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„Wir werden in Berlin ein Digital Hub“

Am 31. Oktober eröffnet der Airport BER. Berlins Flughafen-Chef Prof. Dr. Engelbert Lütke Daldrup beendet dann dreieinhalb Jahre nach Amtsantritt eine „Baukatastrophe“.
von Eli Hamacher Ausgabe 10/2020

Prof. Dr. Engelbert Lütke Daldrup ist Chef der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB)
Prof. Dr. Engelbert Lütke Daldrup ist Chef der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB). Foto: Amin Akhtar
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  • Planmäßig wird der BER am 31. Oktober ohne große Feier in Betrieb genommen.
  • Am Ziel, 2023/24 schwarze Zahlen zu schreiben, könne auch wegen Corona nicht festgehalten werden.

Zum Inter­view erscheint Prof. Dr. Engel­bert Lüt­ke Dal­drup pünkt­lich auf die Minu­te, lässt sich gedul­dig vom Foto­gra­fen vor Ryan­air- und Easy­jet-Maschi­nen in Sze­ne set­zen, um dann zu berich­ten, wie weit die Arbei­ten am BER Ende August gedie­hen sind, was den neu­en Air­port aus­zeich­net und war­um er sei­nen Geburts­tag gern anders gefei­ert hät­te. Seit März 2017 ist der 63-Jäh­ri­ge Vor­sit­zen­der der Geschäfts­füh­rung der Flug­ha­fen Ber­lin Bran­den­burg GmbH (FBB). Zuvor war er Staats­se­kre­tär und Flug­ha­fen­ko­or­di­na­tor in der Ber­li­ner Senats­ver­wal­tung. Auch nach Eröff­nung des BER wird der BER-Chef mit sei­nen Kol­le­gen am alten, sechs Kilo­me­ter ent­fern­ten Stand­ort am Flug­ha­fen Schö­ne­feld sit­zen, dann Ter­mi­nal 5. 

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Ber­li­ner Wirt­schaft: Herr Lüt­ke Dal­drup, im April haben Sie gesagt: „Die Inbe­trieb­nah­me des BER war noch nie so sicher.“ Was sagen Sie heu­te?  

Prof. Dr. Engel­bert Lüt­ke Dal­drup: Nach mensch­li­chem Ermes­sen kann jetzt nichts mehr schief­ge­hen. 

Von Hart­mut Meh­dorn, einem Ihrer Vor­gän­ger, stammt der Satz: „Der Flug­ha­fen wird immer fer­ti­ger und fer­ti­ger.“ Wie fer­tig ist der BER am 31. Okto­ber? 

Das Ter­mi­nal 1 ist seit April von den Behör­den frei­ge­ge­ben, seit Mai sind wir mit allen Pro­zess­part­nern im Test­pro­gramm, an dem bis Mit­te Okto­ber auch ins­ge­samt 9.000 Kom­par­sen betei­ligt sind. Ende August gab es die bis­lang größ­te Übung: Da haben wir gemein­sam mit der Deut­schen Bahn erfolg­reich die Eva­ku­ie­rung des Bahn­hofs unter dem Ter­mi­nal 1 und des Ter­mi­nals selbst mit 800 Kom­par­sen geprobt. Gro­ße Pro­ble­me gibt es nicht mehr. Beim Pro­be­be­trieb geht es vor allem dar­um, die gesam­ten Abläu­fe immer wie­der ein­zu­üben und klei­ne Feh­ler zu fin­den. So haben wir zum Bei­spiel wäh­rend der Test­läu­fe mit den Kom­par­sen gemerkt, dass die Weg­wei­sung im Ter­mi­nal nicht über­all opti­mal war. Da bes­sern wir jetzt gera­de nach. 

Wie muss man sich den Eröff­nungs­tag vor­stel­len? 

Am Nach­mit­tag des 31. Okto­ber wer­den ein Flug­zeug von Easy­jet und eines von Luft­han­sa den BER par­al­lel anflie­gen und zeit­gleich lan­den. Damit wird das Ter­mi­nal 1 eröff­net. Wir begrü­ßen natür­lich unse­re Gäs­te, die erst­mals am BER ankom­men. Aber eine Par­ty gibt es nicht. Für wei­te­re Details müs­sen Sie noch etwas Geduld auf­brin­gen. 

Der BER wird an Ihrem 64. Geburts­tag eröff­net, Zufall? 

