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Pro & Contra: Sollten Sharing-Anbieter Nutzungsgebühren zahlen?

Lange nachdem eine Welle von Leihrädern und -rollern über die Wege Berlins geschwappt ist, arbeitet die Verkehrsverwaltung an neuen Regeln für die Anbieter von Sharing-Flotten. In der Diskussion sind Genehmigungsverfahren und auch Gebühren für alle sharebaren Autos, Roller, Räder und Scooter.
Ausgabe 12/2020

Pro

„Für die Optimierung des Verkehrssystems müssen alle Teile sinnvoll reguliert werden, auch mit Gebühren für Sharing-Flotten.“
Özgür Mergün, Geschäftsführer Starksoft Deutschland GmbH
Özgür Mergün
Geschäftsführer Starksoft Deutschland GmbH

Die Regle­men­tie­rung aller Ver­kehrs­teil­neh­mer ist not­wen­dig, um die Leis­tungs­fä­hig­keit des Ber­li­ner Ver­kehrs­sys­tems in sei­ner Gesamt­heit zu ver­bes­sern. Dabei soll­ten wir Alt­be­währ­tes ver­bin­den mit ganz neu­en Tech­no­lo­gi­en – im Diens­te nach­hal­ti­ger Mobi­li­tät und einer moder­nen Gesell­schaft. Ver­meint­lich „neue Beför­de­rungs­for­men“ wie Scoo­ter, Sharing oder Uber dür­fen aber nicht alles ande­re ver­drän­gen. Im Inter­es­se aller muss ein ver­läss­li­ches Beför­de­rungs­an­ge­bot mit Taxis erhal­ten wer­den, mit begrenz­ter Kon­zes­si­ons­zahl und tech­no­lo­gisch moder­ni­siert. So schüt­zen wir Ver­brau­cher mit ein­heit­li­chen Tari­fen, garan­tie­ren sozia­le Min­dest­stan­dards für Arbeit­neh­mer und gewähr­leis­ten mit­tels „Ride­poo­ling“ einen umwelt­freund­li­che­ren Per­so­nen­nah­ver­kehr. Dafür muss im Ber­li­ner Mobi­li­täts­ge­setz auch das Ange­bot von Car­sha­ring-Betrei­bern regu­liert wer­den. Son­der­nut­zungs­ge­büh­ren sind hier ein ers­ter Ansatz.

Lesenswert

Warum Sie diesen Artikel lesen sollten

  • Befürworter sehen in Gebühren einen Faktor für Gerechtigkeit.
  • Gegner einer Gebühr finden, dass Carsharing bereits ausreichend reguliert ist.
Ihre Meinung zählt

Soll­ten Sharing-Anbie­ter Nut­zungs­ge­büh­ren zah­len?

Sollten Sharing-Anbieter Nutzungsgebühren zahlen?
Sollten Sharing-Anbieter Nutzungsgebühren zahlen?
Sollten Sharing-Anbieter Nutzungsgebühren zahlen? Foto: obs/ZDF/Oliver Hans Wolf

Contra

„Carsharing fördert nachhaltige Mobilität. Das sollte man nicht durch Zusatzgebühren verhindern.“
Olivier Reppert, CEO von SHARE NOW
Olivier Reppert
CEO von SHARE NOW

Wis­sen­schaft­li­che Stu­di­en bele­gen, dass geteil­te Fahr­zeug­flot­ten Park­druck, Emis­sio­nen und Ver­kehrs­auf­kom­men in urba­nen Räu­men redu­zie­ren. Damit sind inno­va­ti­ve Mobi­li­täts­an­ge­bo­te wie das Car­sha­ring fun­da­men­ta­le Bestand­tei­le auf dem Weg zu einer Pkw-armen, kli­ma- 
freund­li­chen Stadt. Car­sha­ring-Fahr­zeu­ge unter­lie­gen der Park­ge­büh­ren­pflicht und sind somit bereits regu­liert. Im Ver­gleich zu Pri­vat­be­sit­zern bezah­len Car­sha­ring-Anbie­ter in Ber­lin um ein Viel­fa­ches höhe­re Park­ge­büh­ren. Somit ent­rich­tet allein SHARE NOW im Monat einen sechs­stel­li­gen Betrag für die Nut­zung des öffent­li­chen Raums. Ziel soll­te es sein, nach­hal­ti­ge Mobi­li­tät nicht durch wei­te­re Gebüh­ren und Auf­la­gen zu erschwe­ren, son­dern lang­fris­tig attrak­ti­ver zu gestal­ten. Gemein­sa­me Pro­jek­te wie etwa „Dei­ne Flot­te 2020“ leis­ten hier­bei einen wesent­li­chen Bei­trag, da sie die mobi­le Viel­falt für die Bür­ge­rin­nen und Bür­ger erleb­bar machen.

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