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Pro & Contra: Nullemission für bessere Luft: Soll der Berliner Verkehr bis 2030 abgasfrei werden?

Eine Nullemissionszone in der Hauptstadt ab 2030 – diese Forderung haben die Berliner Grünen auf ihrer jüngsten Fraktions­klausur beschlossen. Dann sollen innerhalb des S-Bahn-Rings keine Ver­brennungsmotoren mehr geduldet werden. Damit würde Berlin ein deutliches Signal für Klimaschutz in die Welt senden. Aber ist das so überhaupt möglich und sinnvoll?
Ausgabe 10/2019

Pro

„Auch die Logistik im Stadtzentrum muss bis 2030 CO2 -frei werden. Lastenräder können dazu einen wichtigen Beitrag leisten.“
Arne Behrensen, Gründer der Plattform Cargobike.jetzt
Arne Behrensen
Gründer der Plattform Cargobike.jetzt

Die EU-Kom­mis­si­on hat bereits 2011 im Weiß­buch Ver­kehr „essen­ti­al­ly CO2-free city logistics in major urban cen­tres by 2030“ gefor­dert, also CO2-freie Logis­tik in Groß­stadt­zen­tren bis zum Jahr 2030. Kli­ma­schutz und Luft­rein­hal­tung sind inzwi­schen noch dring­li­cher. Es kann nicht mehr um das Ob, son­dern es muss um das Wie von Zero-Emis­si­on-Zonen gehen. Mehr öffent­li­cher Ver­kehr, Rad­ver­kehr, E-Mobi­li­tät und mehr alter­na­ti­ve Kon­zep­te für den Wirt­schafts­ver­kehr – eine Zero-Emis­si­on-Zone wird der nöti­ge Inno­va­ti­ons­trei­ber sein. Lasst uns über Trans­por­tal­ter­na­ti­ven reden! Zum Bei­spiel über Rad­lo­gis­tik. Das Ber­li­ner Modell­pro­jekt KoMo­Do zeigt bereits, wie Paket­zu­stel­lung mit moder­nen E-Las­ten­rä­dern geht. Der Ansatz muss nun schnell ska­liert wer­den.

Lesenswert

Warum Sie diesen Artikel lesen sollten

  • Es gibt einige Modellprojekte, die Machbarkeit vermuten lassen.
  • Kritiker warnen davor, dass Effekte auf der Makroebene anders sein können.
Ihre Meinung zählt

Soll der Ber­li­ner Ver­kehr bis 2030 abgas­frei wer­den?

Soll der Berliner Verkehr bis 2030 abgasfrei werden?
heavy traffic on a winter morning Foto: j/j images

Contra

„Die Politik sollte Machbarkeit vor Zeitlimits stellen und auch eine breitere Diskussion vom Sourcing bis zur Entsorgung mit ins Kalkül einbeziehen.“
Tanja Schirmann, Mitglied der Geschäftsleitung der Plischka Logistik GmbH
Tanja Schirmann
Mitglied der Geschäftsleitung der Plischka Logistik GmbH

Die Poli­tik hat die Auf­ga­be, alle Inter­es­sen zu ver­tre­ten, so auch die der fah­ren­den Wirt­schaft. Die For­de­rung der Ber­li­ner Grü­nen nach einer emis­si­ons­frei­en Haupt­stadt ab 2030 lässt da Skep­sis auf­kom­men: Zehn Jah­re sind ein kur­zer Zeit­raum, in dem zur Umset­zung enor­me Inves­ti­tio­nen auf alle Betei­lig­ten, Stadt­ver­wal­tung und Wirt­schaft zukom­men. Dazu gehö­ren die Errich­tung einer flä­chen­de­cken­den Lade- bzw. Tank­struk­tur und eine Neu­aus­rich­tung aller Fuhr­parks. Außer­dem muss der Weg zur emis­si­ons­frei­en Stadt brei­ter dis­ku­tiert wer­den: Bio­gas als LNG/CNG (nicht emis­si­ons­frei, aber nach­wach­send), Was­ser­stoff­brenn­stoff­zel­le, Syn­the­tic Fuels etc. Die Poli­tik soll­te Mach­bar­keit vor Zeit­li­mits stel­len und auch eine brei­te­re Dis­kus­si­on vom Sourcing bis zur Ent­sor­gung ins Kal­kül ein­be­zie­hen.

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