Mitarbeiter, weil es für unsere Dienstleistungen keine Ausbildung und kein Studium gibt.“ Offen zeigt sich der 2002 gegründete Mittelständler, der sich als Pionier in der Branche sieht, deshalb auch für Quereinsteiger. Ein Mitarbeiter, der für ein Software-Tool verantwortlich ist, war zum Beispiel zuvor stellvertretender Filialleiter bei einer Supermarktkette. Das Marketing verantwortet eine Sozialpädagogin. „Als ein kleines Unternehmen können wir viel direkter auf unsere eigenen Mitarbeiter eingehen, sie direkt leiten und führen“, findet Loerzer. Flexibel zeigt sich Globalnorm auch beim Arbeitsort. Der Wohnraum in der Stadt wird knapper und teurer, der Arbeitsweg nach Umzügen oftmals länger. „Will ein Kollege an den Stadtrand ziehen, Berlin verlassen oder erst gar nicht in die Hauptstadt ziehen, finden wir eine Lösung. So bleiben wir für Fachkräfte attraktiv.“ Kontakt zu Bewerbern halten Auch für IHK-Präsident Stietzel steht fest, dass Berlin im Wettbewerb um Fachkräfte nur bestehen kann, wenn der Standort attraktiv ist. „Das heißt: mehr bezahlbarer Wohnraum für Auszubildende und Beschäftigte sowie ein leistungsfähiger Nahverkehr, der Menschen zuverlässig zur Arbeit bringt“, führt er an. Ohne diese Grundlagen werde es schwer, Fachkräfte zu gewinnen – und noch schwerer, sie zu halten. Über einen Mangel an Bewerbungen muss sich auch Nora Feist, Geschäftsführerin der Berliner PR und Brand Storytelling Agentur Mashup Communications, keine Sorgen machen. „Wir schauen uns auch Bewerber an, wenn wir gerade nicht aktiv suchen, und halten bei guten Profilen Kontakt.“ Wenn sie jemand nach drei Monaten wieder anschreibe, seien die meisten immer noch verfügbar. „Viele gut ausgebildete Kräfte finden zurzeit keinen Job, nicht nur wegen der wirtschaftlichen Lage, sondern auch, weil die KI Aufgaben übernimmt.“ Aus dem Bereich KI und GEO – der Optimierung von Inhalten für KI-gestützte Maschinen wie ChatGPT oder Google Gemini – bekommt auch ihre Agentur aktuell die meisten Aufträge. Dass Unternehmen der Technologie vertrauen, ohne Fachwissen intern aufzubauen, hält Feist für riskant. Ausbildung spielt für sie deshalb eine zentrale Rolle. Für die Trainees hat Mashup deshalb eine zehnmonatige maßgeschneiderte Ausbildung entwickelt, um die jungen Leute fit zu machen. ■ Sebastian Stietzel Präsident IHK Berlin Wir müssen qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland schneller und gezielter gewinnen. Elisabeth Wilhelm, IHK-Fachkräfte- referentin Tel.: 030 / 315 10-877 elisabeth.wilhelm@ berlin.ihk.de IHK-Netzwerk: Wie Berlin internationale Fachkräfte gewinnt Im Netzwerk „Unternehmen für ein internationales Berlin“ verbindet die IHK Berlin engagierte Betriebe, die talentierte internationale Mitarbeitende gewinnen, fördern und langfristig binden möchten. Sie können Erfahrungen austauschen, neue Chancen für ihr Recruiting entdecken und gemeinsam mit der IHK Berlin als dynamischen, internationalen Wirtschaftsstandort stärken. Jetzt über den Link oder den QR-Code anmelden und über aktuelle Themen rund um internationale Fachkräfte sowie alle Veranstaltungen informiert bleiben: ihk.de/berlin/ international-talents Festival der Berliner Wirtschaft Am 24. Juni geht es in der IHK Berlin praxisnah um das Thema Fachkräftegewinnung. Weitere Infos und Anmeldung über diesen QR-Code: Berliner Wirtschaft 05 | 2026 | 21
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