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Die Ergebnisse der Gründungsumfrage 2020 belegen die immense wirtschaftliche Bedeutung von Hochschul-Start-ups für die Hauptstadtregion.
von Stefanie Dümmig Ausgabe 10/2020

Die Ergebnisse der Gründungsumfrage 2020 belegen die immense wirtschaftliche Bedeutung von Hochschul-Start-ups für die Hauptstadtregion. Foto: Getty Images
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Warum Sie diesen Artikel lesen sollten

  • Die Gründungsumfrage 2020 zeigt, wie viel Gründungsförderung allein an Universitäten bewirkt.
  • Die Unterstützung wird auch von den Gründern als sehr relevant für ihren heutigen Erfolg eingeschätzt.

Seit 15 Jah­ren bau­en öffent­li­che Hoch­schu­len ihre Akti­vi­tä­ten zur Stär­kung der Grün­dungs­kul­tur immer mehr aus, indem sie wis­sen­schafts­ba­sier­te Unter­neh­mens­grün­dun­gen mit viel­fäl­ti­gen Ange­bo­ten unter­stüt­zen. Die Grün­dungs­um­fra­ge 2020 im Umfeld von zehn Hoch­schu­len in Ber­lin und Pots­dam zeigt nun, wel­che Wirt­schafts­kraft von die­sen Hoch­schul-Start-ups aus­geht und wie wich­tig die­se Grün­dungs­för­de­rung sowie die Schaf­fung eines inno­va­ti­ven Umfel­des an den Hoch­schu­len für die Haupt­stadt­re­gi­on sind: Mit einem geschätz­ten Umsatz von 8,4 Mil­li­ar­den Euro und 62.600 Beschäf­tig­ten erziel­ten die 5.120 erreich­ten Unter­neh­men und Selbst­stän­di­gen im Jahr 2019 einen rele­van­ten wirt­schaft­li­chen Effekt. Bezo­gen auf den Umsatz der Aus­grün­dun­gen, hät­ten sie damit mehr als das Vier­fa­che der Lan­des­fi­nan­zie­rung für die Ber­li­ner Hoch­schu­len erwirt­schaf­tet, denn der Hoch­schul­etat lag 2019 bei rund 1,9 Mil­li­ar­den Euro.

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80 Pro­zent der befrag­ten Unter­neh­men grün­de­ten in Ber­lin-Bran­den­burg. In 61 Pro­zent der erfass­ten Grün­dun­gen ste­hen wis­sens­in­ten­si­ve Bera­tung, krea­ti­ve sowie IKT-Dienst­leis­tun­gen im Fokus. Dabei lie­gen die The­men Inter­na­tio­na­li­sie­rung, Nach­hal­tig­keit und Künst­li­che Intel­li­genz (KI) im Trend: 15 Pro­zent der befrag­ten Unter­neh­men sind im Bereich KI ange­sie­delt. Bei rund einem Vier­tel der Grün­dun­gen sind inter­na­tio­na­le Team-Mit­glie­der betei­ligt, und 29 Pro­zent erzie­len ihren Umsatz haupt­säch­lich auf inter­na­tio­na­len Märk­ten. Für die Unter­neh­mens­füh­rung der meis­ten befrag­ten Unter­neh­men sind sozia­le und öko­lo­gi­sche Gesichts­punk­te eben­so wich­tig wie die öko­no­mi­schen, womit sie aus ihrer Sicht wesent­lich zur Erfül­lung der Sustainab­le Deve­lop­ment Goals (SDG) der Ver­ein­ten Natio­nen bei­tra­gen. 

Der Erfolg der inten­si­vier­ten Arbeit der Hoch­schul­in­ku­ba­to­ren zeigt sich auch dar­an, dass 72 Pro­zent der Unter­neh­men in den letz­ten zehn Jah­ren gegrün­det wur­den. 35 Pro­zent davon allein seit 2017. Dabei schät­zen die unter­stütz­ten Start-ups die Rele­vanz der Grün­dungs­un­ter­stüt­zung an den Hoch­schu­len als sehr hoch ein: So geben 96 Pro­zent an, dass die genutz­ten För­der­pro­gram­me „sehr bedeu­tend“ und „bedeut­sam“ für ihre Grün­dung waren. 87 Pro­zent geben an, dass die Mög­lich­keit der Nut­zung von Räum­lich­kei­ten, Labo­ren und Pro­to­ty­pen­werk­stät­ten eine wesent­li­che Rol­le für ihre Grün­dung gespielt hat. Zudem wird die Unter­stüt­zung bei der Suche einer Anschluss­fi­nan­zie­rung von 86 Pro­zent als rele­vant ein­ge­schätzt. 70 Pro­zent der gegrün­de­ten Unter­neh­men pfle­gen wei­ter­hin Kon­takt zu ihrer Alma Mater oder koope­rie­ren mit ihr. Sehr posi­tiv ist auch, dass 76 Pro­zent der Befrag­ten ihre Erfah­run­gen an die jun­ge Grün­der­ge­nera­ti­on wei­ter­ge­ben möch­ten. 

Damit bringt die Grün­dungs­för­de­rung an den Hoch­schu­len inno­va­ti­ve Effek­te, die die gesam­te Ber­li­ner Wirt­schaft stär­ken. 

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