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Schwer­punkt

Vielfalt vermitteln

Die duale Ausbildung ermöglicht Jugendlichen den optimalen Berufseinstieg. Rechtzeitige Orientierung ist entscheidend. Unterstützt von der IHK Berlin, bringen Schulen, Unternehmen und Netzwerke die Fachkräfte von morgen an den Start.
von Jens Bartels Ausgabe 09/2019

Ausbildungsberufe gibt es viele, oft müssen potenzielle Bewerber die Angebote erst kennenlernen.
Ausbildungsberufe gibt es viele, oft müssen potenzielle Bewerber die Angebote erst kennenlernen. Foto: Marcus Langer
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Warum Sie diesen Artikel lesen sollten

  • Der Fachkräftemangel erfordert zielgerichtete Vermittlungsmaßnahmen.
  • Nicht nur Neu-Azubis sind wichtig, auch der erfolgreiche Abschluss der Ausbildung zählt.

Aus­zu­bil­den­de gesucht! Wer im Som­mer durch die Haupt­stadt lief, konn­te die­sen Auf­ruf an ganz unter­schied­li­chen Orten ent­de­cken: Im Super­markt stell­ten sich Aus­bil­dungs­be­trie­be über der Kas­se auf gro­ßen Bild­schir­men vor, eine Viel­zahl von Fir­men­fahr­zeu­gen tru­gen die Bot­schaft auf allen Wegen durch die Stadt, und in den sozia­len Medi­en kon­kur­rier­ten Kam­pa­gnen um die gewünsch­te Auf­merk­sam­keit. Fest steht: Immer mehr Betrie­be hal­ten mit gro­ßem Auf­wand nach künf­ti­gen Talen­ten Aus­schau. Dies über­rascht nicht wirk­lich ange­sichts eines wach­sen­den Fach­kräf­te­be­darfs und vie­ler unbe­setz­ter Aus­bil­dungs­stel­len.

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Die Zah­len sind alar­mie­rend. Vor dem Start des neu­en Aus­bil­dungs­jah­res lag die Anzahl unbe­setz­ter Aus­bil­dungs­plät­ze nur knapp unter dem Nega­tiv­re­kord des Vor­jah­res. So bot die Ber­li­ner Wirt­schaft zum 1. August 2019 genau 15.384 Aus­bil­dungs­plät­ze an, 284 mehr als im Vor­jahr. Ins­ge­samt waren 6.879 unbe­setzt. Freie Aus­bil­dungs­plät­ze fan­den sich an die­sem Stich­tag noch in den meis­ten Bran­chen und für nahe­zu alle Berufs­bil­der, die meis­ten davon im Ein­zel­han­del. Ins­be­son­de­re klei­ne und mitt­le­re Unter­neh­men fin­den oft kei­nen Nach­wuchs – damit feh­len die Fach­kräf­te von mor­gen. So bleibt die Fach­kräf­te­si­che­rung eines der gro­ßen The­men der Ber­li­ner Wirt­schaft.

Was Unter­neh­men tun kön­nen, um einen aus­rei­chen­den Per­so­nal­stamm zu haben, zeigt seit vie­len Jah­ren die Frisch & Faust Tief­bau GmbH. Das Bau­un­ter­neh­men aus Pan­kow erstellt unter ande­rem Trink­was­ser­lei­tun­gen und Abwas­ser­ka­nä­le, es ist damit ein wich­ti­ger Part­ner für öffent­li­che Auf­trag­ge­ber. „Dafür benö­ti­gen wir lang­fris­tig kom­pe­ten­te Mit­ar­bei­ter“, sagt Die­ter Mie­ßen, kauf­män­ni­scher Lei­ter bei Frisch & Faust. Des­we­gen setzt das Unter­neh­men auf eine sehr hohe Aus­bil­dungs­quo­te von 20 Pro­zent.

