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Pro & Contra: Mehr verkaufsoffene Sonntage?

Das Berliner Ladenöffnungsgesetz stammt von 2006 und erlaubte in seiner Ursprungsfassung überdurchschnittlich viele verkaufsoffene Sonntage. 2009 wurde es vom Bundesverfassungsgericht teilweise wieder gekippt. Seitdem ruft das Thema immer wieder Gegner wie Befürworter auf den Plan.
Ausgabe 02/2019

Pro

„Auch hierzulande gibt es eine Vielzahl von Bürgern, die ihre Besorgungen gern am gesamten Wochenende erledigen wollen.“
Marc Leinweber
Marc Leinweber
Geschäftsführer Aktiv-Schuh Handelsgesellschaft, Mitglied im Branchenausschuss Handel

Besu­cher- und Über­nach­tungs­zah­len neh­men seit Jah­ren zu. Der immer stär­ker nach­ge­frag­te Ber­lin­be­such aber kann, ent­ge­gen eines nahe­zu glo­ba­len Metro­pol­stan­dards, nicht mit der Mög­lich­keit des Sonn­tags­shop­pings beglei­tet wer­den. Dies erfah­ren nicht nur Tou­ris­ten leid­voll. Auch vie­le Bür­ger wol­len ihre Besor­gun­gen ger­ne am gesam­ten Wochen­en­de und nicht nur kom­pri­miert am Sams­tag erle­di­gen. Zeit wird’s, die­se Fra­ge­stel­lung durch das simp­le Prin­zip von Ange­bot und Nach­fra­ge ent­schei­den zu las­sen. Soll­te, wie von den Geg­nern der Sonn­tags­öff­nung pro­kla­miert, kei­ne der­ar­ti­ge Nach­fra­ge bestehen, so wird das der Markt regeln. In Zei­ten zuneh­mend digi­ta­li­sier­ter Ein­kaufs­mög­lich­kei­ten lässt sich ratio­nal nicht erklä­ren, wes­halb die staat­li­che Ord­nung aktiv Wett­be­werbs­ver­zer­run­gen inner­halb der Han­dels­bran­che unter­stützt. Mehr Demo­kra­tie wagen! Dies wäre wie­der mal eine qua­li­fi­zier­te Gele­gen­heit.

Lesenswert

Warum Sie diesen Artikel lesen sollten

  • Immer mehr Touristen in Berlin wollen auch sonntags einkaufen.
  • Verkaufsoffene Sonntage sind für manche Händler unwirtschaftlich.
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Soll es in Ber­lin mehr ver­kaufs­of­fe­ne Sonn­ta­ge geben?

Soll es in Berlin mehr verkaufsoffene Sonntage geben?
Mehr verkaufsoffene Sonntage?
Mehr verkaufsoffene Sonntage? Foto: Getty Images/Hero Images

Contra

„Der inhaberbetriebene Handel kann es sich nicht leisten, immer länger und an immer mehr Sonntagen zu öffnen.“
Friedrich-Karl Berndt
Friedrich-Karl Berndt
Inhaber Wein & Weinbedarf, Mitglied IHK-Vollversammlung und Branchenausschuss Handel

Die For­de­rung nach mehr ver­kaufs­of­fe­nen Sonn­ta­gen geht an der Rea­li­tät des Han­dels fern­ab der tou­ris­ti­schen Zen­tren vor­bei. Grund­sätz­lich ist die Mög­lich­keit, auch am Sonn­tag öff­nen zu dür­fen, nicht ver­kehrt. Nie­mand wünscht sich die Zei­ten zurück, als die Laden­öff­nungs­zei­ten stark ein­ge­schränkt waren und nur aus­nahms­wei­se ein „lan­ger Don­ners­tag“ erlaubt war. Aller­dings kann es sich der inha­ber­be­trie­be­ne Han­del nicht leis­ten, immer län­ger und an immer mehr Sonn­ta­gen zu öff­nen. Je mehr ver­kaufs­of­fe­ne Sonn­ta­ge erlaubt wer­den, des­to stär­ker wird auch der Druck auf die Ein­zel­händ­ler, mit­zu­ma­chen. Auch wenn es am jewei­li­gen Stand­ort, wie bei uns in Span­dau-Wil­helm­stadt, wirt­schaft­lich wenig Sinn macht. Letzt­lich geht es auf Kos­ten der Inha­ber, die an ihrem ein­zig ver­blie­be­nen frei­en Tag auch hin­ter der The­ke ste­hen müs­sen.

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