Berliner Wirtschaft März 2026

Grafiken: BW Quelle: IHK Berlin In dieser Gemengelage verharren die Unternehmen mit ihrer Personalplanung abwartend. Das Signal für die Arbeitsmarktregion Berlin-Brandenburg bleibt damit äußerst verhalten. Dabei unterscheiden sich die beiden Länder in der Stärke der Ausprägung. Während der Wert in Brandenburg auf minus 13 Punkte und damit auf einen krisenhaften Tiefstand fällt, stieg in Berlin der Indikator wieder auf null Punkte und deutet damit auf weiteren Stillstand auf dem Arbeitsmarkt. Damit liegt der Indikator jedoch auch in Berlin weiterhin auf einem niedrigen, sonst nur bei schweren, internationalen Krisen erreichten Niveau. Ebenso besorgniserregend ist die schwache Investitionsaktivität in der gesamten Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg. Zum dritten Mal in Folge liegt der zugehörige Indikator nur noch halb so hoch wie zu Ende der 2010er-Jahre. In beiden Ländern ist die Investitionsdynamik verhalten. Gezielte Investitionen wären wichtig Dabei sind Investitionen für die Zukunftsfähigkeit der Wirtschaft notwendig. Bleiben sie aus, wird nicht nur gegenwärtiges, sondern auch zukünftiges Wirtschaftswachstum geschmälert. Angesichts des demografischen Wandels und des damit verbundenen Fachkräftemangels sind gezielte Investitionen in Digitalisierung und Automatisierung unerlässlich, um die Produktivität zu steigern. Ohne entsprechende Maßnahmen riskieren die Unternehmen, im globalen Wettbewerb zurückzufallen und die wirtschaftliche Dynamik der Region nachhaltig zu beeinträchtigen. Über mehrere Umfragen positive Trends zeigen sich seit Jahren nicht, und zwar bei keinem der wichtigen Indikatoren. Es fehlt an kraftvollen politischen Initiativen, die den Standort attraktiver gestalten. Eine Folge dieses Nicht-Handelns ist die sich in vielen Unternehmen verfestigende Unschlüssigkeit. Genährt wird diese darüber hinaus von einer schwachen Binnennachfrage, nicht enden wollender Ungewissheit angesichts der Entwicklung internationaler Handelshemmnisse sowie der bisher nicht eingelösten Erwartung umfassender Entlastungen für die Wirtschaft durch die Bundespolitik. Um die Wirtschaft wieder auf einen stabilen Wachstumspfad zu führen, bedarf es erheblicher struktureller Verbesserungen am Standort. Es ist daher nicht überraschend, dass die Unternehmen der Metropolregion in den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen das größte Risiko für ihre Entwicklung sehen. ■ 102 Punkte beträgt der Konjunkturklimaindex, nur einen Zähler mehr als im Herbst 2025. Patrick Schulze, IHK-Experte für Konjunktur Tel.: 030 / 315 10-226 patrick.schulze@ berlin.ihk.de Konjunkturklimaindex Weiterhin liegt der Wert für Berlin und Brandenburg deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von 115 Punkten 122 107 78 102 75 100 125 '26 2025 2024 2023 2022 2021 JBFSH JB FSH JB FSH JB FSH JB FS H JB Jahresbeginn (JB), Frühsommer (FS) und Herbst (H) Erwartungen Geschäftslage 33 9 Jahresbeginn (JB), Jahresmitte (JM) und Herbst (H) -45 -4 Saldo der: -20 -40 -60 0 20 40 60 '26 2025 2024 2023 2022 2021 JBJMH JBJMH JBJMH JBJMH JB JM H JB Investitions- und Beschäftigungspläne Auch die für die Zukunft so wichtige Investitionsdynamik bleibt in Berlin wie in Brandenburg verhalten Geschäftslage und Geschäftserwartungen Auch wenn in einigen Branchen Zuversicht durchscheint, bestimmt vor allem Skepsis den Blick auf die Geschäfte Investitionen Personal 16 -5 32 18 Saldo der: -10 0 20 30 10 '26 2025 2024 2023 2022 2021 JBJMH JBJMH JBJMH JBJMH JB JM H JB Jahresbeginn (JB), Jahresmitte (JM) und Herbst (H) An der Umfrage teilnehmen Gerne können Sie Teil der Konjunkturumfrage und damit der wichtigsten Erhebung zur konjunkturellen Entwicklung in Berlin werden. Melden Sie sich einfach bei: patrick.schulze@ berlin.ihk.de FOTOS: ISTOCKPHOTO/KRUWT, FOTOSTUDIO CHARLOTTENBURG Konjunktur | 15 Berliner Wirtschaft 03 | 2026

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