Berliner Wirtschaft Juli/August 2026

Expertendiskussion zum Thema „Wohnungsbau im Stau: Wer blockiert das Bauen in Berlin?“ von Peter Rau Wie Berlin schneller bauen kann gen, Genehmigungsverfahren und rechtliche Konflikte hätten das Projekt immer wieder verzögert. Daraufhin warb Prof. Hans Kollhoff für sein Konzept „Zuhause am Tempelhofer Feld“, das eine maßvolle Randbebauung vorsieht. So könnten rund 21.400 Wohnungen für etwa 50.000 Menschen entstehen, während die zentrale Fläche frei bleibt. Ein Erfolg versprechendes Konzept präsentierte Moritz Tonn vom Verein Transiträume. Es soll leer stehende Büro- und Gewerbeflächen temporär für Menschen nutzbar machen, die neu nach Berlin kommen. So könnte der Druck auf den Wohnungsmarkt reduziert werden – ohne Gewerbeflächen dauerhaft umzuwidmen. Welche hemmenden Auswirkungen die Vergesellschaftungsdebatte schon jetzt auf den Wohnungsmarkt hat, beleuchtete BBU-Vorständin Maren Kern. Aus Sicht der Wohnungswirtschaft braucht es vor allem Investitionssicherheit, verlässliche Rahmenbedingungen sowie schnellere Verfahren. Wie groß der Handlungsdruck insgesamt ist, wurde in der Podiumsdiskussion mit Manja Schreiner und den Referenten greifbar. Allein der Umgang mit Artenschutzthemen führe zu erheblichen Verzögerungen und/oder unkalkulierbaren Mehrkosten. Als Lösungsansätze wurden herausgearbeitet: • die Aktivierung von Leerständen, • zusätzliche Flächenpotenziale, • schnellere Verfahren, • ein Berliner Artenschutzleitfaden und • mehr Planungssicherheit. Einig waren sich die Teilnehmenden: Berlin muss wieder schneller bauen können. ■ Architekt Prof. Hans Kollhoff warb für sein Konzept „Zuhause am Tempelhofer Feld“ Edda Metz, Krieger Gruppe, berichtete vom Pankower Tor; rechts: Immobilienunternehmer Hamid Djadda Nur schnelles Bauen kann den Wohnungsmangel auflösen. Aber politische Zielkonflikte und langwierige Verfahren bremsen den Wohnungsbau in Berlin. Mögliche Lösungen diskutierten Praktiker aus Wohnungswirtschaft, Immobilienbranche und Stadtentwicklung in der IHK-Veranstaltung „Wohnungsbau im Stau: Wer blockiert das Bauen in Berlin?“. Mit seinem Auftaktplädoyer für eine neue Wohnungsbauoffensive in Berlin setzte IHK- Präsident Sebastian Stietzel den Ton. Wie schwierig die Umsetzung großer Wohnungsbauvorhaben in Berlin sein kann, zeigte Edda Metz von der Krieger Gruppe am Beispiel des Pankower Tors. Das Quartier mit rund 2.000 Wohnungen wird bereits seit 17 Jahren entwickelt. ArtenschutzfraManja Schreiner IHK-Hauptgeschäftsführerin Aktuell sind Projekte im Volumen von mindestens 10.000 Wohnungen durch Arten- schutzthemen eingeschränkt. Peter Rau, IHK-Public-Affairs-Manager Stadtentwicklung Tel.: 030 / 315 10-608 peter.rau@berlin.ihk.de IHK-Position Weitere Empfehlungen für die Bau- und Flächenpolitik in Berlin online unter: ihk.de/berlin/ bausteine-flaechenpolitik FOTOS: IHK BERLIN/KONSTANTIN GASTMANN AGENDA | Wohnungsbau | 14 Berliner Wirtschaft 07-08 | 2026

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