Ich woll­te die­sen Ter­min nicht, weil ich wuss­te, dass ich stän­dig dar­auf ange­spro­chen wer­de. Die Kol­le­gen haben sich aber durch­ge­setzt, aus rein ope­ra­ti­ven Grün­den. An dem Wochen­en­de vor­her gehen die Herbst­fe­ri­en zu Ende, da gibt es noch zu viel Ver­kehr. Am 25. Okto­ber star­tet der Win­ter­flug­plan. Des­halb wur­de erst das fol­gen­de Wochen­en­de gewählt. Spä­ter ging es auch nicht, da mit dem nahen­den Win­ter dann mög­li­cher­wei­se Flug­zeu­ge ent­eist wer­den müss­ten.

Die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH eröffnet den BER in schweren Zeiten
Die Flug­ha­fen Ber­lin Bran­den­burg GmbH eröff­net den BER in schwe­ren Zei­ten: Aktu­ell wer­den nur 25.000 Pas­sa­gie­re durch­schnitt­lich pro Tag abge­fer­tigt. Im ver­gan­ge­nen Jahr waren es 100.000. Foto: Amin Akhtar

Wann wird der Umzug abge­schlos­sen sein? 

Wir zie­hen in drei Schrit­ten um. Es geht los am 31. Okto­ber mit Easy­jet und eini­gen ande­ren Air­lines, die erst­mals am 1. Novem­ber ab sechs Uhr vom BER star­ten. Die zwei­te Umzugs­wel­le mit wei­te­ren Air­lines wird es am 3. Novem­ber geben, am 4. Novem­ber geht ja die Süd­bahn in Betrieb. Am 7. Novem­ber zieht die Luft­han­sa-Grup­pe um. Am 8. Novem­ber star­tet dann zum Abschied noch eine Maschi­ne in Tegel, damit ist der regu­lä­re Flug­ver­kehr dort been­det. Wir wer­den auch Dan­ke sagen und mög­lichst vie­len Ber­li­nern die Chan­ce geben, sich vom Flug­ha­fen Tegel gebüh­rend zu ver­ab­schie­den. Dabei müs­sen wir natür­lich auch beach­ten, was unter Coro­na-Bedin­gun­gen mög­lich ist. 

Was zeich­net Euro­pas moderns­ten Flug­ha­fen aus, den die FAZ jüngst als „per­fekt kon­stru­ier­te Maschi­ne“ beschrieb, was Sie bei der häu­fi­gen Kri­tik ja gefreut haben dürf­te? 

Wir wer­ben nicht damit, der „moderns­te Flug­ha­fen Euro­pas“ zu sein. Wir haben aber eine sehr leis­tungs­fä­hi­ge Infra­struk­tur, die in vie­len Punk­ten moderns­te Tech­nik auf­weist, etwa die Infor­ma­ti­ons- und Pas­sa­gier­steue­rungs­sys­te­me sowie die Sicher­heits­tech­nik. Der BER ver­fügt über eine hoch­ef­fi­zi­en­te Brand­schutz­an­la­ge und eine Gepäck­sor­tier­an­la­ge, die 10.000 Gepäck­stü­cke in einer Stun­de bewäl­tigt. Es gibt einen Bahn­hof direkt unter dem Ter­mi­nal, von dem aus unse­re Pas­sa­gie­re auf direk­tem Weg in den Ankunfts- und Abflug­be­reich gelan­gen. Das gibt es an kei­nem ande­ren deut­schen Flug­ha­fen.

Wir wer­den noch eini­ge Jah­re brau­chen, um die Coro­­na-Kri­­se zu über­win­den.
Engel­bert Lüt­ke Dal­drup

Nach­hol­be­darf hat Ber­lin bei Lang­stre­cken­an­bin­dun­gen. Laut Umfra­ge der Initia­ti­ve für mehr direk­te Lang­stre­cken­ver­bin­dun­gen sind fast drei Vier­tel der befrag­ten Fir­men aus Ber­lin-Bran­den­burg mit dem außer­eu­ro­päi­schen Geschäfts­rei­se-­Flug­an­ge­bot ab Ber­lin unzu­frie­den oder über­haupt nicht zufrie­den. Auf wel­che Ände­run­gen kön­nen sich Ihre Flug­gäs­te ein­stel­len?  