Jeder fünf­te Mit­ar­bei­ter ist also ein Aus­zu­bil­den­der, in acht Beru­fen – von der Bau­stel­le über die Werk­statt bis zum Büro – wird aus­ge­bil­det. „Für die­se Quo­te unter­neh­men wir im Azu­bi-Mar­ke­ting enor­me Anstren­gun­gen“, erläu­tert Mie­ßen. „Wir besu­chen regel­mä­ßig Aus­bil­dungs­mes­sen, arbei­ten eng mit unse­ren Koope­ra­ti­ons­schu­len zusam­men, pfle­gen eine inten­si­ve Zusam­men­ar­beit mit den Kam­mern sowie der Arbeits­agen­tur und sind unter ande­rem im Ber­li­ner Netz­werk für Aus­bil­dung aktiv.“ Dar­über hin­aus füh­ren Fach­kräf­te des Unter­neh­mens bei dem jähr­li­chen Bau­stel­len­tag zahl­rei­che Besu­cher über eine der Bau­stel­len, und Aus­zu­bil­den­de erklä­ren den Besu­chern das Bau­ge­sche­hen und die Aus­bil­dungs­be­ru­fe. Mit all die­sen Maß­nah­men sichert das Unter­neh­men sei­nen eige­nen Bedarf für qua­li­fi­zier­ten Nach­wuchs und punk­tet im Bran­chen­ver­gleich mit einem ver­gleichs­wei­se jun­gen Team.

IHK-Pro­jekt Pass­ge­naue Beset­zung

Ande­re Betrie­be haben mehr Schwie­rig­kei­ten, ihr Ange­bot an offe­nen Aus­bil­dungs­plät­zen und die Nach­fra­ge von Jugend­li­chen zusam­men­zu­brin­gen. Eine der größ­ten Her­aus­for­de­run­gen in die­sem Zusam­men­hang ist die Pas­sung. Des­we­gen unter­stützt etwa die IHK Ber­lin mit dem Pro­jekt „Pass­ge­naue Beset­zung“ Unter­neh­men und aus­bil­dungs­platz­su­chen­de Jugend­li­che durch ziel­ge­naue per­sön­li­che Bera­tung und Ver­mitt­lung. Wer dort nicht fün­dig wird, kann auch noch nach dem Start des Aus­bil­dungs­jah­res im Rah­men der „Last­Mi­nu­te­Bör­se“ am 11. und 12. Sep­tem­ber in der Are­na in Trep­tow direkt mit jun­gen Men­schen ins Gespräch kom­men – und mög­li­cher­wei­se einen Aus­bil­dungs­ver­trag für das gera­de begon­ne­ne Aus­bil­dungs­jahr abschlie­ßen.

Daniel Krämer von MIB·ABS Schädlingsbekämpfung
Dani­el Krä­mer von MIB·ABS Schäd­lings­be­kämp­fung.

Aber war­um erst so spät mit der Suche nach Aus­zu­bil­den­den begin­nen? Grund­sätz­lich stei­gen die Chan­cen auf qua­li­fi­zier­tes Per­so­nal erheb­lich, wenn Unter­neh­men früh­zei­tig mit der Fach­kräf­te­si­che­rung begin­nen und bereits im Rah­men der Berufs­ori­en­tie­rung mit jun­gen Men­schen in Kon­takt tre­ten. Gera­de eine enge Zusam­men­ar­beit von Wirt­schaft und Schu­len spielt in die­sem Zusam­men­hang eine ent­schei­den­de Rol­le. Auch hier hilft die IHK Ber­lin wei­ter. Sie för­dert und ver­mit­telt bei­spiels­wei­se seit Jah­ren eine Zusam­men­ar­beit im Rah­men des For­ma­tes „Part­ner­schaft Schu­le-Betrieb“.

