Industrie in der Verantwortung sehen, nachhaltige Ansätze auch ohne Auflagen aktiv voranzutreiben.“ Der Anspruch an die Eigenentwicklung von Delta klingt selbstbewusst: „Wir glauben, mit unserer Technologie einen radikalen Umbruch in der Kunststoffbeschichtungsindustrie zu generieren und den europäischen Markt gegenüber dem ausländischen Wettbewerb nicht nur zu stärken, sondern diesen auch technologisch und nachhaltig weit zu überholen.“ Rückenwind gab es für das Unternehmen schon vor der ZIM-Auszeichnung: 2023 gewann es den Innovationspreis Berlin Brandenburg. „Um die Umsetzbarkeit einer chemischen Prozesstechnologie im Labormaßstab zu evaluieren, ist ZIM definitiv geeignet“, resümiert Schmitz. Richtung Industrialisierung werde es aufgrund der Langwierigkeit der Entwicklungsprozesse schwieriger. Hier stoßen Förderangebote wie ZIM an Grenzen. „Leider gibt es zudem viele Berater beziehungsweise Beratungsstellen, die KMU eine erleichterte Antragstellung als Dienstleistung versprechen, jedoch nicht auf Erfolgsbasis arbeiten und hohe Gebühren fordern“, weiß Sarah Schmitz. „Hier sollte man sich ausreichend informieren, um Fördergelder nicht indirekt zu verschwenden.“ ■ Sarah Schmitz ist die Geschäfts- führerin der Delta Engineering & Chemistry GmbH Gut vernetzt Der QR-Code führt zur Unternehmerin auf LinkedIn: Als Mittelständler aus der Hauptstadt beweist Delta Engineering & Chemistry, dass Internationalität und Chemie-Innovationen nicht nur etwas für Konzerne sind Erfolg, nachhaltig gefördert Dr. Sarah Schmitz Leider gibt es zu viele Berater, die KMU eine erleichterte Antragstellung als Dienstleistung versprechen. FOTOS: CHRISTIAN KIELMANN, GENE GLOVER Berliner Wirtschaft 06 | 2026 FOKUS | Förderung & Finanzierung | 22

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