Berliner Wirtschaft Juni 2026

Torsten Dunkelmann, Vizepräsident des Handelsverbands Berlin-Brandenburg, würdigte das Projekt als Beleg dafür, „welches enorme Klimaschutzpotenzial im Gebäudebestand steckt“. Entscheidend sei, dass hier nicht isoliert gedacht werde, sondern Wasser- und Energiefragen zusammengeführt würden – mit Lösungen, die sich auch auf andere Quartiere übertragen ließen. Einen ganz anderen Ansatz verfolgt das Projekt „U-Space Berlin“ des Start-ups Colors UG gemeinsam mit Labfly/DiAvEn UG, das in einem Reallabor die Zukunft der urbanen Logistik testet. Zwischen zwei Kliniken im Südwesten der Stadt transportieren Drohnen medizinische Proben – schneller als herkömmliche Kurierdienste, nahezu emissionsfrei und perspektivisch kostengünstiger. Was zunächst nach einem Nischenthema klingt, könnte weitreichende Folgen haben: Wird das Modell skaliert, ließen sich Verkehrsströme reduzieren und gleichzeitig sensible Lieferketten effizienter gestalten. Für Axel Pinkert von der BEW Berliner Energie und Wärme GmbH zeigt das Projekt exemplarisch, „wie digitale Innovation und Klimaschutz Hand in Hand gehen können“. Gerade in einer dicht bebauten Großstadt könne die Verlagerung bestimmter Transporte in die Luft neue Spielräume eröffnen – vorausgesetzt, regulatorische Fragen werden parallel geklärt. Rundum nachhaltiges Fahrradparkhaus Dass nachhaltige Transformation im Alltag sichtbar wird, zeigt schließlich ein Projekt aus dem Mobilitätsbereich. Am Bahnhof Schöneweide entsteht derzeit das erste öffentliche Fahrradparkhaus Berlins durch das Landesunternehmen GB infraVelo GmbH. Mehr als 1.100 Stellplätze sollen dort künftig zur Verfügung stehen – eingebettet in ein Gebäude, das selbst auf Nachhaltigkeit setzt: Holzbauweise, begrünte Fassaden, Photovoltaik und ein durchdachtes Regenwassermanagement gehören ebenso zum Konzept wie ein digitales Zugangssystem. Für Verkehrssenatorin Ute Bonde geht die Bedeutung über die reine Infrastruktur hinaus. Das Projekt stehe „für eine neue Qualität der Fahrradinfrastruktur in Berlin“ und zeige, wie sich klimafreundliche Mobilität mit Komfort und moderner Technik verbinden lasse. Zugleich werde eine Blaupause geschaffen, die sich auf weitere Standorte in der Stadt übertragen lasse. Auch das Publikum setzte ein eigenes Zeichen: Der dotierte Publikumspreis ging an „Resi – der Kiez-Ressourcenladen“ in Alt-Treptow. Das ehrenamtliche Projekt ermöglicht das gemeinsame Nutzen von Alltagsgegenständen im Kiez. Die Initiative kündigte bei der Preisverleihung an, das Preisgeld teilen zu wollen – ganz im Sinne ihres gemeinschaftlichen Ansatzes. Seit 2002 wird der Wettbewerb „Klimaschutzpartner des Jahres“ verliehen und hat sich zu einer der wichtigsten Auszeichnungen für Klimaschutzprojekte in Berlin entwickelt. Ziel ist es, erfolgreiche Beispiele sichtbar zu machen und ihre Nachahmung zu fördern. Getragen wird das Bündnis von dreizehn Kammern und Verbänden, die gemeinsam daran arbeiten, Klimaschutz als Querschnittsaufgabe zu verankern. Die Durchführung des Wettbewerbs wurde auch in diesem Jahr durch die BEW Berliner Energie und Wärme GmbH unterstützt. ■ Der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer Henrik Vagt (l.) mit den aktuellen Preisträgerinnen und Preisträgern Die GB infraVelo GmbH gewann in der Kategorie „Projekte öffentlicher Einrichtungen“ mit ihrem Projekt „Nachhaltig, sicher und zukunftsweisend: Das erste öffentliche Fahrradparkhaus Berlins“ Ausschreibung 2027 Die Bewerbung fürs nächste Jahr beginnt im Januar 2027. Infos: klimaschutz- partner-berlin.de Klimaschutz | 35 Berliner Wirtschaft 06 | 2026

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