Neben den bila­te­ra­len Part­ner­schaf­ten sieht die IHK Ber­lin Netz­wer­ke als viel­ver­spre­chen­den, aber oft noch zu wenig genutz­ten Erfolgs­fak­tor, um die The­men Berufs­ori­en­tie­rung und Aus­bil­dung vor Ort in den Fokus zu rücken. „Netz­wer­ke bie­ten eine Viel­zahl guter Mög­lich­kei­ten für eine inten­si­ve und part­ner­schaft­li­che Zusam­men­ar­beit“, erklärt dazu Mei­ke Al-Habash. Für die Bereichs­lei­te­rin bei der Aus­bil­dungs­be­ra­tung der IHK Ber­lin steht fest: „Sie sind eine Win-win- Situa­ti­on für alle Betei­lig­ten.“

Ein gutes Bei­spiel dafür ist der Wirt­schafts­kreis Ber­lin-Pan­kow, auch die Frisch & Faust Tief­bau GmbH ist dort Mit­glied. Unter dem Vor­sitz von Chris­ti­ne Beck-Lim­berg bün­delt der Zusam­men­schluss die Inter­es­sen der Unter­neh­men im Bezirk und führt Akteu­re aus Poli­tik und Wirt­schaft zusam­men. Das Wirt­schafts­netz­werk zeigt, was sich mit ver­sier­tem Enga­ge­ment und freund­schaft­li­chem Mit­ein­an­der bewir­ken lässt. „Unse­re Haupt­zie­le bestehen dar­in, die Wirt­schaft und das Unter­neh­mer­tum im Bezirk Pan­kow viel­fäl­tig zu unter­stüt­zen, die Wahr­neh­mung für Wirt­schaft in der Öffent­lich­keit zu ver­bes­sern und die Zusam­men­ar­beit von Wirt­schaft, Poli­tik und Ver­wal­tung zu inten­si­vie­ren“, sagt Beck-Lim­berg. „Unse­ren Mit­glieds­un­ter­neh­men bie­ten wir eine Platt­form mit vie­len Mög­lich­kei­ten, sich aus­zu­tau­schen, von­ein­an­der zu ler­nen und sich zum geschäft­li­chen Vor­teil zu ver­net­zen.“

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Dazu zäh­len regel­mä­ßi­ge Tref­fen, Unter­neh­mens­be­sich­ti­gun­gen, Fach­vor­trä­ge, Gesprä­che mit Exper­ten zu rele­van­ten Fra­ge­stel­lun­gen oder der Tag der offe­nen Tür, bei dem Men­schen die Nähe zu den ver­an­stal­ten­den Unter­neh­men auf­bau­en kön­nen. Gro­ße Unter­stüt­zung bie­tet der Wirt­schafts­kreis auch bei den The­men Berufs­ori­en­tie­rung und Aus­bil­dung. Wir­kungs­vol­le Pro­jek­te an der Schnitt­stel­le von Schu­le und Wirt­schaft ermög­li­chen direk­ten Zugang zu künf­ti­gen Mit­ar­bei­tern.

Enger Part­ner des Wirt­schafts­krei­ses ist in die­sem Feld die Heinz-Brandt-Schu­le. Zu den gemein­sa­men Ange­bo­ten gehö­ren das Wirt­schafts­prak­ti­kum für Lehr­kräf­te, die gemein­sa­me Gestal­tung des Wirt­schafts­un­ter­richts und ein beson­de­res Schü­lersti­pen­di­um. Jedes Jahr orga­ni­siert der Wirt­schafts­kreis wäh­rend der Zeit des Schü­ler­prak­ti­kums ein betrieb­li­ches Prak­ti­kum bei unter­schied­li­chen Mit­glieds­un­ter­neh­men für die Päd­ago­gen der Heinz-Brandt-Schu­le. Ins­ge­samt besu­chen sechs Lehr­kräf­te eine gan­ze Woche lang ver­schie­de­ne Betrie­be mit dem Ziel, Unter­neh­mer- und Unter­neh­mens­all­tag bes­ser zu ver­ste­hen. „Auf­grund der sehr linea­ren Aus­bil­dung haben Leh­re­rin­nen und Leh­rer im All­ge­mei­nen wenig Erfah­rung in Bezug auf die rea­len Bedin­gun­gen einer dua­len Aus­bil­dung“, erläu­tert Miri­am Pech. „Sie sind aber bei der Berufs­ori­en­tie­rung und Berufs­wahl­ent­schei­dung neben den Eltern und der peer group die wich­tigs­ten Bera­te­rin­nen und Ansprech­part­ner“, sagt die Schul­lei­te­rin der Heinz-Brandt-Schu­le und ergänzt: „Im Wirt­schafts­prak­ti­kum kön­nen sie dann selbst zu die­sen wich­ti­gen The­men Erfah­run­gen und Erkennt­nis­se sam­meln, etwa zu neu­en Berufs­fel­dern, not­wen­di­gen Fähig­kei­ten eines Beru­fes oder zum Bewer­bungs­ver­fah­ren.“ Dank die­ses in den Unter­neh­men erwor­be­nen Wis­sens fällt es anschlie­ßend leich­ter, die Berufs­ori­en­tie­rung im Unter­richt pra­xis­nah und anhand  kon­kre­ter Bei­spie­le aus­zu­rich­ten.

