Zu sehen ist die Frage "WTF is IHK", darauf die Antwort: Offizieller Partner der Berliner Wirtschaft.

WTF is IHK?

Informelles Heldenkollektiv? Interessengemeinschaft hervorragender Kaufleute? Oder doch: Industrie- und Handelskammer Berlin?

Mit der neuen Imagekampagne zeigt die IHK Berlin, wofür sie steht.

Berlins Unternehmen sind so vielfältig wie unsere Stadt selbst. Für sie alle ist die IHK da.

IHK Berlin. Offizieller Unterstützer der Berliner Wirtschaft.

G2K verkauft

G2K-Deal mit ServiceNow: KI-Einhorn macht Berlin zum globalen Retail-Hub

Der Verkauf des KI-Unternehmens G2K an den US-Konzern ServiceNow Berlin bringt nicht nur einen der größten KI-Deals Deutschlands, sondern auch neue Jobs und Wachstumschancen in die Hauptstadt. Das Berliner G2K-Headquarter soll zum globalen Retail-Zentrum von ServiceNow ausgebaut werden – ein Signal, dass trotz schwieriger Marktphase KI-Start-ups aus Deutschland internationale Milliardenplayer anziehen können.

Von: Eli Hamacher
Mann im Anzug

„Der Verkauf von G2K ist eine riesige Chance für Berlin.“ — Karsten Neugebauer, Gründer G2K

Mit dem Verkauf des KI-Unternehmens G2K dürfte auch Berlin spürbar profitieren. „Der US-Käufer ServiceNow wird den Berliner Standort zum globalen Headquarter für den Bereich Retail ausbauen und hier zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Das ist eine enorme Chance für die Hauptstadt“, sagt Karsten Neugebauer, der G2K vor zehn Jahren gemeinsam mit seinem Partner Omar El Gohary gegründet hat. „Aber auch der deutsche Markt insgesamt wird davon profitieren, weil die Amerikaner den Einsatz dieser Zukunftstechnologie von Berlin aus weiter vorantreiben werden.“

Neugebauer und El Gohary hatten früh das Potenzial Künstlicher Intelligenz erkannt und damit nicht nur internationale Kunden überzeugt. Im Mai dieses Jahres machte das Duo mit dem nach Angaben des Bundesverbands Künstliche Intelligenz bislang größten KI-Deal in Deutschland Schlagzeilen. Der weltweit agierende US-Konzern ServiceNow, geführt vom früheren SAP-Chef Bill McDermott, zahlt Branchenkreisen zufolge einen hohen dreistelligen Millionenbetrag für G2K. Auch Google und Microsoft sollen zuvor Interesse an dem Unternehmen gezeigt haben.

Mann im Anzug schaut in die Ferne

Der Unternehmer Harald Christ gehört zu den Verkäufern von G2K

G2K skaliert von Berlin aus: KI-Plattform wächst mit ServiceNow weltweit

G2K – die Abkürzung steht für „Good to know“ – ist zwar in München im Handelsregister eingetragen, hat aber sein Headquarter in Berlin. Aktuell beschäftigt G2K gut 250 Mitarbeitende in Deutschland (davon ungefähr 65 in Berlin) sowie in Ägypten, Dubai und Mexiko. Den Erfolg der Parsifal genannten KI-Plattform von G2K erklärt Neugebauer damit, dass Supermärkte durch die Auswertung riesiger Datenmengen ihre Prozesse sehr viel effizienter gestalten können, angefangen von der Sortimentspolitik über die Produktpräsentation bis hin zu einwandfrei arbeitenden Kühlketten. Mithilfe von ServiceNow kann das Geschäftsmodell jetzt weltweit skaliert werden.

Zu den Verkäufern zählt auch der Berliner Unternehmer Harald Christ. Erst vor zwei Jahren hatte sich der gebürtige Wormser mit seiner Berliner Kommunikations- und Investmentfirma Christ & Company Consulting GmbH bei G2K mit gut 20 Prozent beteiligt und offenbar ein gutes Gespür bewiesen. Laut Branchendienst Business Insider soll der Unternehmer dafür einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag investiert haben und jetzt einen niedrigen dreistelligen Millionenbetrag erlösen. Christ selbst nennt keine Zahlen.

Harald Christ: Aktiver Investor führt G2K trotz Krisen zum Millionendeal

Warum ein so erfolgreicher Ausstieg gelingen könnte – mit der Entscheidung der Behörden wird im dritten Quartal 2023 gerechnet –, erklärt Christ vor allem damit, dass er sich nicht auf die Rolle des Investors beschränkt. Der KI-Pionier G2K habe nicht nur von der Expertise Christs in den Bereichen KI und Internet of Things (IoT) profitiert, sondern auch von dem eng geknüpften Netzwerk des umtriebigen Unternehmers, der seit diesem Jahr auch im Aufsichtsrat der Commerzbank sitzt und viele Jahre als Banker gearbeitet hat. „Wir haben gemeinsam die alte Gesellschafterstruktur bereinigt und kleinere Investoren herausgekauft, eigenes Geld zur Zwischenfinanzierung bereitgestellt und das Unternehmen bei der weiteren Skalierung begleitet“, unterstreicht Christ. „Dass G2K aber so schnell an einen strategischen globalen Partner verkauft wurde, war so nicht geplant.“ Das Interesse an der KI-Technologie sei jedoch sehr groß gewesen.

Der Deal fällt in eine für junge Technologiefirmen schwierige Zeit. Rekordinflation, Zinswende, Ukrainekrieg und Wirtschaftsflaute haben Geldgeber, Investoren wie auch Käufer vorsichtig werden lassen. Jungunternehmen erhielten 2022 gemäß EY 9,9 Mrd. Euro, 43 Prozent weniger als 2021. Die Zahl der Start-up-Neugründungen ist im selben Zeitraum laut Bundesverband Deutsche Startups bundesweit von 3.196 auf 2.618 gesunken. Mit 14,5 Neugründungen pro 100.000 Einwohnern war München erstmalig vor Berlin (13,6) die gründungsstärkste Stadt.

Der Deal zeige, so Christ, dass es sich lohne, zu gründen, aber auch zu investieren. Nachholbedarf sieht er vor allem bei der Risikobereitschaft von Investoren. Als Bremse wirkten zudem die hohe Bürokratie, der schwierige Zugang zu Fördermitteln und eine zu geringe Berücksichtigung von Start-ups bei staatlichen Aufträgen.