Berliner Wirtschaft April 2026

Aus den Galeries Lafayette werden Büros – mit Extras, die Beschäftigte aus dem Homeoffice locken sollen von Dr. Mateusz Hartwich Ikone im Kopfstand back feiern sollte. Auffällig war dabei nur, dass der US-amerikanische Eigentümer des Objekts sich kaum äußerte. Frühzeitig verkündete er, die Immobilie werde zu Büros umgebaut, und hielt unbeirrt am Plan fest. Während vielerorts von wachsendem Leerstand von Büros an vielen Berliner Standorten die Rede ist, gibt sich Johannes Schmarje, Managing Director von Tishman Speyer, entspannt: „Moderne Büroflächen mit höchsten Nachhaltigkeitsstandards in zentraler Lage kriegt man problemlos vermietet. Die entscheidende Frage ist: Wie lockt man Mitarbeitende aus dem Homeoffice ins Büro? Durch Qualität, Gemeinschaftsflächen, in denen man sich gerne aufhält, und … eine Fahrradrampe!“ Statt also auf maximale Effizienz bei der Flächenvermarktung zu setzen, entschied sich Tishman Speyer, beim Umbau noch stärker den ikonischen Charakter des Gebäudes in den Fokus zu rücken. Der zentrale Lichtkegel im Inneren wird nicht nur erhalten, sondern auf den Kopf gestellt und erweitert: Sonnenlicht strömt durch eine kreisförmige, 25 Meter große Öffnung nach innen, 40 Meter tief. Die bisher ungenutzten Dachflächen werden aktiviert, damit die Beschäftigten der Mieterinnen und Mieter den Sonnenuntergang mit Blick über Berlin genießen können. Senatspläne zur Umgestaltung der Friedrichstraße hält Schmarje für vielversprechend, betont aber auch, dass sich die Eigentümer erst mal um ihre Objekte kümmern müssten. Angesichts vieler hochfliegender Pläne für das große Ganze in den letzten 30 Jahren erscheint dieser Ansatz mehr als verständlich. ■ So soll das Bauprojekt Lumina in der Friedrichstraße nach Fertigstellung aussehen Die ehemaligen Galeries Lafayette in Berlin-Mitte erleben gerade eine historische Transformation. Eine der Ikonen der Nach-Wende-Jahre musste sich nach dem Auszug des Ankermieters neu erfinden. Als das Immobilienunternehmen Tishman Speyer das Quartier 207 in der Berliner Friedrichstraße erwarb, stellten sowohl Geschichte als auch Zukunft des Objekts eine Herausforderung dar. Die Öffentlichkeit verfolgte seit der Wiedervereinigung den Aufstieg der zentralen Geschäftsstraße und ihrer prägenden Quartiere über Insolvenzen, Verkehrsversuche bis zur endgültigen Schließung der Galeries Lafayette im Sommer 2024. Zwischenzeitlich präsentierte der damalige Kultursenator Joe Chialo eine unkonventionelle Idee, wie die Immobilie als neuer Standort der Zentral- und Landesbibliothek ein ComeStefan Borchardt, IHK-Public-Affairs-Manager Stadtentwicklung Tel.: 030 / 315 10-411 stefan.borchardt@ berlin.ihk.de 40 180 Quadratmeter Mietfläche hat das gesamte Objekt, verteilt auf sieben Etagen, davon 29.400 Quadratmeter für Büronutzungen. Mehr zum Thema Online: Videointerview mit Johannes Schmarje sowie weitere Informationen zur Zukunft der Friedrichstraße. VISUALISIERUNGEN: TISHMAN SPEYER Berliner Wirtschaft 04 | 2026 Standort | 33

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