Dieter Mießen ist kaufmännischer Leiter der Frisch & Faust Tiefbau GmbH
Die­ter Mie­ßen ist kauf­män­ni­scher Lei­ter der Frisch & Faust Tief­bau GmbH.

Auch die gemein­sa­me Gestal­tung des Wirt­schafts­un­ter­richts ist für alle Betei­lig­ten ein Gewinn. Unter­neh­men des Wirt­schafts­krei­ses prä­sen­tie­ren im Rah­men die­ses Ange­bo­tes in den neun­ten Klas­sen der Heinz-Brandt-Schu­le regel­mä­ßig ihren Betrieb, die ver­schie­de­nen Geschäfts­be­rei­che sowie Aus- und Wei­ter­bil­dungs­mög­lich­kei­ten. Zu Besuch kom­men Ver­tre­ter ganz unter­schied­li­cher Bran­chen vom Anwalt über den Geschäfts­füh­rer eines Inkas­so­un­ter­neh­mens bis zum Schäd­lings­be­kämp­fer.

Jugend­li­che brau­chen per­sön­li­che Kon­tak­te

„Gera­de der per­sön­li­che Kon­takt zu den Unter­neh­mern baut Hemm­schwel­len ab und lässt das gegen­sei­ti­ge Ver­trau­en wach­sen“, freut sich Rein­hard Gars­ke vom Wirt­schafts­kreis Pan­kow. Nach Über­zeu­gung des Netz­wer­kers müs­sen Ange­bo­te und Pro­gram­me im Rah­men der Berufs­ori­en­tie­rung stets in den Fokus rücken, was jun­ge Men­schen bei einer Aus­bil­dung ler­nen oder wel­che Fähig­kei­ten und Kom­pe­ten­zen sie dafür mit­brin­gen müs­sen. Die­se für Gars­ke wich­ti­gen Qua­li­täts­kri­te­ri­en sind bei die­sem Ange­bot ein­deu­tig erfüllt. Nach dem Besuch der Unter­neh­mer kön­nen sich die Jugend­li­chen oft­mals das Berufs­bild viel bes­ser vor­stel­len.

Ein wei­te­rer Mehr­wert: Immer wie­der machen Schü­ler bei den vor­tra­gen­den Unter­neh­mern ein Prak­ti­kum oder gehen anschlie­ßend dort in die Aus­bil­dung. „Dadurch ver­mei­de ich Situa­tio­nen, auf die ich sonst bei der Suche nach pas­sen­den Aus­zu­bil­den­den immer wie­der sto­ße“, ergänzt Dani­el Krä­mer, Chef der MIB·ABS Schäd­lings­be­kämp­fung. „Dazu gehö­ren fal­sche Vor­stel­lun­gen vom Beruf, zu wenig Inter­es­se an den Lern­in­hal­ten oder sehr wenig Moti­va­ti­on“, erzählt der selbst­stän­di­ge Schäd­lings­be­kämp­fer.