Vor der Coro­na-Kri­se gab es Lang­stre­cken­ver­bin­dun­gen nach Peking, Sin­ga­pur, Ula­an­baa­tar, New York, Phil­adel­phia und Toron­to. Mit­tel­fris­tig wird es die­se Ver­bin­dun­gen wie­der geben – und wei­te­re dazu. Dar­an arbei­ten wir. Ber­lin ist schon jetzt das wich­tigs­te deut­sche Ziel für Flug­rei­sen­de, und es kann nicht sein, dass 80 Pro­zent unse­rer Kun­den, die eine Lang­stre­cke buchen wol­len, Umwe­ge über Frank­furt, Mün­chen und ande­re Stand­or­te neh­men müs­sen. 

Coro­na macht das schwie­rig … 

Aktu­ell sind die Inter­kon­ti­nen­tal­ver­bin­dun­gen welt­weit fast völ­lig zum Erlie­gen gekom­men. Nach dem Ende der Pan­de­mie wer­den wir aber in Ber­lin das inter­kon­ti­nen­ta­le Ange­bot aus­bau­en kön­nen, da bin ich mir sicher. Fern­ost und Nord­ame­ri­ka sind auf jeden Fall Zie­le, die wir ent­wi­ckeln kön­nen.

Nach Stationen in Dortmund und Frankfurt kam der Raumplaner 1985 als wissenschaftlicher Mitarbeiter der TU Berlin an die Spree
Nach Sta­tio­nen in Dort­mund und Frank­furt kam der Raum­pla­ner 1985 als wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter der TU Ber­lin an die Spree. Foto: Amin Akhtar

 Wel­che Rol­le spielt die Digi­ta­li­sie­rung? 

Wir wer­den in Ber­lin ein Digi­tal Hub, den wir unter dem Brand „VIA BER“ ver­mark­ten. Wir wol­len Umstei­ge­flü­ge anbie­ten und ankom­men­de Air­lines mit ande­ren Air­lines ver­net­zen. Ein Pas­sa­gier fliegt zum Bei­spiel mit Easy­jet nach Ber­lin und dann mit Del­ta Air Lines wei­ter in die Ver­ei­nig­ten Staa­ten. Wir als Flug­ha­fen bie­ten dafür eine Platt­form an und küm­mern uns zusätz­lich um das Gepäck der Umstei­ge­gäs­te. Das ist eine Chan­ce für alle, die die Digi­ta­li­sie­rung der Buchungs­sys­te­me oder der Kun­den­be­zie­hun­gen nut­zen wol­len. Und das bedeu­tet ech­te Kon­kur­renz zu den gro­ßen Car­ri­ern und wird auch den Lang­stre­cken­markt ein Stück ver­än­dern. Viel­leicht wird Coro­na die­sen Pro­zess sogar beschleu­ni­gen. 

Es könn­te einen gegen­läu­fi­gen Effekt geben. Genau wie in der Finanz­kri­se wird jetzt das Hohe­lied auf vir­tu­el­le Kon­fe­ren­zen statt Geschäfts­rei­sen gesun­gen. Erwar­ten Sie, dass der Geschäfts­rei­se­ver­kehr dau­er­haft sinkt? 

Die Luft­ver­kehrs­nach­fra­ge wird sich ver­än­dern. Wir beob­ach­ten schon seit Jah­ren, dass der Anteil der Geschäfts­rei­sen am Gesamt­auf­kom­men abnimmt. Der Pri­vat­rei­se­ver­kehr war zuletzt der Wachs­tums­markt. Selbst Luft­han­sa, die sehr stark auf Busi­ness­kun­den fixiert war, hat sich mitt­ler­wei­le umge­stellt. Hin­zu kommt die Debat­te über Kli­ma­schutz­zie­le und damit eine ande­re Sen­si­bi­li­tät. Gro­ße Unter­neh­men haben ihre Rei­se­po­li­tik ver­än­dert und ver­la­gern kür­ze­re Stre­cken auf die Bahn. Da ist jetzt auch die Bahn gefor­dert, den BER künf­tig mit ICE-Ver­bin­dun­gen aus­zu­stat­ten. Mit einem ICE-Zubrin­ger lie­ßen sich zudem mehr Flug­ver­bin­dun­gen auf der Lang­stre­cke gewin­nen.

