FOTO: HELMUT SATTLER Unternehmerinnen und Unternehmer engagieren sich Die Berliner Wirtschaft zeigt Verantwortung. Die IHK unterstützt dieses gesellschaftliche Engagement. Mehr unter: ihk.de/berlin/ nachhaltige-wirtschaft Die Ding Dong Ping Pong GmbH verwandelt leere Läden in Treffpunkte mit Tischtennisplatten. Beim Geschäftsmodell spielt Vertrauen eine wichtige Rolle von Sabrina Benning und Mara Erdmann Große Ziele mit kleinen Bällen Waldemar Zeiler (l.) und Kian Pariwar, die Gründer von Ding Dong Ping Pong, verbindet Freundschaft, Leben in Prenzlauer Berg – und ihre Liebe zum Tischtennis B erlin befindet sich im ständigen Wandel – wirtschaftlich, räumlich und sozial. Sichtbar wird das auch an leer stehenden Ladenflächen. Hier setzt die Ding Dong Ping Pong GmbH an. Unter der Geschäftsführung von Waldemar Zeiler verwandelt sie ungenutzte Räume in offene Nachbarschaftsorte und zeigt damit, wie Social Impact und wirtschaftliches Handeln zusammengehen können. Ausgangspunkt ist eine gesellschaftliche Herausforderung mit hoher Relevanz: Einsamkeit gilt laut WHO als eine der großen Pandemien des 21. Jahrhunderts. Statt mit komplexen Programmen begegnet das Unternehmen dem Problem mit einem einfachen, verbindenden Prinzip. „Tischtennis spielt man mit mindestens einer anderen Person, und weil viele diese Sportart kennen, ist es das perfekte Mittel, um Menschen zu verbinden“, so Zeiler. Gleichzeitig reagiert das Modell auf eine ökonomische Verschiebung im urbanen Raum. Ding Dong Ping Pong ist, wie der Gründer selbst sagt, „aus der Not geboren“: Sportvereine sind überfüllt, während innerstädtische Ladenflächen leer stehen. Tischtennis benötigt wenig Platz und eignet sich daher besonders gut für kleinere Flächen. So wird ein wirtschaftliches Problem zum sozialen Hebel: Aus Leerstand entstehen lebendige Treffpunkte, aus Verkaufsfläche wird sozialer Raum. Aus Franchise wird Friendchise Der von Ding Dong Ping Pong entwickelte Ansatz, das sogenannte Friendchise-Modell, basiert auf Freundschaft, Vertrauen und gemeinsamem Lernen. Zeiler versteht diese Prinzipien nicht nur als soziale Werte, sondern als tragfähige Grundlage wirtschaftlichen Handelns. „Ich habe schön länger nach einem Modell gesucht, wie man mehr unternehmerisches Potenzial in einem Unternehmen entfalten kann, und das bietet Franchise. Gleichzeitig gewähren wir mehr Flexibilität und Vertrauen als klassische Franchise-Modelle, und so haben wir Friendchise erfunden“, erläutert er. Diese Haltung ist Ergebnis des Umfelds, in dem Ding Dong Ping Pong entstand: Nähe zur Startup-Szene, enger Austausch mit anderen Gründerinnen und Gründern sowie Offenheit für Experimente prägen das Projekt von Beginn an. Betreiberinnen und Betreiber können ihre Standorte individuell an die jeweilige Nachbarschaft anpassen und dort eine Community aufbauen. Auf diese Weise erwachsen Strukturen, die Eigenverantwortung, Verbindlichkeit und lokale Identität stärken und zugleich ein Modell für soziale Räume schaffen. Ding Dong Ping Pong belebt Stadtteile, fördert Begegnung und entwickelt neue Formen wirtschaftlicher Organisation. Gezeigt wird damit exemplarisch, was soziale Ökonomie leisten kann: Ressourcen neu denken, Gemeinschaft stärken und alternative Geschäftsmodelle ermöglichen. So entsteht ein Verständnis von Stadt, in dem wirtschaftlicher Erfolg und gesellschaftlicher Mehrwert Hand in Hand gehen. ■ Sabrina Benning, IHK-Junior- Fachreferentin Nachhaltigkeit Tel.: 030 / 315 10-743 sabrina.benning@ berlin.ihk.de AUSKLANG | Zu guter Letzt | 66 Berliner Wirtschaft 06 | 2026
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