Dani­el Krä­mer ist auch einer der ehren­amt­li­chen Juro­ren beim Schü­lersti­pen­di­um, dem drit­ten gemein­sa­men Pro­jekt des Wirt­schafts­krei­ses und der Heinz-Brandt-Schu­le. Die­ses Sti­pen­di­um wird seit 2011 jähr­lich ver­ge­ben und hat eini­ge Beson­der­hei­ten zu bie­ten. Anders als üblich sind für die Aus­wahl der Sti­pen­dia­ten nicht die Noten ent­schei­dend. Denn mit dem Sti­pen­di­um wer­den Jugend­li­che der Klas­sen 7 bis 10 der Heinz-Brandt-Schu­le hono­riert, die über das Nor­mal­maß hin­aus schu­li­sche oder gesell­schaft­li­che Ver­ant­wor­tung über­neh­men und damit Eigen­schaf­ten an den Tag legen, auf die Unter­neh­mer Wert legen: Team­geist, Eigen­in­itia­ti­ve, Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein, Leis­tungs­be­reit­schaft und Fleiß.

Ronny Unganz ist Geschäftsführender Direktor der Staatsoper Unter den Linden
Ron­ny Unganz ist Geschäfts­füh­ren­der Direk­tor der Staats­oper Unter den Lin­den.

Auch das Aus­wahl­ver­fah­ren unter­schei­det sich von ande­ren Ange­bo­ten. Nomi­niert wer­den dabei von den Mit­schü­lern zunächst 32 Jugend­li­che, zwei aus jeder Klas­se. Sie müs­sen anschlie­ßend am Aus­wahl­tag in einer Art Mini-Assess­ment-Cen­ter wie in einem rich­ti­gen Bewer­bungs­ver­fah­ren einen Auf­ga­ben­par­cours meis­tern und Inter­views mit Mit­glie­dern des Wirt­schafts­krei­ses füh­ren. Dabei kön­nen die Jugend­li­chen ihre sozia­len Kom­pe­ten­zen prä­sen­tie­ren und gleich­zei­tig Unter­neh­mer von einer ganz ande­ren Sei­te ken­nen­ler­nen. Am Ende des Aus­wahl­ta­ges blei­ben zwölf Sti­pen­dia­ten übrig, die als Aner­ken­nung für ihr außer­ge­wöhn­li­ches Enga­ge­ment in der Schu­le monat­lich 30, 40 oder 50 Euro für einen bestimm­ten Zeit­raum als zusätz­li­ches Taschen­geld bekom­men, finan­ziert von den Mit­glieds­un­ter­neh­men des Wirt­schafts­krei­ses. So wer­den ein­satz­be­rei­te Schü­ler belohnt und gleich­zei­tig an die Arbeits­welt her­an­ge­führt.

Übers Sti­pen­di­um zum Aus­bil­dungs­platz

„Dahin­ter steht auch die Idee, dass jeder Mensch ganz ein­fach Aner­ken­nung und Applaus von außen braucht“, beto­nen die Netz­wer­ker. Nicht zuletzt ist die Urkun­de, die die Sti­pen­dia­ten erhal­ten, ein sicht­ba­rer Beweis, der im spä­te­ren Bewer­bungs­pro­zess Ein­druck macht. Auf die­se Wei­se bekam etwa ein Schü­ler der Heinz-Brandt-Schu­le einen Aus­bil­dungs­platz an der Staats­oper Unter den Lin­den. „Wir ori­en­tie­ren uns natür­lich einer­seits an den schu­li­schen Leis­tun­gen, aber auch die per­sön­li­che Moti­va­ti­on und das Inter­es­se an der Oper sind uns sehr wich­tig“, erklärt Ron­ny Unganz. „Das Schü­lersti­pen­di­um ist dabei in jedem Fall eine Unter­stüt­zung der Bewer­bung, denn es lässt Leis­tungs­be­reit­schaft und Enga­ge­ment erken­nen“, fügt der Geschäfts­füh­ren­der Direk­tor der Staats­oper Unter den Lin­den hin­zu. „Nicht jeder kann ein sol­ches Sti­pen­di­um vor­wei­sen, die Bewer­bung sticht damit also unter ande­ren Bewer­bun­gen posi­tiv her­vor.“