Wir haben eine sehr leis­tungs­fä­hi­ge Infra­struk­tur, die in vie­len Punk­ten moderns­te Tech­nik auf­weist.
Engel­bert Lüt­ke Dal­drup

 Und der pri­va­te Rei­se­ver­kehr? 

… wird wei­ter wach­sen. Das ist für Ber­lin als Stand­ort sehr posi­tiv, weil wir immer eine star­ke Desti­na­ti­on für Pri­vat­rei­sen waren. Jeder vier­te Rei­sen­de, der nach Deutsch­land kommt, will in die Haupt­stadt­re­gi­on. Ber­lin hat heu­te bei den Flü­gen einen Markt­an­teil von 14 Pro­zent in Deutsch­land. Da ist noch wei­te­res Poten­zi­al. Wir wer­den aller­dings noch eini­ge Jah­re brau­chen, um die Coro­na-Kri­se zu über­win­den. 

Was bedeu­tet das in Zah­len für die Pas­sa­gier­pro­gno­sen? Im ver­gan­ge­nen Jahr wur­den in Tegel und Schö­ne­feld 35,6 Mil­lio­nen Flug­gäs­te gezählt? 

Aktu­ell fer­ti­gen wir im Schnitt rund 25.000 Pas­sa­gie­re täg­lich ab, im Vor­jahr waren es 100.000.  Für das Jahr 2020 erwar­ten wir ins­ge­samt gut zehn Mil­lio­nen Pas­sa­gie­re. Das ist ein gra­vie­ren­der Ein­bruch. Aber wir ste­hen damit noch bes­ser da als die meis­ten ande­ren Flug­hä­fen, denen die Inter­kon­ti­nen­tal­ver­bin­dun­gen feh­len. Im Juli waren wir nach Frank­furt die Num­mer zwei unter den Flug­hä­fen in Deutsch­land, wir hat­ten mehr Ver­kehr als Mün­chen, der zweit­größ­te deut­sche Air­port.

Airport-Modell im Büro
Air­port-Modell im Büro. Foto: Amin Akhtar

Wie wirkt sich die Pan­de­mie auf die Wirt­schafts­pla­nun­gen der FBB aus? Ihre Umsatz­er­lö­se lagen  2019 bei 416,1 Mil­lio­nen Euro, das Gros davon ent­fiel mit rund 75 Pro­zent auf den Flug­be­trieb. Der Kon­zern­jah­res­fehl­be­trag lag bei 95,8 Mil­lio­nen Euro. 

Seit Jah­ren hat die FBB ein posi­ti­ves Ebit­da. In der Kri­se ist das natür­lich anders. Wir arbei­ten zur­zeit am Wirt­schafts­plan für 2021, der Ende 2020 von den Auf­sichts­gre­mi­en beschlos­sen wird. 

Ende Juli haben Sie bei den Eigen­tü­mern, dem Bund und den Län­dern Ber­lin und Bran­den­burg, auf wei­te­re finan­zi­el­le Unter­stüt­zung für den BER gepocht. Ohne die­se wür­de der BER die Kri­se nicht über­ste­hen. Am Ziel, 2023/24 schwar­ze Zah­len zu schrei­ben, kön­ne nicht fest­ge­hal­ten wer­den. 

Wir haben eine Zusa­ge der Eigen­tü­mer, uns im Jahr 2020 mit bis zu 300 Mil­lio­nen Euro zu unter­stüt­zen. Wir wer­den die­se Sum­me nicht ganz benö­ti­gen, weil wir selbst vie­le Maß­nah­men getrof­fen haben und in die­sem Jahr rund 50 Mil­lio­nen Euro ein­spa­ren. Aber in der größ­ten Kri­se der Luft­ver­kehrs­wirt­schaft seit dem Zwei­ten Welt­krieg wer­den alle Flug­hä­fen und Air­lines noch eini­ge Zeit Hil­fen benö­ti­gen. 

Was bedeu­tet die Finanz­klem­me für die Stel­len? Im Jahr 2019 hat die FBB 2.196 Mit­ar­bei­ter beschäf­tigt. Im Juli hat­ten Sie einen Abbau von 400 Stel­len ange­kün­digt. 

