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Pro & Contra: Brauchen wir in Berlin einen Digital-Senator?

Wenn wir den (digitalen) Wind nicht ändern können, müssen wir die Segel anders setzen. Um auf Kurs zu bleiben, entwickelt Berlin aktuell als eines der letzten Bundesländer eine Digitalisierungsstrategie. Ein Thema, das die Unternehmer beschäftigt.
Ausgabe 01/2020

Pro

„In Berlin mangelt es an einer regierungsfähigen Struktur, die eine zielorientierte Digitalisierung ermöglicht.“
Giovanni Bruno, Geschäftsführer fokus digital GmbH
Giovanni Bruno
Geschäftsführer fokus digital GmbH

Ja, wir brau­chen einen Digi­tal-Sena­tor, weil die bestehen­den Struk­tu­ren eher zu einem Kom­pe­tenz­wirr­warr füh­ren. Wer jetzt nicht mit kla­ren Plä­nen, hoher Kom­pe­tenz und Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein die Digi­ta­li­sie­rung angeht, wird lang­fris­tig unter den Fol­gen lei­den. Städ­te wie Ham­burg, Mün­chen oder auch Darm­stadt haben bereits poli­ti­sche Iden­ti­fi­ka­ti­ons- und Füh­rungs­per­so­nen in Form eines CDO benannt. In Ber­lin hin­ge­gen man­gelt es an einer regie­rungs­fä­hi­gen Struk­tur, die eine ein­heit­li­che, res­sort­über­grei­fen­de und ziel­ori­en­tier­te Digi­ta­li­sie­rung ermög­licht. Wenn wir wei­ter zögern und unge­klär­te Ver­ant­wor­tun­gen wei­ter­hin zulas­sen, kön­nen wir dabei zuse­hen, wie sich die Digi­ta­li­sie­rung in Ber­lin zum nächs­ten BER ent­wi­ckelt. Es ist an der Zeit, die Wei­chen zu stel­len, und ein Digi­tal-Sena­tor wäre nur der Anfang.

Lesenswert

Warum Sie diesen Artikel lesen sollten

  • Dass Berlin einen Plan für die Digitalisierung braucht, ist klar – nicht aber der Weg dahin.
  • Besonders die operative Rolle der Politik ist umstritten.
Ihre Meinung zählt

Brau­chen wir in Ber­lin einen Digi­tal-Sena­tor?

Brauchen wir in Berlin einen Digital-Senator?
Braucht Berlin einen Digital-Senator?
Braucht Berlin einen Digital-Senator? Foto: Getty Images/ Westend61

Contra

„Keine zusätzlichen Strukturen! Was wir wirklich brauchen, ist Digitalkompetenz bei allen Entscheidungsträgern.“
Daniel-Jan Girl, Geschäftsführer DGMK mbH
Daniel-Jan Girl
Geschäftsführer DGMK mbH

Wenn wir in Ber­lin nicht vor­an­kom­men, wird ein neu­er Pos­ten geschaf­fen und mit einer neu­en Per­son besetzt, die das Pro­blem „mal schnell“ lösen soll. Die Ver­gan­gen­heit zeigt ein­drucks­voll, wie wenig uns das gehol­fen hat. Wir haben ein Umset­zungs­pro­blem und kaum Mut, neue Din­ge wirk­lich neu zu den­ken. Das liegt auch an den über­lap­pen­den Ver­wal­tungs­struk­tu­ren und dem ver­brei­te­ten Mot­to: „Wer sich zuerst bewegt, hat schon ver­lo­ren.“ Eine Per­son allein kann nur Schön­heits­re­pa­ra­tu­ren durch­füh­ren. Was wir wirk­lich brau­chen, ist Digi­tal­kom­pe­tenz bei allen Ent­schei­dungs­trä­gern. Damit ist nicht die Pfle­ge des eige­nen Insta­gram-Accounts gemeint, son­dern wirk­lich Digi­ta­li­sie­rung: ver­ein­fa­chen und redu­zie­ren, auto­ma­ti­sie­ren und beschleu­ni­gen. Dazu gehört auch die Bereit­schaft, aus­zu­pro­bie­ren und aus Feh­lern zu ler­nen.

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