Die Ver­ant­wort­li­chen des Wirt­schafts­krei­ses Pan­kow sind davon über­zeugt, dass sich sämt­li­che Pro­jek­te ihrer geleb­ten Part­ner­schaft von Schu­le und Wirt­schaft sehr gut kopie­ren las­sen. Fest steht: Je mehr Ange­bo­te zur Ver­fü­gung ste­hen, des­to eher kön­nen sowohl Inte­grier­te Sekun­dar­schu­len als auch Gym­na­si­en ihren Auf­trag einer guten beruf­li­chen Ori­en­tie­rung ihrer Schü­ler erfül­len. Gleich­zei­tig gilt: Nur wer weiß, was es für Kar­rie­re­mög­lich­kei­ten gibt, kann sie auch fin­den und abwä­gen. Kat­ja Wöhl­bier vom Pan­kower Carl-von-Ossietz­ky-Gym­na­si­um defi­niert die Auf­ga­be fol­gen­der­ma­ßen: „Wir wol­len kla­re, selbst­be­stimm­te, viel­leicht auch muti­ge Ent­schei­dun­gen unse­rer  Schü­le­rin­nen und Schü­ler bezüg­lich ihrer Berufs­wahl unter­stüt­zen.“ Die Päd­ago­gin fügt hin­zu: „Hier­zu ist eine fun­dier­te fach­li­che Arbeit  not­wen­dig, alle wei­te­ren Unter­stüt­zungs­an­ge­bo­te kön­nen und sol­len Optio­nen auf­zei­gen sowie Ent­schei­dungs­kom­pe­ten­zen beför­dern.“ Das Carl-von-Ossietz­ky-Gym­na­si­um bie­tet dazu Ange­bo­te wie den Zusatz­kurs „Stu­di­um und Beruf“, und die Agen­tur für Arbeit berät die Jugend­li­chen der Schu­le regel­mä­ßig zu die­sem The­ma. Zudem gibt es Berufs­fel­der­kun­dun­gen für den gan­zen Jahr­gang. Dar­über hin­aus baut die Schu­le für die Jugend­li­chen eine Viel­zahl von Kon­tak­ten auf: zu Stu­die­ren­den, Pro­fes­so­ren, Unter­neh­men, Start-ups und Men­schen aus neu­en Bran­chen. Sie alle berich­ten dann über ihre Erfah­run­gen.

Christine Beck-Limberg, Vorsitzende des Wirtschaftskreises Pankow, und Ehrenmitglied Reinhard Garske
Chris­ti­ne Beck-Lim­berg, Vor­sit­zen­de des Wirt­schafts­krei­ses Pan­kow, und Ehren­mit­glied Rein­hard Gars­ke.

Netz­wer­ke und Schul­part­ner­schaf­ten

Gute Ide­en und inspi­rie­ren­de Pro­jek­te fin­den Inter­es­sier­te übri­gens auch bei ande­ren Netz­wer­ken: Im Ber­li­ner Süden enga­gie­ren sich bei­spiels­wei­se das „Unter­neh­mens­Netz­werk Mot­zener Stra­ße“ oder das „Netz­werk Groß­bee­ren­stra­ße“. Das Unter­neh­mens­Netz­werk Mot­zener Stra­ße unter­hält Koope­ra­tio­nen mit sie­ben Schu­len im Ein­zugs­be­reich des Stand­orts im Bezirk Tem­pel­hof-Schö­ne­berg. Am Stamm­tisch „Schu­le trifft Wirt­schaft“ pla­nen die Akteu­re gemein­sa­me Akti­vi­tä­ten. All­jähr­lich gibt das Netz­werk zudem eine Bro­schü­re mit den Aus­bil­dungs­an­ge­bo­ten der Unter­neh­men im Indus­trie­ge­biet Mot­zener Stra­ße her­aus.

