rund 900 Menschen beschäftigt, nicht anfangen. „Selbst Formalia werden oftmals nicht eingehalten, jüngst bekam ich einen Lebenslauf, der von August 2024 datiert war“, sagt Nickelmann. Immenser buchhalterischer Aufwand Bei der geplanten Abgabe graust es dem Personaler: „Jetzt wird ein Riesen-Bürokratie-Monster aufgebaut, einmal in den öffentlichen Behörden und natürlich auch in den Unternehmen. Wir müssen dann irgendwelche Zahlen liefern, und mir ist gar nicht klar, wie das im Anschluss ablaufen soll.“ Wenn alle erst einmal zahlen müssten und später einige etwas zurückfordern könnten, entstehe doch für die Buchhaltung ein immenser Aufwand. Last but not least treiben Nickelmann die hohen Mieten in Berlin um. Bereits geschlossene Ausbildungsverhältnisse von Nicht-Berlinern wurden wieder aufgelöst, weil die jungen Leute nichts Bezahlbares in Berlin gefunden haben. Fazit: Es ist noch nicht zu spät, die Einführung der Abgabe zu stoppen. Sie ist mit großen rechtlichen Risiken verbunden und schafft dabei keine wirksamen Lösungen. Stattdessen sollte alle Energie in eine sinnvolle Verlängerung des Bündnisses für Ausbildung und die Fokussierung auf gute Rahmenbedingungen für Wohnen und Mobilität, gelingende Berufsorientierung, erfolgreiches Matching und die Modernisierung der dualen Ausbildung als Ganzes gesetzt werden. Denn nachhaltige Wirkung braucht Zeit, und eine gelingende Zusammenarbeit aller Partner der beruflichen Bildung ist wichtig, um die begonnene Trendwende weiter zu konsolidieren und zu verfestigen. ■ Uwe Nickelmann Leiter Aus- und Weiter- bildung Aerticket GmbH Jetzt wird ein RiesenBürokratieMonster aufgebaut, in den Behörden und Unternehmen. FOTOS: GETTY IMAGES/TWOMEOWS, AERTICKET Ausbildungsplatzabgabe | 29
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