Berliner Wirtschaft Mai 2026

Der handliche Mini-Detektor des Start-ups Noxoon schlägt selbst bei kleinsten Rückständen Alarm und könnte eine Sicherheitslücke schließen von Aaron Baumgart Schmuggeln war gestern Dort wurde rund 15 Jahre lang zur Sprengstoffdetektion geforscht – mit dem Ziel, diese schneller, leichter und praxistauglicher zu gestalten. Dass daraus ein Unternehmen entstanden ist, betrachtet Christopher Walter, Luft- und Raumfahrtingenieur sowie geschäftsführender Gesellschafter von Noxoon, auch als Rettung einer Entwicklung, die sonst möglicherweise nie stattgefunden hätte. „Das Projekt stand kurz davor, an ein mittelständisches Unternehmen abgegeben zu werden, und wäre sonst im Sande verlaufen“, sagt er. Doch das entwickelte Gerät zeigte großes Potenzial: „Die Technologie hat schon während der Entwicklungsphase gezeigt, dass sie marktübliche Geräte in den Schatten stellen würde“, so Walter. Gemeinsam mit Mitgründer und Chemiker Mustafa Biyikal gründete Christopher Walter über das EXIST-Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) die Noxoon GmbH. Hierüber werden alle bestehenden Ausgaben finanziert. Per Wischprobe oder im „Schnüffelmodus“ Derzeit arbeiten nur die beiden Gründer sowie ein Softwareentwickler im Unternehmen, weitere Einstellungen sind geplant. Mittlerweile steht der Sprengstoffdetektor von Noxoon kurz vor dem Markteintritt. Das Herzstück ist ein mobiles, rund 900 Gramm schweres Handgerät, das Spuren auf zwei Arten identifiziert: „Unser Gerät kann Sprengstoff- und Drogenspuren sowohl per Wischprobe detektieren als auch im sogenannten ‚Schnüffelmodus‘, vergleichbar mit einer Hundenase. Das Ganze passiert im Nanogrammbereich. Bei TNT sogar im Pikogrammbereich“, erklärt Walter. Ein besonders großes Potenzial erkennt Noxoon im Einsatz an Flughäfen weltweit. Besonders brisant sei die Feststellung von sogenannten Sprengstoffen auf Salzbasis. „Das ist mit den jetzigen Geräten nicht möglich – eine extreme Sicherheitslücke an internationalen Flughäfen“, sagt Walter. Ebenfalls wichtig für reale Einsatzorte: Feuchtigkeit. In Regionen mit hoher Luftfeuchtigkeit kommt es bei handelsüblichen Geräten häufiger zu Fehlalarmen. Für den Noxoon-Sprengstoffdetektor kein Problem: „Wir können sogar kontaminierte Wasserproben durch das Gerät spülen und die relevanten Substanzen trotzdem identifizieren. Das ist weltweit einzigartig.“ Von Drogen über Pyrotechnik bis hin zu Nervengiften: Die Einsatzmöglichkeiten des entwickelten Geräts sind vielfältig. Damit dies gelingt, haben Walter und Biyikal eine PlattformtechnoDie Sicherheitskontrolle am Flughafen. Ein Stadioneingang kurz vor Anpfiff. Ein verdächtiges Paket in der Logistik. Es gibt viele Situationen, in denen Sicherheit höchste Priorität hat. Dann hängt alles davon ab, ob eine Substanz überhaupt erkannt wird. Genau hier setzt Noxoon an: Das Berliner Unternehmen hat den kleinsten mobilen Sprengstoffdetektor entwickelt, der winzige Spuren von Explosivstoffen und Drogen erfassen soll. Noxoon ist eine Ausgründung der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM). Noxoon-Gründer Christopher Walter (l.) und Mustafa Biyikal FOTO: NOXOON BRANCHEN | Sicherheitstechnologie | 40 Berliner Wirtschaft 05 | 2026

RkJQdWJsaXNoZXIy MzQwNTQxOQ==