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Belastungsfaktor Kriminalität

IHK-Kriminalitätsbarometer: Umfrage zeigt auch, dass die Unternehmen mehr für ihre Sicherheit tun müssen.
von Vanessa Grühser Ausgabe 10/2019

Vielfach sind Unternehmen von Kriminalität betroffen – bringen dies aber selten zur Anzeige
Vielfach sind Unternehmen von Kriminalität betroffen – bringen dies aber selten zur Anzeige. Foto: imago/Seeliger
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Warum Sie diesen Artikel lesen sollten

  • Zwei Drittel aller Betriebe waren 2018 von Kriminalität betroffen.
  • Straftaten werden noch zu selten zur Anzeige gebracht.

Zum sieb­ten Mal seit 2005 wur­den Unter­neh­men in Ber­lin und Bran­den­burg zum The­ma Sicher­heit und Kri­mi­na­li­tät befragt. Das The­ma hat nichts an Aktua­li­tät ver­lo­ren. Nach wie vor ist Kri­mi­na­li­tät ein stän­di­ges Pro­blem im unter­neh­me­ri­schen All­tag. Zu den direk­ten Fol­gen kri­mi­nel­ler Hand­lun­gen zählt in der Unter­neh­mer­schaft neben Schä­den und Auf­wand für die Scha­dens­be­sei­ti­gung sowie Unter­bre­chun­gen der betrieb­li­chen Abläu­fe auch die all­ge­mei­ne Ver­un­si­che­rung.

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Die aktu­el­le Dun­kel­feld­be­fra­gung belegt, dass zwei Drit­tel aller Betrie­be im Jahr 2018 von Kri­mi­na­li­tät betrof­fen waren. Dieb­stahl (34 Pro­zent), Van­da­lis­mus mit Sach­be­schä­di­gung (30,5 Pro­zent) und Hacker­an­grif­fe (28,4 Pro­zent) zäh­len dabei zu den häu­figs­ten Ver­bre­chen. Bei fast allen Delikt­ar­ten ist die Anzahl gleich­ge­blie­ben oder leicht gesun­ken. Ein­zig Hacker­an­grif­fe haben sich seit 2010 mehr als ver­dop­pelt. Die zuneh­men­den digi­ta­len Angrif­fe bele­gen die mit der Digi­ta­li­sie­rung ein­her­ge­hen­den neu­en Gefah­ren. Unter­neh­men sehen sich  durch schad­haf­te Spam-E-Mails, Iden­ti­täts­miss­brauch, Fake­shops, CEO-Fraud oder Waren- und Kre­dit­be­trug neu­en digi­ta­len Angriffs­for­men aus­ge­setzt. Aus Sicht der Angrei­fer gilt hier ganz klar „crime fol­lows busi­ness“.

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Cyber­kri­mi­na­li­tät wird dabei von 60 Pro­zent der Befrag­ten als bedroh­lich oder sogar sehr bedroh­lich für das Unter­neh­men ein­ge­schätzt. Gleich­zei­tig heißt es aber auch bei den eige­nen Sicher­heits­maß­nah­men: Haus­auf­ga­ben machen! Nur vier von zehn Unter­neh­men bewer­ten ihre eige­nen Maß­nah­men mit gut oder sehr gut. „Auf Unter­neh­mens­sei­te braucht es des­halb neben mehr Bewusst­sein für die Gefah­ren in der digi­ta­len Welt nicht nur eige­ne Schutz­maß­nah­men, son­dern auch ein beherz­te­res Anzei­ge­ver­hal­ten und eine ver­trau­ens­vol­le Zusam­men­ar­beit mit den Sicher­heits­be­hör­den“, so Chris­toph Irr­gang, stell­ver­tre­ten­der Haupt­ge­schäfts­füh­rer der IHK Ber­lin. 

Wird das Anzei­ge­ver­hal­ten der häu­figs­ten Delik­te  betrach­tet, so fällt auf, dass – bis auf Ein­bruch­dieb­stahl – weit weni­ger als 50 Pro­zent aller Straf­ta­ten ange­zeigt wer­den. Das bedeu­tet auch, dass das Dun­kel­feld immer noch sehr hoch ist und dass zahl­rei­che Straf­ta­ten an der Wahr­neh­mung von Poli­zei und Staat vor­bei­ge­hen. Tat­säch­lich sind Unter­neh­men für ihre Sicher­heit selbst ver­ant­wort­lich. Aber Staat und Ver­wal­tung müs­sen für die Kri­mi­na­li­täts­prä­ven­ti­on sor­gen. Das wie­der­um setzt ein kon­se­quen­tes Anzei­gen aller Straf­ta­ten vor­aus.

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