Ob Abfall, Strom oder Wasser, unter Klimadruck, Wachstum und Investitionsstau muss Berlins Daseinsvorsorge jederzeit funktionieren – eine Zukunftsfrage für Wirtschaft und Standort von Jens Bartels Berlin am Laufen halten Usda vereribusa sum est, consercilla porescit, susae lignis nos plici dest vendiam quis mo te pa conet E nergie- und Versorgungssicherheit entscheiden sich im Alltag. Beim Abfall zeigt sich, wie schnell aus Routine ein Risiko wird: „Was die gesamte Kreislaufwirtschaftsbranche derzeit besonders umtreibt, ist die akute Brandgefahr durch falsch entsorgte Lithium-Ionen-Batterien“, warnt Lutz Wedegärtner, Geschäftsführer der Remondis-Niederlassung Berlin. Akkuschrauber oder Fahrradakkus landen „leider viel zu oft in konventionellen Abfalltonnen“. Das kann in Sortieranlagen Brände auslösen, bis hin zum „Totalverlust der Papiersortierungsanlage in Berlin-Neukölln“. Versorgungssicherheit heißt für Wedegärtner auch Rohstoffsicherheit – und die beginnt bei der Trennung. „Zwar müssen auch heute schon mittelständische Betriebe und die Industrie Getrenntsammlung umsetzen, und viele tun dies auch.“ Weil Kontrollen fehlen, bleibe die Umsetzung aber lückenhaft. Politik und Kommunen müssten Trennung verbindlicher durchsetzen, statt auf Freiwilligkeit zu setzen. Sonst gehen „wertvolle Rohstoffe verloren“, und jede Debatte über Resilienz verpufft. Für einen stabilen Markt fordert er zudem eine verbindliche und schrittweise zu erhöhende Substitutionsquote für Rezyklate. „Hier besitzt die öffentliche Hand mit ihrem Beschaffungsvolumen von rund 300 Milliarden Euro – davon fünf Milliarden in Berlin – einen entscheidenden Hebel.“ Doch Daseinsvorsorge endet nicht am Recyclinghof: Der nächste große Umbau führt durch die Keller der Stadt – über Wärmeleitungen und Energieparks. „Berlin ist ein echter Härtetest für die Wärmewende", sagt Christian Feuerherd. „Wir haben das größte Fernwärmesystem Westeuropas, mit 700.000 Wohnungen versorgen wir ein Drittel der Hauptstadt“, so der Vorsitzende der Geschäftsführung der BEW Berliner Energie und Wärme GmbH. Der Umbau läuft im laufenden Betrieb, die Koordinaten aus Ökologie, Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit müssen dabei immer wieder neu austariert werden. Dafür sind Milliarden angesetzt: „Bis 2030 investieren wir über 3,5 Milliarden Euro und steigen vollständig aus der Kohle aus“, erklärt Feuerherd. Aus klassischen Heizkraftwerken werden Energieparks mit neuen Technologien. Auf diese Weise reduziert BEW die Emissionen bis zum Jahr 2030 gegenüber 1990 um knapp 80 Prozent. Auch Geothermie soll perspektivisch tragen. Bis Erdwärme spürbar beiträgt, dauere es jedoch. „Im Jahr 2035 erwarten wir mit rund 400 GWh einen fünfprozentigen Beitrag zum Berliner Wärmesystem.“ 3,5 Mrd. Euro investiert BEW bis 2030 für den Kohleausstieg und die Energiesicherheit. FOTO: ISTOCKPHOTO Berliner Wirtschaft 04 | 2026 VERLAGSSONDERVERÖFFENTLICHUNG
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