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Pro & Contra: Sollte es einen Rechtsanspruch auf Homeoffice geben?

Die Corona-Pandemie hat das Berufsleben komplett verändert: Das Homeoffice wurde zum Normalfall. Eine gesetzliche Regelung dazu gibt es in Deutschland nicht, bisher bedarf es einer Vereinbarung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Sollte das geändert werden? Was spricht dafür und was dagegen?
Ausgabe 09/2020

Pro

„Bei allen Bedenken gegen Überregulierung: Größere Klarheit nutzt allen Seiten.“
Markus Albers ist Geschäftsführender Gesellschafter der Rethink GmbH
Markus Albers
Geschäftsführender Gesellschafter der Rethink GmbH

Dass die ein­zi­ge Alter­na­ti­ve zum klas­si­schen Büro­ar­beits­platz dar­in besteht, die­sen zu Hau­se nach­zu­stel­len, ist ein alt­mo­di­sches Kon­zept. Wir arbei­ten im Café oder der Bahn, am Flug­ha­fen oder eben zu Hau­se. Schon bald wird all das wie­der zum nor­ma­len Berufs­all­tag gehö­ren. Ver­ste­hen wir Home­of­fice also im erwei­ter­ten Sinn als „zeit- und orts­un­ab­hän­gi­ges Arbei­ten“! Muss es dafür einen Rechts­an­spruch geben? Bei allen Beden­ken gegen Über­re­gu­lie­rung: Hier nutzt grö­ße­re Klar­heit allen Sei­ten. Im Lock­down hat sich gezeigt, dass Pro­duk­ti­vi­tät und Krea­ti­vi­tät jen­seits des Büros mög­lich sind. Vie­le Unter­neh­men sehen das als Digi­ta­li­sie­rungs­schub, eine Mehr­heit der Mit­ar­bei­ten­den will die gewon­ne­ne Frei­heit nicht mehr mis­sen. Dafür muss der Gesetz­ge­ber kla­re­re Leit­plan­ken anbie­ten, das ist auch im Sin­ne der Arbeit­ge­ber.

Lesenswert

Warum Sie diesen Artikel lesen sollten

  • Befürworter fordern vor allem Klarheit bei Homeoffice-Regelungen für beide Seiten.
  • Das Gegenargument: Homeoffice schadet dem Miteinander und der Produktivität und sollte keine Anreize bekommen.
Ihre Meinung zählt

Soll­te es einen Rechts­an­spruch auf Home­of­fice geben?

Sollte es einen Rechtsanspruch auf Homeoffice geben?
Sollte es einen Rechtsanspruch auf Homeoffice geben?
Sollte es einen Rechtsanspruch auf Homeoffice geben? Foto: Getty Images / Hinterhaus Productions

Contra

„Im Homeoffice wird weniger kommuniziert, und das schadet der Produktivität.“
Dr. Arno Schödl ist CTO der think-cell Software GmbH
Dr. Arno Schödl
CTO der think-cell Software GmbH

Nun sei­en wir doch mal ehr­lich. Jeder, der schon ein­mal zu Hau­se eine Stu­di­en­ar­beit geschrie­ben hat, weiß: Man liest mehr „Spie­gel Online“ oder chat­tet mit Freun­den, wenn man ganz allein ist. Zudem haben wir bei uns in der Fir­ma gese­hen, dass im Home­of­fice weni­ger kom­mu­ni­ziert wird. Das scha­det der Pro­duk­ti­vi­tät. Und wenn nur eini­ge im Home­of­fice sind, bil­det sich schnell eine Zwei­klas­sen­be­leg­schaft: die Büro-Cli­que und die auf der Home­of­fice-Insel. Gera­de für neue Mit­ar­bei­ter ist das schlecht. Eine Fir­ma zu füh­ren, ist schon schwie­rig genug. Mehr Vor­schrif­ten machen es nicht ein­fa­cher. Und wol­len wir nur noch an Tele­fo­nen und Bild­schir­men hän­gen? Zur Arbeit zu gehen, ist doch eine gute Gele­gen­heit, sich aufs Fahr­rad zu schwin­gen oder gar zu jog­gen. Run-Com­mu­te heißt das und ist eben­so im Trend wie Home­of­fice.

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