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Pro & Contra: Sollten Plastiktüten im Handel grundsätzlich verboten werden?

Anfang November hat das Bundeskabinett einen Gesetzentwurf zum Verbot von Plastiktüten beschlossen. Danach sind sogenannte „Hemdchenbeutel“ für Obst und Gemüse von dem Bann ausgenommen. Stimmen Bundestag und Bundesrat zu, wird das Gesetz im nächsten Jahr in Kraft treten.
Ausgabe 12/2019

Pro

„Ein Verbot von kostenlosen Plastiktüten ist notwendig, da noch zu oft aus Bequemlichkeit darauf zurückgegriffen wird.“
Malte Biss, Gründer Flustix Rethink Plastics
Malte Biss
Gründer Flustix Rethink Plastics

Plas­tik ist wie Medi­zin: Kor­rekt ver­wen­det, heilt sie, nimmt man zu viel, macht sie krank. Aktu­ell ist Plas­tik über­all – sogar in unse­rem Kör­per. 38 Kilo Plas­tik­müll pro Jahr und Per­son in Deutsch­land sind zu viel. Die Nach­tei­le sind weit­rei­chend: Die Ver­brei­tung und Zer­set­zungs­zeit­räu­me von min­des­tens 450 Jah­ren sind nur zwei Nach­tei­le von vie­len. Die kos­ten­lo­se Plas­tik­tü­te steht sym­bo­lisch für unse­ren sorg­lo­sen Umgang mit Ein­weg­plas­tik. Zwei Mil­li­ar­den Plas­tik­tü­ten wer­den in Deutsch­land durch­schnitt­lich maxi­mal 25 Minu­ten genutzt! Ein Ver­bot von kos­ten­lo­sen Plas­tik­tü­ten ist nötig, da noch zu oft aus Bequem­lich­keit dar­auf zurück­ge­grif­fen wird. Dabei gibt es Alter­na­ti­ven. Mut macht mir, bei jedem Ein­kauf zu beob­ach­ten, dass immer mehr Men­schen ihren Beu­tel mit­brin­gen.

Lesenswert

Warum Sie diesen Artikel lesen sollten

  • Das Plastiktütenverbot stößt auf viel Unterstützung und Widerstand.
  • Kritiker fordern Anreize statt Verbote.
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Soll­ten Plas­tik­tü­ten im Han­del grund­sätz­lich ver­bo­ten wer­den?

Sollten Plastiktüten im Handel grundsätzlich verboten werden?
Sollten Plastiktüten im Handel grundsätzlich verboten werden?
Sollten Plastiktüten im Handel grundsätzlich verboten werden? Foto: Shutterstock

Contra

„Es fehlt aktuell an umweltfreundlichen und bezahlbaren Alternativen, die bei Kunden auf Akzeptanz stoßen könnten.“
Björn Fromm, Geschäftsführer Edeka Fromm
Björn Fromm
Geschäftsführer Edeka Fromm

Ein gene­rel­les Plas­tik­tü­ten­ver­bot, wie es im Gesetz­ent­wurf ange­dacht ist, leh­nen wir aus Sicht des Han­dels und sei­ner Kun­den ab. Zum einen unter­stützt die Wirt­schaft durch frei­wil­li­ge Maß­nah­men und die Selbst­ver­pflich­tung des Han­dels­ver­ban­des Deutsch­land heu­te schon erfolg­reich die Ein­spa­rung von Res­sour­cen und die Ein­däm­mung der Plas­tik­flut. Vie­le Unter­neh­men haben Ein­weg­tü­ten kom­plett durch Mehr­weg­an­ge­bo­te ersetzt. So ist es gelun­gen, bereits jetzt die EU-Ziel­vor­ga­be für die Ein­spa­rung von leich­ten Plas­tik­tü­ten für das Jahr 2025 um die Hälf­te zu unter­schrei­ten. Zum ande­ren fehlt es aktu­ell an umwelt­freund­li­chen und bezahl­ba­ren Alter­na­ti­ven, die bei Kun­den auf Akzep­tanz sto­ßen könn­ten. Nach­hal­tig­keits­fra­gen kön­nen nicht durch sym­bo­li­sche Ver­bo­te gelöst wer­den.

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