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Finden und binden

Mit einer modernen Unternehmenskultur und interessanten Angeboten gewinnen Arbeitgeber vielversprechende Talente und schaffen es, Spitzenkräfte langfristig zu halten. Dabei helfen ausgesuchte Tools.
von Rudolf Kahlen Ausgabe 02/2019

Bei Personalgesprächen spielen die Ansprüche der Bewerber eine sehr große Rolle.
Bei Personalgesprächen spielen die Ansprüche der Bewerber eine sehr große Rolle. Foto: Getty Images/Westend61
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Warum Sie diesen Artikel lesen sollten

  • Ein modernes Arbeitsumfeld ist für junge Talente sehr wichtig.
  • Weiche Faktoren wie Unternehmenskultur sind bei der Wahl des Arbeitgebers sehr relevant.

Einem Soft­ware­ent­wick­ler hat die Ber­li­ner Vir­ti­mo AG eini­ges zu bie­ten: In der Stel­len­an­zei­ge ist von einem kol­le­gia­len Mit­ein­an­der zu lesen – „gepaart mit Fle­xi­bi­li­tät und Eigen­ver­ant­wor­tung“. Die „Ver­gü­tung samt Zuschüs­sen“ sei attrak­tiv. Dane­ben prangt eine Aus­zeich­nung, die das auf Ener­gie­un­ter­neh­men spe­zia­li­sier­te IT-Bera­tungs­haus deutsch­land­weit in sei­ner Bran­che als einen der bes­ten Arbeit­ge­ber des Jah­res 2018 aus­weist. Die so aus­ge­schrie­be­ne Stel­le fin­det sich auf der Home­page der Fir­ma, auf Job­por­ta­len wie Step­stone und der Such­ma­schi­ne Inde­ed. Vor­stand Chris­toph Fuchß sagt: „Die Rück­läu­fe sind gut.“

Die Talent­su­che ist ihm zufol­ge aller­dings dann qua­li­ta­tiv am bes­ten, wenn sei­ne „Mit­ar­bei­ter inter­es­sier­te Per­so­nen aus ihrem Umfeld emp­feh­len“. Denn dann sei­en im Vor­feld schon vie­le Fra­gen geklärt. Der Diplom­in­for­ma­ti­ker ergänzt: „Weil das für uns ein wich­ti­ges Stand­bein im Recrui­t­ing ist, loben wir dafür auch 5.000 Euro als Prä­mie aus.“ Die bekom­me der Mit­ar­bei­ter, wenn der von ihm Emp­foh­le­ne den Arbeits­ver­trag unter­schrie­ben und die Pro­be­zeit erfolg­reich absol­viert habe.

Zum geziel­ten Fin­den viel­ver­spre­chen­der Talen­te und zum dau­er­haf­ten Bin­den von Spit­zen­kräf­ten las­sen sich Ber­li­ner Betrie­be viel ein­fal­len. Dabei set­zen die Ver­ant­wort­li­chen zuse­hends auf neu­ar­ti­ge Tools und las­sen sich sehr durch­dacht auf die Wün­sche jun­ger Men­schen ein.

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Online-Anwen­dung redu­ziert Auf­wand

Auf eine aus­ge­klü­gel­te Mischung der mög­li­chen Kanä­le beim Rekru­tie­ren von Spit­zen­kräf­ten schwört auch Dirk Hues­mann. Der Vor­sit­zen­de des Vor­stands der wir­De­sign com­mu­ni­ca­ti­on AG mit Sitz in Ber­lin und Braun­schweig nennt eine wei­te­re Form, um auf sich als Arbeit­ge­ber auf­merk­sam zu machen: „Wir fin­den neue Mit­ar­bei­ter auch auf­grund der Bericht­erstat­tung über wir­De­sign, wenn es bei­spiels­wei­se um The­men wie Design und Mar­ken­füh­rung geht oder um eine moder­ne Unter­neh­mens­kul­tur.“

Weil das Bewer­bungs­ma­nage­ment sei­ner Erfah­rung nach recht auf­wen­dig ist, nutzt wir­De­sign für den Abstim­mungs­pro­zess eine Online-Anwen­dung, die den Auf­wand für die fach­li­chen Ansprech­part­ner erheb­lich senkt. Hues­mann rät bei der Wahl des pas­sen­den Pro­gramms, dar­auf zu schau­en, ob der Umgang mit den Anga­ben der Bewer­ber auch den Anfor­de­run­gen der Daten­schutz- Grund­ver­ord­nung genügt. Den Ide­al­fall beschreibt er so: „Die Ein­zel­hei­ten blei­ben im Sys­tem, kön­nen dort bewer­tet und nach der gesetz­ten Frist auch wie­der gelöscht wer­den – oder im bes­ten Fall vom Sta­tus Bewer­ber in den des Mit­ar­bei­ters wech­seln.“ Aus Sicht des Vor­stands­vor­sit­zen­den ist die­se Daten­hy­gie­ne „extrem wich­tig“.

Hues­manns Fir­ma wir­De­sign unter­nimmt viel, um die mehr als 64 Beschäf­tig­ten lang­fris­tig zu bin­den. Dazu zäh­len bei­spiels­wei­se fle­xi­ble Arbeits­zei­ten, die das jewei­li­ge Team auto­nom orga­ni­siert – inklu­si­ve der Home-Office-Tage. Wich­tig auch: Neben der monat­li­chen Ver­gü­tung schüt­tet das Unter­neh­men einen Teil des Gewinns zum Jah­res­en­de an jeden in der Beleg­schaft aus.

Arbeits­kli­ma immer im Blick behal­ten

Damit Spit­zen­kräf­te auf Dau­er dabei­blei­ben, ist aber noch mehr nötig. Es geht aus Arbeit­ge­ber­sicht auch dar­um, Stim­mun­gen unter den Beschäf­tig­ten mög­lichst früh mit­zu­be­kom­men – zum Bei­spiel auf­kom­men­de Unzu­frie­den­heit. Dann lässt sich ver­hin­dern, was Nora Heer, Geschäfts­füh­re­rin der Ber­li­ner LLS Inter­net GmbH, so beschreibt: „Wenn jemand inner­lich kün­digt, ist er eigent­lich schon als Leis­tungs­trä­ger ver­lo­ren und wahr­schein­lich auf dem Sprung hin zu einem ande­ren Arbeits­platz.“ Sie rät, Mit­ar­bei­tern eine Stim­me zu geben, die gehört wird. Solch ein Feed­back, kon­ti­nu­ier­lich geäu­ßert, lie­fert den Ver­ant­wort­li­chen wert­vol­le Daten für eine ange­mes­se­ne Reak­ti­on.

Die Unter­neh­me­rin weiß, wovon sie spricht, denn LLS Inter­net bie­tet mit „Loop Now“ eine Soft­ware-Lösung, die es Team­mit­glie­dern ermög­licht, online Ide­en, Ein­schät­zun­gen und Emp­feh­lun­gen abzu­ge­ben. Eine wei­te­re Anwen­dung, „Loo­pli­ne Sys­tems“, hilft dabei, Mit­ar­bei­ter­ge­sprä­che zu ver­bes­sern, wenn es bei­spiels­wei­se um die per­sön­li­che Leis­tung und mög­li­che Ent­wick­lungs­chan­cen in der Fir­ma geht.

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