Die Internationale Bauausstellung soll Antworten auf Herausforderungen der wachsenden Stadt geben von Peter Rau Neue Perspektiven für Berlin Für den Wirtschaftsstandort Berlin ist dieser Ansatz von zentraler Bedeutung. Fehlender bezahlbarer Wohnraum und knappe Flächen für Gewerbe, Handwerk und Innovation wirken zunehmend als Standorthemmnis. Die IBA kann hier als Reallabor dienen – etwa für schnellere Planungs- und Genehmigungsprozesse, neue Bauformen, serielle Verfahren und einen effizienteren Umgang mit vorhandenen Flächen. Für die IHK steht die IBA im Kontext einer größeren Vision: der Zukunftsdekade 2034–2044. Gemeint ist ein langfristiger Orientierungsrahmen, in dem internationale Großvorhaben wie Expo und Olympia strategisch zusammengedacht werden – als Impulsgeber für Investitionen, Innovationen und nachhaltige Stadtentwicklung. Die Zukunftsdekade ist Ausdruck des Anspruchs, dass Berlin wieder den Mut haben sollte, positive Veränderung aktiv zu gestalten. Berlin hat diese Haltung bereits zweimal bewiesen. Die anstehende IBA kann daran anknüpfen – mit Mut und einer klaren Vision für die Zukunft der Stadt. „Eine Internationale Bauausstellung ist kein Schaufenster, sondern ein Werkzeug“, sagt Robert Rückel, Vizepräsident der IHK Berlin. „Sie eröffnet der Stadt die Chance, zu zeigen, dass bezahlbarer Wohnraum, wirtschaftliche Nutzung und Klimaschutz zusammengedacht und umgesetzt werden können.“ ■ Wohnraum ist ein zentraler Punkt bei der Ausgestaltung der nächsten IBA Der Berliner Senat hat im März die Durchführung einer Internationalen Bauausstellung (IBA) für die Jahre 2034 bis 2037 beschlossen. Damit eröffnet sich für Berlin ein Zeitfenster, das über klassische Stadtplanung hinausgeht. Eine Internationale Bauausstellung ist ein strategisches Instrument, mit dem Städte Antworten auf grundlegende Herausforderungen entwickeln und sichtbar machen. Berlin hat mit diesem Format Erfahrung. Die Interbau 1957 stand nach dem Krieg für den Neuanfang der modernen Stadt. Das Hansaviertel wurde zu einem international beachteten Symbol eines offenen, demokratischen Berlins. Rund drei Jahrzehnte später setzte die IBA 1984/87 andere Schwerpunkte: behutsame Stadterneuerung, Sanierung statt Abriss und die Rückgewinnung historischer Strukturen. Viele Quartiere tragen diese Handschrift bis heute. Beide Ausstellungen waren geprägt von klaren Leitbildern und wirkten weit über ihre Laufzeit hinaus. Die neue IBA knüpft an diese Tradition an. Vorgesehen sind Modellprojekte vor allem entlang des S‑Bahn-Rings und der großen Radialen, mit einem Schwerpunkt auf Umbau, Weiterentwicklung des Bestands und gezieltem Neubau. Es geht um zentrale Herausforderungen der wachsenden Stadt: Wohnungsmangel, Nutzungskonflikte, infra- strukturelle Engpässe und soziale Balance. Peter Rau, IHK-Public-Affairs- Manager Stadtentwicklung Tel.: 030 / 315 10-608 peter.rau@berlin.ihk.de Robert Rückel Vizepräsident IHK Berlin Eine Internationale Bauausstellung ist kein Schaufenster, sondern ein Werkzeug. FOTO: GETTY IMAGES/REINHARD KRULL Berliner Wirtschaft 05 | 2026 AGENDA | Stadtentwicklung | 16
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