Berliner Wirtschaft Juli/August 2026

Rehwaldt einen eindrucksvollen Auftakt. Sie zeigte auf, dass Berlin für internationale Fachkräfte bereits heute ein attraktiver Standort ist – dank seiner Innovationskraft, Wissenschaftslandschaft und Offenheit. Gleichzeitig machte sie deutlich, dass Gewinnen und Halten zwei unterschiedliche Herausforderungen sind. Menschen kommen wegen Entwicklungs- und Karrierechancen. Aber sie bleiben wegen einer gelungenen Willkommenskultur, wegen Gemeinschafts- und Zugehörigkeitsgefühl. Arbeitsglück ist damit kein „weiches“ HR-Thema, sondern ein messbarer Wettbewerbs- und Standortfaktor. Erfolgsfaktoren im Wandel Einen weiteren Blick auf die Zukunft eröffnete Dr. Arndt Pechstein. Sein Impuls machte deutlich, dass Unternehmen sich in einem dauerhaften Veränderungsprozess befinden. Future Skills wie Lernbereitschaft, Kreativität, Zusammenarbeit und Anpassungsfähigkeit werden zu entscheidenden Erfolgsfaktoren. Unternehmen sichern ihre Zukunft nicht allein durch neue Fachkräfte. Sie sichern sie, indem sie die Potenziale ihrer Beschäftigten kontinuierlich weiterentwickeln und eine Kultur schaffen, in der Innovation entstehen kann. Ein Beispiel für diesen neuen Ansatz ist TalentsBridge, ein Verein, der internationale Fachkräfte ausbildet und direkt in den deutschen Arbeitsmarkt vermittelt. Das Projekt denkt internationale Fachkräftesicherung konsequent vom Anfang bis zum Ende: von der Ausbildung nach deutschem Standard über den Erwerb der deutschen Sprache und das Kennenlernen der Kultur bis hin zur Vermittlung und langfristigen Integration in Unternehmen und Gesellschaft. Genau darin liegt seine besondere Stärke: Internationale Fachkräfte werden nicht als kurzfristige Antwort auf Personalengpässe verstanden, sondern als fester Bestandteil für die langfristige Zukunft des Wirtschaftsstandorts Berlin. Drei zentrale Prioritäten Die Besucherinnen und Besucher des Festivals selbst standen im Mittelpunkt der abschließenden Umfrage. Auf die Frage, welche Rahmenbedingungen Berlin schaffen müsse, um auch künftig ein attraktiver internationaler Wirtschaftsstandort zu bleiben, nannten sie drei zentrale Prioritäten: 1. Bürokratie abbauen, 2. Innovation und Digitalisierung stärken sowie 3. eine weltoffene Stadt gestalten, die internationale Fachkräfte willkommen heißt. Dieses Ergebnis steht nicht für sich. Es soll weitergetragen werden, und so wurde es symbolisch als Staffelstab an das Zukunftsforum „Weltmetropole Berlin“ am 2. September übergeben – mit dem Auftrag, den Dialog fortzuführen und Lösungen weiterzuentwickeln. Ein Auftrag, der übrigens auch an die Politik geht. Der Zehn-Punkte-Plan der IHK Berlin zur Fachkräftezukunft bündelt politische Forderungen – von schnelleren Verwaltungsverfahren über die Stärkung von Aus- und Weiterbildung bis zur besseren Gewinnung und Integration internationaler Fachkräfte. Denn Fachkräftesicherung gelingt nur, wenn Wirtschaft, Politik und Gesellschaft gemeinsam Verantwortung übernehmen. Das Festival der Berliner Wirtschaft hat gezeigt, dass die Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit längst vorhanden sind. Jetzt gilt es, sie konsequent umzusetzen – damit Berlin auch morgen ein Ort bleibt, an dem Unternehmen erfolgreich wachsen und Menschen gerne arbeiten, leben und Zukunft gestalten. ■ 1 Dr. Arndt Pechstein sprach über Future Skills 2 Das Festival bot viele Möglichkeiten zum Austausch und Networking 3 IHK-Projektleiter TalentsBridge Julian Algner stellte das IHK-Ausbildungsprojekt für namibische Talente vor 4 Auf dem Podium mit dabei: IHK-Hauptgeschäftsführerin Manja Schreiner (2. v. l.) Elisabeth Wilhelm, IHK-Referentin Weiterbildung & Fachkräfte Tel.: 0171 / 317 72 57 elisabeth.wilhelm@ berlin.ihk.de IHK-Angebote Allgemeine Infos zum Thema Fachkräfte- sicherung: IHK-Position Zehn Punkte für Berlins Fachkräftezukunft: IHK-Zukunftsforum Infos zum großen Event am 2. September: 450 Teilnehmende kamen beim Festival der Wirtschaft im Ludwig Erhard Haus zusammen. 2 FOTOS: KONSTANTIN GASTMANN Festival | 49 Berliner Wirtschaft 07-08 | 2026

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