Berliner Wirtschaft Mai 2026

FOTO: PRIVAT Unternehmerinnen und Unternehmer engagieren sich Die Berliner Wirtschaft zeigt Verantwortung. Die IHK unterstützt dieses gesellschaftliche Engagement. Mehr unter: ihk.de/berlin/ nachhaltige-wirtschaft Versicherungsunternehmer Tino Loest will die Berliner „Fußball-Woche“ retten. Per Crowdfunding soll Geld für das Projekt zusammenkommen von Holger Lunau Wiederbelebung mit 103 Jahren App als Anfang FuWo-Fans können digital über Wunsch- inhalte abstimmen: https://fuwo.app/ Crowdfunding- Kampagne Ende April startet das Crowdfunding unter: startnetxt.com/fuwo Tino Loest plant als langjähriger Fan eine Zukunft für die „Fußball-Woche“ – und sucht Unterstützer Wer in Berlin Fußball spielt oder als Zuschauer zu den Spielen der Amateure und anschließend auf ein Bier ins Vereinsheim geht, hat bestimmt schon einmal die „Fußball-Woche“ (FuWo) in der Hand gehabt. Die Zeitung listete akribisch Namen, Statistiken und Tabellen auf, lieferte Spielberichte und andere Geschichten aus der hauptstädtischen Welt des runden Leders. Doch im Herbst 2025 sollte Schluss sein – nach 103 Jahren, inklusive jahrelang teilungsbedingter Ost- und Westausgabe. Das Blatt mit wenigen festen Mitarbeitern und Dutzenden Freien war nicht mehr wirtschaftlich, sprich pleite. In einem Spartenmarkt wie dem regionalen Fußball gab es – trotz rund 200.000 aktiven Kickern in Berlin - nicht mehr genügend zahlende Leser. Dass sich trotzdem ein Kaufinteressent fand, damit hatte wohl auch der Insolvenzverwalter nicht gerechnet. Tino Loest ist diese Skepsis reichlich egal. Für den Versicherungsunternehmer und Vorsitzenden des Fußball-Oberligisten BSV Eintracht Mahlsdorf war die FuWo schon von Kindesbeinen an Wegbegleiter durch den Berliner Amateurfußball. Er habe nicht lange überlegt, ihr neues Leben einzuhauchen, sagt Loest. Es gelang ihm, mit dem Insolvenzverwalter eine Lösung für die Übernahme der Redaktionsräume und des Archivs in der Lützowstraße in Tiergarten zu finden. Im Dezember 2025 wurde der Kaufvertrag unterschrieben. Nun ist Tino Loest dabei, das richtige Zukunftskonzept für die FuWo zu basteln. Neben neuen Mitarbeitern sind Ideen gefragt, das Projekt zum Erfolg zu führen. „Die Idee ist, nicht mehr zuerst an den Print und dann an das Digitale zu denken, sondern genau andersherum“, sagt er. „Im Vereinsheim und bei den bisherigen Lesern der ,Fußball-Woche‘ auf dem Tisch zu liegen, ist das eine. Das andere ist, auch den Kicker-Nachwuchs mitzunehmen und für die FuWo zu begeistern. Dafür brauchen wir einen guten digitalen Auftritt. Deswegen wird es eine App und eine Website geben“, so Loest. Gute Ideen und Geld sind gefragt Eine Erfolgsgarantie ist das freilich nicht. Aber ein Anfang ist gemacht. In der FuWo-App (s. Spalte links) findet sich eine Taktiktafel mit der Frage: Welche Aufstellung wünschst du dir? User können hier abstimmen, welche Themen sie in der künftigen FuWo lesen möchten – von Statistiken und Tabellen, Push-Nachrichten, Vereinsprofilen bis hin zu Tipp- und Gewinnspielen. Das Voting soll direkt in der „Aufstellung“ berücksichtigt werden. Bleibt am Ende die Frage nach dem Geld. „Betteln hilft nicht“, weiß Loest. Gefragt seien gute Ideen und ein gutes Produkt. Daran werde gearbeitet. Zugleich sollte Ende April eine Crowdfunding-Aktion starten. Die ist auf zunächst 45 Tage ausgelegt, ob es noch eine zweite Halbzeit mit weiteren 45 Tagen geben wird, ist offen. ■ AUSKLANG | Zu guter Letzt | 66 Berliner Wirtschaft 05 | 2026

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