Das Magazin der IHK Berlin

Ser­vice

Mit Beratung zur Energieeffizienz

Ob es um Anlagen, Gebäude oder Betriebsabläufe geht: Für Unternehmen gibt es jede Menge Möglichkeiten, Energie einzusparen und dafür Zuschüsse zu erhalten. Die IHK Berlin bietet Unternehmen auf Wunsch gezielte Unterstützung zum Thema an und kooperiert dabei auch mit Hochschulen.
von Rudolf Kahlen Ausgabe 01/2019

Energie-Experte bei der Arbeit
Neutrale Beratung ist der sinnvolle erste Schritt zur effizienten Energieeinsparung. Foto: Getty Images/Westend61
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Warum Sie diesen Artikel lesen sollten

  • Durch die effizientere Nutzung von Energie können Unternehmen sparen.
  • Die Einsparmöglichkeiten sind meist vielfältig.
  • Wichtig ist es, sich richtig beraten zu lassen und Zuschüssen zu nutzen.

Wenn Fir­men­chef Micha­el Meh­nert die Zahl nennt, schwingt schon ein wenig Stolz in sei­ner Stim­me mit: „Wir haben den Ener­gie­be­darf unse­rer Anla­gen in den letz­ten Jah­ren um cir­ca 30 Pro­zent gesenkt – bei glei­cher oder höhe­rer Pro­duk­ti­ons­leis­tung.“ Für den geschäfts­füh­ren­den Gesell­schaf­ter der Bekum Maschi­nen­fa­bri­ken GmbH mit Zen­tra­le in Ber­lin und zwei Wer­ken in Öster­reich und den USA ist der effi­zi­en­te Umgang mit Ener­gie ein wich­ti­ges The­ma. „So haben wir bei­spiels­wei­se gro­ße Tei­le unse­rer Hal­len­be­leuch­tung auf LEDs umge­stellt oder in ener­gie­ef­fi­zi­en­te Kom­pres­sor- und Heiz­tech­nik inves­tiert“, erzählt der Wirt­schafts­in­ge­nieur.

Wir haben den Ener­gie­be­darf unse­rer Anla­gen in den letz­ten Jah­ren um cir­ca 30 Pro­zent gesenkt.
Micha­el Meh­nert, geschäfts­füh­ren­der Gesell­schaf­ter der Bekum Maschi­nen­fa­bri­ken GmbH

Ener­gie spa­ren und Kos­ten ver­rin­gern

Ob es um Maschi­nen, Büro­kom­ple­xe oder betrieb­li­che Abläu­fe geht: In vie­len Fäl­len lohnt es, mit­hil­fe staat­lich geför­der­ter Inves­ti­tio­nen nach­hal­tig Ener­gie zu spa­ren, um letzt­lich die Kos­ten nen­nens­wert zu ver­rin­gern. „Immer wie­der fra­gen Unter­neh­men hier­zu nach“, sagt Andre­as Pol­zer aus dem Bereich Außen­wirt­schaft und Recht der IHK Ber­lin. Dabei geht es anfangs meist um eine neu­tra­le Bera­tung zum Ist-Zustand im Betrieb, die unter bestimm­ten Umstän­den von der öffent­li­chen Hand unter­stützt wird (sie­he rechts). Im Anschluss gilt es, die nöti­gen Inves­ti­tio­nen für mehr Ener­gie­ef­fi­zi­enz zu stem­men – auch hier win­ken För­der­mit­tel.

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Erik Pfei­fer
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Andre­as Pol­zer
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Ein Bei­spiel ist das Ber­li­ner Pro­gramm für nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung, kurz „BENE“. Exper­te Pol­zer erläu­tert: „Da gibt es den Schwer­punkt eins, der Zuschüs­se bie­tet – wenn es etwa dar­um geht, den Betrieb mit ener­gie­ef­fi­zi­en­ter Beleuch­tung umzu­rüs­ten.“ Unab­hän­gig davon ist es Fir­men­ver­tre­tern auch mög­lich, sich in Sachen Ener­gie­ef­fi­zi­enz aus­zu­tau­schen – bei­spiels­wei­se im Rah­men des „Gesprächs­krei­ses der Ener­gie­be­auf­trag­ten“, der mehr­mals im Jahr statt­fin­det. In jedem Fall bie­tet die IHK Ber­lin auf Wunsch geziel­te Unter­stüt­zung.

Unvor­ein­ge­nom­me­ner Blick auf die Betriebs­ab­läu­fe

Das beginnt schon beim Pro­jekt der Ener­gie-Scouts und der Erkennt­nis: Oft­mals hilft ein unvor­ein­ge­nom­me­ner Blick auf die Betriebs­ab­läu­fe, Ener­gie­fres­ser zu erken­nen und Ver­bes­se­run­gen anzu­re­gen wie auch umzu­set­zen. Die­sen Job über­neh­men immer häu­fi­ger Aus­zu­bil­den­de in ihren Lehr­fir­men, die eigens dafür geschult wer­den. Erik Pfei­fer aus dem Bereich Wirt­schaft und Poli­tik der IHK Ber­lin, der die­se Initia­ti­ve mit betreut, erzählt von einem Bei­spiel: „Azu­bis eines Betriebs erkann­ten, dass vie­le im Team schon mit klei­nen Ver­hal­tens­än­de­run­gen den Ener­gie­ver­brauch erheb­lich sen­ken könn­ten.“ Sie erar­bei­te­ten eine Prä­sen­ta­ti­on und führ­ten die Mit­ar­bei­ter­schu­lun­gen durch. „Das fand ich schwer beein­dru­ckend“, sagt Pfei­fer.