Zu den Ange­bo­ten des Netz­werks Groß­bee­ren­stra­ße zäh­len das „Ring­Prak­ti­kum“ und sei­ne Abkömm­lin­ge „Arri­vo Ring­Prak­ti­kum“ und „Ring­Prak­ti­kumP­lus“. Dahin­ter ver­ber­gen sich geschütz­te Ver­fah­ren aus dem Arbeits­kreis Per­so­nal & Aus­bil­dung. Die Pro­jek­te die­nen als inno­va­ti­ves Instru­ment zur Azu­bi-Akqui­se. Dabei enga­gie­ren sich über 100 Fir­men und stel­len rund 200 qua­li­fi­zier­te Prak­ti­kums­plät­ze in den Berufs­fel­dern Metall, Elek­tro, Druck und Medi­en sowie im kauf­män­ni­schen Bereich bereit. Eine Ergän­zung erfährt das Pro­jekt durch das von der IHK Ber­lin ent­wi­ckel­te spe­zi­el­le Ver­fah­ren mit dem Namen „P3“ zu den Schwer­punk­ten Poten­zi­al­ana­ly­se, Plan­spie­le und Betriebs­er­kun­dun­gen. Das erfolg­rei­che Ring­Prak­ti­kum gehört nicht zuletzt zu den aus­ge­zeich­ne­ten Netz­werk­pro­jek­ten der Bun­des­agen­tur für Arbeit. Auf der dazu­ge­hö­ri­gen Sei­te des Inno­va­ti­ons­bü­ros für Fach­kräf­te fin­den Inter­es­sier­te vie­le wei­te­re span­nen­de Bei­spie­le aus der Pra­xis, die auf­zei­gen, was in die­sem Bereich mög­lich ist.

Und wel­che For­ma­te sind am Ende beson­ders gut geeig­net, um Fach­kräf­te von mor­gen für die dua­le Berufs­aus­bil­dung und pas­sen­de Kar­rie­re­chan­cen zu begeis­tern? Immer wie­der taucht in die­sem Zusam­men­hang die Ant­wort auf, dass es wich­tig ist, auf die Jugend­li­chen zuzu­ge­hen. Denn grund­sätz­lich steht nach Über­zeu­gung von IHK-Bil­dungs­ex­per­tin Mei­ke Al-Habash fest: „Wir müs­sen gera­de mit jun­gen Men­schen wie­der mehr über Wirt­schaft reden und sie für die dua­le Aus­bil­dung auf­schlie­ßen.“


Unternehmens-Profile

MIB·ABS Schäd­lings­be­kämp­fung

Schäd­lings­be­kämp­fung

1998

wur­de das inha­ber­ge­führ­te Unter­neh­men gegrün­det.
Stand 09/2019

27

Mit­ar­bei­ter beschäf­tigt der Betrieb mit Sitz in Ber­lin-Buch.
Stand 09/2019

Frisch & Faust Tief­bau GmbH

Tief­bau­un­ter­neh­men

20

Pro­zent Aus­bil­dungs­quo­te kann Frisch & Faust ver­zeich­nen.
Stand 09/2019

165

Mit­ar­bei­ter beschäf­tigt das Unter­neh­men.
Stand 09/2019

Staats­oper Unter den Lin­den

Oper

1742

wur­de das Opern­haus eröff­net.
Stand 09/2019

590

Mit­ar­bei­ter zählt die Staats­oper heu­te.
Stand 09/2019

Wirt­schafts­kreis Pan­kow

Ver­ein

82

Mit­glieds­un­ter­neh­men ver­eint der Wirt­schafts­kreis.
Stand 09/2019

1992

wur­de der Ver­ein gegrün­det.
Stand 09/2019

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