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Fach­kräf­te

Gute Zeit für Qualifizierung

Die Phase der Kurzarbeit lässt sich zur Weiterbildung nutzen. Arbeitgeber können Zuschüsse für die Kosten und das Arbeitsentgelt beantragen.
von Julian Algner, Melanie Engler Ausgabe 06/2020

Mit beruflicher Qualifizierung sorgen Betriebe jetzt für einen dynamischen Aufschwung nach der Krise vor
Mit beruflicher Qualifizierung sorgen Betriebe jetzt für einen dynamischen Aufschwung nach der Krise vor. Foto: Getty Images/Utamaru Kido
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Warum Sie diesen Artikel lesen sollten

  • Aus der Not eine Tugend machen: Die aktuelle Krisenlage bietet Zeit für zusätzliche Qualifikationen.
  • Für Unternehmen ist attraktiv, dass Weiterbildungen umfangreich bezuschusst werden.

Durch das Qua­li­fi­zie­rungs­chan­cen­ge­setz gilt seit 2019, dass die Wei­ter­bil­dungs­för­de­rung für Beschäf­tig­te unab­hän­gig von Aus­bil­dung, Lebens­al­ter und Betriebs­grö­ße erfol­gen kann. Par­al­lel zu den über­nom­me­nen Wei­ter­bil­dungs­kos­ten für Beschäf­tig­te kön­nen Arbeit­ge­ber einen Zuschuss zum Arbeits­ent­gelt bean­tra­gen, wenn sie Beschäf­tig­te für eine Qua­li­fi­zie­rungs­maß­nah­me frei­stel­len und wäh­rend­des­sen das Arbeits­ent­gelt fort­zah­len. Bei­des setzt grund­sätz­lich eine Kofi­nan­zie­rung durch den Arbeit­ge­ber vor­aus. Die För­der­mög­lich­kei­ten sind nach Betriebs­grö­ße gestaf­felt:

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Klei­ne Unter­neh­men mit weni­ger als zehn Mit­ar­bei­ten­den kön­nen z. B. bis zu 100 Pro­zent der Wei­ter­bil­dungs­kos­ten erstat­tet bekom­men sowie einen Zuschuss von bis zu 75 Pro­zent für das Arbeits­ent­gelt wäh­rend der Wei­ter­bil­dung erhal­ten. Wird die För­de­rung für eine Per­son ohne Berufs­ab­schluss bean­tragt, die eine berufs­ab­schluss­be­zo­ge­ne Wei­ter­bil­dung macht, kann der Arbeits­ent­gelt­zu­schuss sogar bis zu 100 Pro­zent betra­gen. Durch das neue „Arbeit-von-mor­gen-Gesetz“, das jüngst vom Bun­des­tag beschlos­sen wur­de, sol­len bestehen­de För­der­mög­lich­kei­ten aus­ge­wei­tet wer­den. Dazu zäh­len unter ande­rem höhe­re Zuschüs­se, wenn ein grö­ße­rer Anteil der Beschäf­tig­ten eines Betrie­bes einer Anpas­sung der beruf­li­chen Kom­pe­ten­zen bedarf.

Ser­vice

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Vor­aus­set­zun­gen zur Wei­ter­bil­dungs­för­de­rung nach SGB III:

  • es wer­den Kennt­nis­se und Fer­tig­kei­ten ver­mit­telt, die über aus­schließ­lich arbeits­platz­be­zo­ge­ne Anpas­sungs­fort­bil­dun­gen hin­aus­ge­hen
  • der Erwerb des Berufs­ab­schlus­ses liegt min­des­tens vier Jah­re zurück
  • in den letz­ten vier Jah­ren vor Antrag­stel­lung wur­de nicht an einer nach dem SGB III geför­der­ten beruf­li­chen Wei­ter­bil­dung teil­ge­nom­men
  • die Maß­nah­me wird außer­halb des Betriebs durch­ge­führt und dau­ert mehr als 160 h (nach Inkraft­tre­ten des „Arbeit-von-mor­gen-Geset­zes“ nur noch mehr als 120 h)
  • die Maß­nah­me und der Trä­ger der Maß­nah­me sind für die För­de­rung zuge­las­sen
  • der Arbeit­neh­mer ist von Struk­tur­wan­del betrof­fen oder strebt Wei­ter­bil­dung in Eng­pass­be­ruf an (die­ses gilt nur bei Betrie­ben ab 250 Beschäf­tig­ten).

Vor­ge­hen zur Bean­tra­gung der För­de­rung

  • Arbeitgeber/Arbeitnehmer las­sen sich zur Über­nah­me der Weiterbildungs­kosten bei Agen­tur für Arbeit/Jobcenter bera­ten und fül­len einen Fra­ge­bo­gen aus
  • die Agen­tur für Arbeit/das Job­cen­ter prüft, ob För­de­rung mög­lich ist. Bei Zusa­ge erhal­ten die Beschäf­tig­ten i. d. R. einen Bil­dungs­gut­schein
  • Hil­fe­stel­lun­gen zur Aus­wahl: Merk­blatt „För­de­rung der beruf­li­chen Wei­ter­bil­dung“ der ­Agen­tur für Arbeit
  • Bil­dungs­gut­schein wird bei zuge­las­se­nem Wei­ter­bil­dungs­trä­ger der Wahl ein­ge­löst

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