Azu­bis eines Betriebs erkann­ten, dass vie­le im Team schon mit klei­nen Ver­hal­tens­än­de­run­gen den Ener­gie­ver­brauch erheb­lich sen­ken könn­ten.
Erik Pfei­fer

Stu­den­ti­sche Exper­ti­se von der TU Ber­lin

Dane­ben haben Unter­neh­men auch die Chan­ce, sich stu­den­ti­sche Exper­ti­se aufs Betriebs­ge­län­de zu holen. Das ist im Rah­men des Pra­xis­pro­jekts „Ener­gie und Res­sour­cen“ mög­lich, das die IHK Ber­lin gemein­sam mit Prof. Dr. Joa­chim Mül­ler-Kir­chen­bau­er von der Tech­ni­schen Uni­ver­si­tät Ber­lin (TU) ver­an­stal­tet. Fir­men kön­nen sich so für ein hal­bes Jahr jun­ge Ener­gie­be­ra­ter in den Betrieb holen. Den Vor­teil benennt Pfei­fer so: „Das sind jeweils fünf, sechs Stu­den­ten, die den neu­es­ten Stand der Wis­sen­schaft prä­sent haben und sich erfah­rungs­ge­mäß sehr rein­hän­gen.“  Vom Indus­trie­be­trieb übers Zement­werk bis zum Ein­kaufs­zen­trum haben ihm zufol­ge unter­schied­lichs­te Unter­neh­men die­sen Ser­vice schon genutzt.

Netz­wer­ke kön­nen kom­pe­tent wei­ter­hel­fen

Wer Inter­es­se an einem mode­rier­ten Erfah­rungs­aus­tausch hat, für den kön­nen Netz­wer­ke span­nend sein. Unter der Schirm­herr­schaft der IHK Ber­lin haben in den ver­gan­ge­nen Jah­ren schon eine gan­ze Rei­he von Fir­men – wie die Bekum Maschi­nen­fa­bri­ken GmbH – ihren Ener­gie­ver­brauch eben­so wie die betrieb­li­chen CO2-Emis­sio­nen gesenkt. Die­se Pro­jek­te lau­fen mit Hil­fe der IHK Ber­lin: Am Anfang steht für die teil­neh­men­den Fir­men­ver­tre­ter eine Ana­ly­se des Ist-Zustands, auf die ein Kata­log mög­li­cher Maß­nah­men folgt, die dann umge­setzt wer­den.

Das zeigt sich momen­tan beim „Ener­gie­ef­fi­zi­enz-Netz­werk Ber­lin plus“. Für IHK-Exper­te Pfei­fer ist das „ein Markt­platz der Ide­en“, an dem sich gern auch ein Unter­neh­men betei­li­gen kön­ne, das ver­gleichs­wei­se fort­ge­schrit­ten beim Pro­jekt Ener­gie­ef­fi­zi­enz ist. Und sein Kol­le­ge Pol­zer ergänzt für all jene, die sich dem­nächst stär­ker mit die­sem Kom­plex befas­sen möch­ten: „Wir wol­len das Netz­werk 2020 neu auf­le­gen.“

Das soll­ten Unter­neh­mer wis­sen

Für die Ermitt­lung von Ein­spar­po­ten­zia­len bei Betriebs­ge­bäu­den kön­nen klei­ne und mitt­le­re Unter­neh­men Zuschüs­se bekom­men.

  • Grund­sätz­li­ches: KMU kön­nen Ein­spar­po­ten­zia­le durch qua­li­fi­zier­te Bera­ter, die beim Bun­des­amt für Wirt­schaft und Aus­fuhr­kon­trol­le (BAFA) regis­triert sind, ermit­teln las­sen. Dafür gibt‘s Geld vom Staat.
  • Kon­di­tio­nen: Fir­men mit jähr­li­chen Ener­gie­kos­ten von mehr als 10.000 Euro erhal­ten 80 Pro­zent der för­der­fä­hi­gen Bera­tungs­kos­ten – maxi­mal 8.000 Euro. Für Betrie­be mit weni­ger Ener­gie­kos­ten sind es maxi­mal 800 Euro.
  • Bera­ter­su­che: Qua­li­fi­zier­te Bera­ter fin­den sich online über www.energie-effizienz-experten.de unter der Rubrik „Für Unter­neh­men und Kom­mu­nen“.
  • Pro­ce­de­re: Der För­der­an­trag für die Ener­gie­be­ra­tung Mit­tel­stand wird online gestellt: bit.ly/BAFA-Formular. Liegt der Zuwen­dungs­be­scheid vor, blei­ben fürs Ein­rei­chen der Unter­la­gen zum Ver­wen­dungs­nach­weis noch ein­mal drei Mona­te. Wich­tig: Erst wenn der Antrag beim BAFA vor­liegt, darf ein Bera­ter enga­giert wer­den.

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