Berliner Wirtschaft Oktober 2026

Die Finetech GmbH & Co. KG baut Maschinen für Präzisionsarbeit – und wächst ganz ohne Investoren von Laura Dörling Die hohe Kunst der kleinsten Teile nen ist Finetech weit über die Berliner Stadtgrenzen hinaus bekannt und bedient heute über 3.000 internationale Kunden aus Bereichen wie Medizin, Raumfahrt, Quantentechnologie, Industrie, Sensorik und Forschung. Platzier-, Montage- und Reworksysteme richten elektronische Bauteile wie Halbleiterchips mit einer Genauigkeit von 0,3 Mikrometern zueinander aus – reproduzierbar für spätere Serienfertigungen. Finetech ist auf SMD Rework, die Nacharbeit an bestückten elektronischen Trägern, und Die Bonding, die Platzierung einzelner Chips auf einem neuen Träger, spezialisiert. Schon Abweichungen von wenigen Mikrometern können die Funktion beeinträchtigen. Und so ging alles los: Kurz nach der Gründung zieht das (damals noch) Start-up von der Ost-Berliner Mietwohnung nach Marzahn – bis heute Firmensitz und Hauptstandort. Unter Dr. Georg Baumann als strategischem Investor wird die Produktwelt massiv ausgebaut. Das Unternehmen wächst schnell. Neue Standorte entstehen in den USA, China, Japan und Südostasien. 2021 übernimmt Baumanns Tochter Carlotta die Führung und treibt die Weiterentwicklung des Portfolios vom reinen Entwicklungsgerät (R&D-Bonder) hin zu halb- und vollautomatischen Produktionssystemen konsequent voran – als erste Expertin an der Spitze. Nur drei Jahre später wird sie als „EY Entrepreneur of the Year“ in der Kategorie Innovation ausgezeichnet. Sie ist stolz darauf, dass von der Hardware bis zur Software alles im Haus entwickelt wird und das Unternehmen dabei aus eigener Kraft wächst. „Finetech ist über die Jahre aus eigener Kraft gewachsen, ohne externe Investoren. Diese finanzielle Unabhängigkeit gilt als strategisches Prinzip, man wächst organisch und reinvestiert konsequent in Innovation“, betont Baumann. Heute ist Finetech nicht einfach „nur“ ein Maschinenbauer, sondern „Lösungsanbieter, der Kunden über den gesamten Weg von der Idee bis zur Serie begleitet.“ Die Strategie geht auf, das Unternehmen wächst und zählt heute weltweit rund 200 Mitarbeitende. Mikrosystemtechnik findet man fast überall: in Smartphones und Autos, in Medizintechnik oder Rechenzentren. Auch in Branchen wie der Halbleiterindustrie oder der Quantentechnologie F ür Smartphones, schnelles Internet oder Medizintechnik: Finetech-Maschinen platzieren winzige Chips mit höchster Genauigkeit in elektronischen Geräten. Was 1992 mit dem patentierten Fineplacer-Prinzip als technischem Grundstein begann, ist heute ein international tätiges Unternehmen für flexible Bonding-Systeme im Bereich der Mikrosystemtechnik. Für seine hochpräzisen MaschiIn den Finetech- Laboren im CleanTech Business Park Marzahn zählt jeder Mikrometer Mark Renner, IHK-Branchen- manager Industrie Tel.: 0170 / 239 27 29 mark.renner@berlin. ihk.de FOTOS: FINETECH GMBH & CO. KG, JULIA SELLMANN BRANCHEN | Technologie | 38 Berliner Wirtschaft 10 | 2026

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