Wir haben der­zeit einen Ein­stel­lungs­stopp und wer­den in den nächs­ten Jah­ren 400 Stel­len abbau­en, aller­dings nicht durch betriebs­be­ding­te Kün­di­gun­gen. Bereits Ende des Jah­res wer­den wir 120 Mit­ar­bei­ter weni­ger beschäf­ti­gen, als im Wirt­schafts­plan vor­ge­se­hen war. Für die Hälf­te der Beleg­schaft haben wir Kurz­ar­beit bean­tragt. Das wur­de vor­über­ge­hend auf­ge­ho­ben, weil wir im Sep­tem­ber, Okto­ber und Novem­ber alle Beschäf­tig­ten brau­chen, um den neu­en Flug­ha­fen ans Netz zu brin­gen. Nach der Inbe­trieb­nah­me greift ein Effi­zi­enz­pro­gramm, sodass wir mit sozi­al­ver­träg­li­chen Mit­teln wei­te­re Stel­len abbau­en bezie­hungs­wei­se Stel­len nach natür­li­cher Fluk­tua­ti­on nicht mehr neu beset­zen.

Ryanair und Easyjet werden künftig vom BER aus fliegen
Ryan­air und Easy­jet wer­den künf­tig vom BER aus flie­gen. Die ers­ten Maschi­nen der Air­lines lan­den am 31. Okto­ber. Foto: Amin Akhtar

Neben Start- und Lan­de­ge­büh­ren ist die Ver­mie­tung von Ein­zel­han­dels- und Gas­tro­no­mie­flä­chen eine wich­ti­ge Ein­nah­me­quel­le für Flug­hä­fen. Wie viel Flä­che steht zur Ver­fü­gung, wie viel ist ver­mie­tet, und wer sind Anker­mie­ter? 

Unser Ange­bot kann sich mit euro­päi­schen Wett­be­wer­bern mes­sen: Im Ter­mi­nal 1 wird es auf 20.000 Qua­drat­me­tern Flä­che ein brei­tes Ange­bot mit mehr als 100 Geschäf­ten, Gas­tro­no­mie- und Ser­vice­ein­rich­tun­gen geben. Dazu kom­men vier Loun­ges, von denen wir drei betrei­ben, eine betreibt die Luft­han­sa. Fast alle Flä­chen sind ver­mie­tet. Anker­mie­ter sind zum Bei­spiel Gebr. Hei­ne­mann mit vier klas­si­schen Duty-Free-Shops und zwei gro­ßen Shops für Fashion und Acces­soires. Wei­ter­hin fin­den Sie neben bekann­ten Mar­ken auch regio­na­le Ange­bo­te. Mehr als 50 Pro­zent der Gas­tro­no­mie-Flä­chen beinhal­ten Kon­zep­te aus Ber­lin und Bran­den­burg, zum Bei­spiel mit Mar­ken aus dem Spree­wald oder Restau­rants wie die Stän­di­ge Ver­tre­tung (StäV) und das Bor­chardt. 

Easy­jet-Deutsch­land­chef Ste­phan Erler hofft auf rei­bungs­lo­se­re Abläu­fe bei Gepäck­ab­fer­ti­gung und Sicher­heits­kon­trol­len durch die Bundes­polizei. Sind sei­ne Hoff­nun­gen berech­tigt? 

Ja. Aller­dings ist für das Gepäck jede Air­line selbst ver­ant­wort­lich, weil sie ihren Gepäck­dienst­leis­ter aus­wählt und ent­spre­chend beauf­tragt. Moder­ne Tech­nik im BER wird aber die Abläu­fe erheb­lich beschleu­ni­gen, etwa bei den Sicher­heits­kon­trol­len. So kön­nen Pas­sa­gie­re an ein­zel­nen Kon­troll­spu­ren ihr Hand­ge­päck neben­ein­an­der und nicht mehr nach­ein­an­der auf­le­gen, sodass nie­mand mehr war­ten muss, bis der Vor­gän­ger fer­tig ist. So ver­dop­peln wir die Kapa­zi­tä­ten zum Bei­spiel im Ter­mi­nal 2. 

Sie sind seit 2017 Flug­ha­fen­chef. All­zu viel Lob gab es in die­ser Zeit nicht. 

Es war sehr müh­sam, aber auch sehr for­dernd, die­se Bau­ka­ta­stro­phe in Ord­nung zu brin­gen. Nicht jeder Pres­se­be­richt hat mich gefreut, nicht jedes Miss­trau­en fand ich berech­tigt. Das hat mich aber wenig beein­träch­tigt, weil ich wuss­te: Wir krie­gen das hin!  

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