Start-up-Unternehmen, die es mit Investorengeldern geschafft haben, ihren eigenen Produktionsbetrieb aufzubauen. Sie würden dann anders als bei Tacticaltrim direkt an das Militär verkaufen und eine Wertschöpfungsstufe höher steigen? Ja, wir sind aufgrund unserer Erfahrung und unseres Netzwerks in der Lage, Konzepte der Kunden technisch umzusetzen. Aber wir sind kein produzierender Betrieb, man könnte uns als Entwicklungslabor bezeichnen. Wir fertigen Prototypen unter anderem im 3D-Druck und testen sie. Wenn es dann in die Skalierung und Produktion geht, werden wir mit Industrieunternehmen zusammenarbeiten, die ähnliche Artikel schon produzieren. Dann sind Sie also ein Dual-Use-Unternehmen. Ja, im zivilen Bereich haben wir auch schon Drohnen verkauft, zum Beispiel eine Inspektionsdrohne für das Bohren von Tunneln. Wir haben in Berlin auch schon Konzepte zur Kanalreinigung umgesetzt. Im militärischen Bereich arbeiten wir an Konzepten, da darf ich aber nicht ins Detail gehen. Der Senat will ein „DefTech“-Ökosystem aufbauen. Was halten Sie davon? Ich finde es sehr positiv, dass diese Initiative ergriffen wird, um vor allem Betriebe, die sich noch nicht mit Landesverteidigung beschäftigt haben, mit erfahrenen Firmen wie uns zusammenzubringen, damit wir auf das Know-how aus der Zivilwirtschaft zurückgreifen und gemeinsam effiziente Lösungen anbieten können. Zu loben ist auch, dass der DualUse-Gedanke im Vordergrund steht. Dual Use kann Ausgaben spürbar senken. ■ Sebastian Stutte erklärt im Interview sein Geschäftsmodell (o.). Im Gespräch mit einer Mitarbeiterin wählt er Materialien für Kunden aus (u.) Inzwischen hat die Rüstungsindustrie ihren schlechten Ruf größtenteils verloren. Sebastian Stutte Berliner Wirtschaft 04 | 2026
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