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Pro & Contra: Soll sich Berlin um die Olympischen Spiele bewerben?

Berlin als Gastgeber Olympischer Spiele, dafür hat sich der Regierende Bürgermeister, Michael Müller, ausgesprochen. Voraussetzung: Die Spiele müssten neu ausgerichtet und in eine langfristige städtebauliche Planung eingefügt werden. Doch nicht jeder in Berlin ist begeistert von der Idee.
Ausgabe 11/2020

Pro

„Olympische Spiele am Horizont könnten wie ein Magnet wirken, um der Entwicklung Berlins ein Ziel zu geben.“
Kaweh Niroomand ist Geschäftsführer der SCC Volleyball Marketing GmbH
Kaweh Niroomand
Geschäftsführer der SCC Volleyball Marketing GmbH

Olym­pi­sche Spie­le sind eine groß­ar­ti­ge Chan­ce zur Wei­ter­ent­wick­lung einer Stadt und Regi­on, wenn sie einem nach­hal­ti­gen Ansatz fol­gen. Kei­ner braucht eine zwei­wö­chi­ge Mega-Show, deren finan­zi­el­le Kon­se­quen­zen die Bevöl­ke­rung zu tra­gen hät­te. Viel­mehr muss sich Olym­pia in den Dienst der Ent­wick­lung von Sport, Ver­ei­nen, Sport­stät­ten sowie der Lan­des- und Stadt­ent­wick­lung ins­ge­samt stel­len. Ber­lin muss sich fra­gen: Was muss auf den Weg gebracht wer­den, damit unse­re Metro­po­le in zwölf oder 16 Jah­ren lebens­wert ist? Olym­pi­sche Spie­le am Hori­zont könn­ten wie ein Magnet wir­ken, um die­ser Ent­wick­lung ein greif­ba­res Ziel zu geben. Eine Olym­pia-Bewer­bung ist eine Inves­ti­ti­on in die Zukunfts­fä­hig­keit unse­rer Stadt und Regi­on. Und neben­bei kann sich Ber­lin wie­der als das prä­sen­tie­ren, was es ist: welt­of­fen, gast­freund­lich und mul­ti­kul­tu­rell.

Lesenswert

Warum Sie diesen Artikel lesen sollten

  • Befürworter meinen, Olympia wäre eine Chance für die Entwicklung der Hauptstadt.
  • Gegner sagen: Olympia kostet Milliarden ohne wirklichen Nutzen.
Ihre Meinung zählt

Soll sich Ber­lin um die Olym­pi­schen Spie­le bewer­ben?

Soll sich Berlin um die Olympischen Spiele bewerben?
Soll sich Berlin um die Olympischen Spiele bewerben?
Soll sich Berlin um die Olympischen Spiele bewerben? Foto: Kirill Kudryavtsev/AFP via Getty Images

Contra

„Olympia ist ein Event der TV-Ära. Diese fing 100 Jahre zuvor an und endete vor etwa zehn Jahren.“
Alexander Boerger ist Video-Marketing-Consultant und Berliner Wirtschaftsjunior
Alexander Boerger
Video-Marketing-Consultant und Berliner Wirtschaftsjunior

Das stärks­te Argu­ment gegen Olym­pia 2036 in Ber­lin ist so offen­sicht­lich, dass ich es nur kurz anrei­ße: Die Olym­pi­schen Spie­le sind ein Mil­li­ar­den­grab. Aber wofür nimmt man die­se Kos­ten auf sich? Rich­tig, man möch­te sich der Welt prä­sen­tie­ren. Die Fra­ge ist: Wird das noch funk­tio­nie­ren? Olym­pia ist ein Event der TV-Ära. Die­se fing genau 100 Jah­re vor­her, bei ­Hit­lers Pro­pa­gan­da-Spie­len 1936 in Ber­lin, an und ende­te vor etwa zehn Jah­ren. Der Wett­be­werb um Auf­merk­sam­keit läuft heu­te in Echt­zeit, die Sport­ler machen bereits ihre eige­nen Medi­en. Den­ken wir das 16 Jah­re wei­ter, dann wer­den die inter­na­tio­na­len Zuschau­er erst bei der Eröff­nungs­fei­er mit­be­kom­men, dass Olym­pia ist. Und soll­te es doch noch klas­si­sche Bericht­erstat­tung geben, wäre die­se voll mit ­Hit­ler-Dokus und Nazi-Demos. Das Geld kann man bes­ser nut­zen.

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