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Pro & Contra: Sind weitere Shoppingcenter in Berlin sinnvoll?

Berlin hat 70 Einkaufszentren, weitere sind schon in Planung. Der allergrößte Teil wurde seit 1990 gebaut, als die Stadt noch Nachholbedarf bei Einzelhandelsflächen hatte. Mittlerweile sind Leerstände in Shoppingcentern keine Seltenheit.
Ausgabe 07+08/2019

Pro

„Center haben eine Zukunft, wenn sie etwas bieten, sich die Kunden dort wohlfühlen und etwas erleben können.“
Antje Leinemann, Geschäftsführerin BHG Berlin Immobilien GmbH & Co. KG (BIKINI BERLIN) und Mitglied im IHK-Branchenausschuss Handel
Antje Leinemann
Geschäftsführerin BHG Berlin Immobilien GmbH & Co. KG (BIKINI BERLIN) und Mitglied im IHK-Branchenausschuss Handel

Ber­lin hat in der Tat eine stol­ze Anzahl an Shop­ping­cen­tern – über­le­ben wird, wer attrak­tiv ist. Denn Shop­ping­cen­ter wer­den in unse­rer Han­dels­kul­tur nicht aus­ster­ben, wenn sie sich den aktu­el­len Markt­trends und Kun­den­be­dürf­nis­sen anpas­sen. Auch wenn der Online-Han­del seit Jah­ren wächst, wer­den rea­le Ein­kaufs­er­leb­nis­se rele­vant blei­ben – ein Bum­mel mit der Freun­din bei einem Glas Sekt, Inspi­ra­ti­on beim Pro­bie­ren neu­er Düf­te und Mate­ria­li­en, der Genuss aus­ge­fal­le­ner Kuli­na­rik, Peop­le-Watching, ein­fach eine gute Zeit haben. Cen­ter haben eine Zukunft, wenn sie etwas bie­ten, sich die Kun­den dort wohl­füh­len und etwas erle­ben kön­nen. BIKINI BERLIN hat immer wech­seln­de Pop-ups, Events, Kunst, eine son­ni­ge Dach­ter­ras­se mit Blick auf den Zoo, den Street­food-Markt Kan­ti­ni – eine Erfolgs­for­mel für Retail Expe­ri­ence.

Lesenswert

Warum Sie diesen Artikel lesen sollten

  • Immer mehr Shoppingcenter empfinden viele Berliner als Belastung.
  • Befürworter glauben an die Zukunft von Shoppingcentern – wenn sie sich wandeln.
Ihre Meinung zählt

Sind wei­te­re Shop­ping­cen­ter in Ber­lin sinn­voll?

Sind weitere Shoppingcenter in Berlin sinnvoll?
Mit der Friedrichshainer East Side Mall ist 2018 Berlins 69. Shoppingcenter eröffnet worden
Foto: pa/dpa

Contra

„Die jetzt existierenden Center graben sich gegenseitig das Wasser und die Kunden ab. So etwas nennt man ‚Kannibalisierung‘.“
Rainer Beckmann, Centermanager im Quartier 205 Stadtmitte und stellvertretender Vorsitzender des Handelsausschusses
Rainer Beckmann
Centermanager im Quartier 205 Stadtmitte und stellvertretender Vorsitzender des Handelsausschusses

Nach dem Fall der Mau­er hat es Ber­lin ver­passt, einen Mas­ter­plan zur Ent­wick­lung des Han­dels in der neu­en Haupt­stadt zu erar­bei­ten inklu­si­ve der Umstruk­tu­rie­rung bestehen­der Stand­or­te und des Neu­baus. Das war die Geburts­stun­de der Shop­ping­cen­ter. Ber­lin hat es völ­lig ver­säumt, dafür einen Ent­wick­lungs­rah­men zu ent­wi­ckeln. Statt­des­sen gab es einen Wild­wuchs, der dazu geführt hat, dass Ber­lin jetzt 70 Cen­ter hat – bei einer im Grun­de nicht groß wach­sen­den Bevöl­ke­rung und Kauf­kraft. Die jetzt exis­tie­ren­den Cen­ter gra­ben sich gegen­sei­tig das Was­ser und die Kun­den ab. So etwas nennt man „Kan­ni­ba­li­sie­rung“. Das Ergeb­nis ist: Auf­grund des stei­gen­den Umsatz­an­teils des Online­han­dels wer­den auf Dau­er nur die gut kon­zi­pier­ten und rich­tig ange­sie­del­ten Shop­ping­cen­ter über­le­ben. Das könn­te hei­ßen, dass nur die Hälf­te über­lebt.

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