Berliner Wirtschaft April 2026

Das Jahr 2026 dürfte zu einer Belastungsprobe für die Mobilität der Hauptstadt- region werden. Die Vielzahl der Baustellen ist aber nötig, um zentrale Straßen- und Schienenachsen zukunftsfähig zu machen und damit langfristig die Wettbewerbsfähigkeit Berlins zu sichern. Es wird darauf ankommen, stabile Ausweichrouten zu gewährleisten, um die Mobilität von Personen und Gütern zu erhalten. Die Autobahn GmbH des Bundes ist weiter mit Hochdruck dabei, zwei neue Stadtautobahnbrücken über die Ringbahn am Dreieck Funkturm zu errichten. Nun hat sie das weitere Bauprogramm 2026 veröffentlicht: Bis August wird auf der A100 die Hohenzollerndammbrücke zwischen den Anschlussstellen Hohenzollerndamm und Schmargendorf instandgesetzt. Die seit 2024 laufende Fahrbahnerhaltung zwischen Tempelhofer Damm und Gradestraße soll im April fertig werden. Dafür wird von Mai bis Juli die Fahrbahn zwischen Innsbrucker Platz und Alboinstraße in beiden Richtungen saniert. Und auf der Avus entsteht noch bis Ende nächsten Jahres eine neue Fahrbahn zwischen der Spanischen Allee und der Landesgrenze. Zudem wird der Tunnel der A103 an der Feuerbachstraße von Juni bis Oktober instandgesetzt. Und dann ist da auch noch der Britzer Tunnel der A100. An seiner technischen Nachrüstung wird bis 2028 gearbeitet werden, allerdings möglichst eingriffsarm. Autobahn-Baumaßnahmen in Berlin 2026: • Instandsetzung Hohenzollerndammbrücke 03/26–08/26 • Technische Nachrüstung Tunnel der A100, OT Britz 10/25–10/28 • Instandsetzung Tunnel A103, Feuerbachstraße 06/26–10/26 • Instandsetzung A100, zwischen Innsbrucker Platz und Alboinstraße 05/26–07/26 • Instandhaltung A100, zwischen Tempelhofer Damm und Gradestraße 10/24–04/26 • Erneuerung A115, zwischen Grenze B/BB und Spanischer Allee 09/24–12/27 Dafür wird die Bundesgesellschaft in Berlin 63 Mio. Euro investieren – in das gesamte Gebiet Nordost zwischen Lausitz und Ostsee rund 320 Mio. Euro. Denn auch in Brandenburg werden Fahrbahnen erneuert. Dazu gehören der Abschnitt zwischen Freienbrink und Königs Wusterhausen auf dem Berliner Ring sowie die A12 bei Fürstenwalde-West und die A13 bei Freiwalde. Auf dem Berliner Ring werden zudem auch Brücken erneuert, bei Werder, bei Phöben sowie die lange Mühlenfließbrücke bei Rüdersdorf. Doch es sind auch vor allem viele Stadtstraßenbrücken, die dringend ersetzt werden müssen. Bis 2040 müssen 175 Brücken fertiggestellt werden, also eine neue Brücke pro Monat. Auf dem Programm für 2026 stehen bereits die Mühlendammbrücke, die Dunckerbrücke, die Neue Gertraudenbrücke und die Köpenicker-Allee-Brücke, allesamt kaum verzichtbar. Voran geht es derweil am Marzahner Knoten im Zuge der Landsberger Allee, einem Mammutprojekt, bei dem bis 2029 in neun Phasen zahlreiche Brücken neu gebaut werden. Und eigentlich sollte der erste Teil der Treptower Elsenbrücke im Winter fertiggestellt sein, doch der Frost hat nicht nur diesen Plan verzögert, sondern auch weitere Schäden und Sperrungen verursacht, etwa in der Otto-Braun-Straße und im Straßentunnel Alexanderplatz. All das gilt es zu koordinieren, um den für Berlin lebenswichtigen Verkehrsfluss zu gewährleisten. Kein Zug zwischen Zoo und Ostbahnhof Auch die Deutsche Bahn AG plant 2026 einschneidende Maßnahmen. Von Mitte Juni bis Mitte Dezember müssen die Fernbahngleise der Berliner Stadtbahn total gesperrt werden. Zwischen Ostbahnhof und Bahnhof Zoo verkehren dann keine Züge mehr. Während diese zum Teil umgeleitet werden, bündelt die Bahn mehrere Bauarbeiten, erneuert Schienen, Weichen und Gleisverbindungen. Vor allem haben deren Befestigungen wegen der Belastung durch täglich 500 Regional- und Fernzüge ihre Lebensdauer erreicht. Derweil läuft der Bahnverkehr nach Süden seit Dezember auch auf der neuen Dresdner Bahn zwischen Hauptbahnhof, Südkreuz und Blankenfelde-Mahlow. Die viertelstündlichen FEX-Züge zum BER benötigen hier nur noch 23 Minuten. Allerdings musste zuletzt ein stündlicher FEX mit einem RE-Zug zusammengelegt werden, um die Strecke nicht zu überlasten. Spielraum für Verkehrswachstum gibt es also auch hier nicht. Zudem hat der harte Winter auch den Bahnbau verzögert. Die ersten Züge auf der komplett erneuerten Strecke Berlin–Hamburg werden deshalb wohl erst Mitte Juni statt planmäßig am 1. Mai fahren. Immerhin kann sich schon Ende März ein lang gehegter Traum vieler Berliner erfüllen, wenn der Hauptbahnhof endlich auch von Norden aus per S-Bahn erreicht werden kann. Dann soll die S15 regelmäßig von Gesundbrunnen direkt dorthin fahren und die zwei Jahrzehnte seit dessen Eröffnung vergessen lassen. ■ Dr. Lutz Kaden, IHK-Experte für Verkehr und Mobilität Tel.: 030 / 315 10-415 lutz.kaden@ berlin.ihk.de Verkehrs-Infos Aktuelle Verkehrslage und Baustelleninfos liefert die Verkehrsinformationszentrale Berlin unter: viz.berlin.de FOTO: ADOBE STOCK Infrastruktur | 11 Berliner Wirtschaft 04 | 2026

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