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Berliner Firmen trotzen der Krise

Resignation ist in Zeiten der Corona-Pandemie der falsche Weg. Zehn Beispiele zeigen, wie mit kreativen Ideen die Not gelindert werden kann.
von Julian Algner, Melanie Engler Ausgabe 05/2020

Vor der Kamera: Patricia Thielemann bietet Yoga online für ihre Kunden an
Vor der Kamera: Patricia Thielemann bietet Yoga online für ihre Kunden an. Foto: Spirit Yoga
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Warum Sie diesen Artikel lesen sollten

  • Die Corona-Krise trifft die Wirtschaft hart, auch in Berlin.
  • Doch immer mehr Unternehmen finden Wege, sogar gestärkt aus der Krise herauszugehen.

1. Umsät­ze durch Online-Yoga 

Spi­rit Yoga ist mit mehr als 100 fes­ten und frei­en Mit­ar­bei­tern eines der größ­ten Yoga-Stu­di­os in Ber­lin, mit Stand­or­ten in Zehlen­dorf, Char­lot­ten­burg und Mit­te. Für Geschäfts­füh­re­rin Patri­cia Thie­le­mann war es ein Schock, plötz­lich alle Ein­nah­men zu ver­lie­ren. „Aber wir haben uns schnell berap­pelt und uns gefragt, wie wir Kos­ten spa­ren und mit der Situa­ti­on umge­hen kön­nen“, erzählt sie. Sie beschloss, einen Kre­dit auf­zu­neh­men und Kurz­ar­beit zu bean­tra­gen. Dar­über hin­aus ent­stand die Idee, ein Online-Yoga zu ent­wi­ckeln. Patri­cia Thie­le­mann war zunächst skep­tisch, da ihre Stu­di­os von beson­de­ren Räum­lich­kei­ten und die Kur­se vom Gemein­schafts­ge­fühl leben. Zudem fie­len neue Kos­ten an, da Online-Strea­ming ein ganz neu­es Feld für Spi­rit Yoga ist. Doch die Yoga-Leh­re­rin wur­de über­rascht. Pro Online-Kurs neh­men 100 bis 200 Kun­den teil. Das Feed­back ist posi­tiv. Auch die Aus­bil­dung von Yoga­leh­rern, die zum Geschäft von Spi­rit Yoga gehört, lässt Patri­cia Thie­le­mann nicht ein­schla­fen. Sie hat Online-Wei­ter­bil­dungs­an­ge­bo­te geschaf­fen, die eben­falls ange­nom­men wer­den. Jetzt sind immer­hin ein paar Ein­nah­men da, aber eine Erfolgs­ge­schich­te ist es lei­der noch nicht. Etwa drei Mona­te kann Spi­rit Yoga dank des Kre­di­tes und der Online-Umsät­ze durch­hal­ten. Wenn Spi­rit Yoga aber alles über­steht, dann kann Thie­le­mann sich vor­stel­len, Online-Modu­le fest im Kurs­pro­gramm zu eta­blie­ren. 

www.spirityoga.de

Zuschüs­se besänf­ti­gen die Brän­de, löschen das Feu­er aber nicht.
Duc Ngu­y­en

2. Des­in­fek­ti­ons­mit­tel statt Sushi 

Duc Ngu­y­en betreibt in Deutsch­land mit 110 Mit­ar­bei­tern acht Restau­rants, fünf davon mit 70 Mit­ar­bei­tern in Ber­lin. Vor der Kri­se flo­rier­ten die Geschäf­te. Jabe, ein Restau­rant mit japa­ni­scher Küche, ist gera­de vor einem Jahr eröff­net wor­den. Dass er plötz­lich alle gas­tro­no­mi­schen Betrie­be schlie­ßen muss­te, hat Duc Ngu­y­en hart getrof­fen. Eini­ge Loka­le sind in Ein­kaufs­cen­tern und kön­nen nicht ein­mal einen Abhol­dienst anbie­ten. Dort, wo Takea­way mög­lich ist, deckt es nicht die Kos­ten, erklärt Duc Ngu­y­en. Auch mit­hil­fe der Sofort­zu­schüs­se kommt er nicht über die Run­den. „Die Zuschüs­se besänf­ti­gen die Brän­de, löschen das Feu­er aber nicht“, so der Geschäfts­füh­rer. Vor allem die Mie­ten sind schwer zu zah­len. Stun­dun­gen allein hel­fen nicht. Für die Mit­ar­bei­ter hat er Kurz­ar­beit ange­mel­det. Gering­fü­gi­ge Beschäf­tig­te muss­te er lei­der ent­las­sen. „Aber bevor man taten­los zuschaut, wie alles aus­ein­an­der­fällt, neh­men wir die offen­sicht­li­chen Auf­ga­ben lie­ber selbst in die Hand“, sagt der Gas­tro­nom. Als Aus­weg hat Duc Ngu­y­en mit dem Ver­trieb von Des­in­fek­ti­ons­mit­teln und Atem­schutz­mas­ken begon­nen. Er hat erkannt, dass es durch­aus genug Des­in­fek­ti­ons­mit­tel gibt, aber nicht genug Per­so­nal, das den Ver­trieb managt. Jetzt kauft er gro­ße Men­gen von Groß­händ­lern und Pro­du­zen­ten, füllt die­se in klei­ne­re Por­tio­nen ab und ver­kauft sie wei­ter – zum Bei­spiel an Rei­ni­gungs­fir­men, Kran­ken­häu­ser, Apo­the­ken oder öffent­li­che Ein­rich­tun­gen. Bei den Schutz­mas­ken beob­ach­tet er, dass Kran­ken­häu­ser bis­lang noch nicht über das nöti­ge Know-how und wenig Erfah­rung im Im- und Export­ge­schäft ver­fü­gen. Auch hier hilft er aus. „Es bedarf Pro­fis, die den Ser­vice für Kran­ken­häu­ser durch­füh­ren“, sagt Duc Ngu­y­en. Er küm­mert sich auch um den Trans­port. Ngu­y­en ist auch bereit, selbst Risi­ken ein­zu­ge­hen. Sein Fazit mit den neu­en Geschäfts­mo­del­len: „Es läuft ganz gut. Die Nach­fra­ge ist grö­ßer als das Ange­bot.“  

www.hygeia-plus.com 

3. Ein Haken als Schutz vor Viren 

Die 1-2-3 Beschlä­ge GmbH steht in der Coro­na-Kri­se noch recht gut da. Seit 24 Jah­ren gibt es den Fach­han­del für Tisch­le­rei­be­darf in Ber­lin. Der Groß­han­del boomt sogar. Belie­fert wer­den unter ande­rem Kran­ken­häu­ser. Doch der Ein­zel­han­del muss­te her­un­ter­ge­fah­ren wer­den. Die Mit­ar­bei­ter sind in Kurz­ar­beit. Glück­li­cher­wei­se hat 1-2-3 auch einen Online­shop, der vor allem aus Öster­reich, der Schweiz und Süd­deutsch­land höhe­re Auf­trags­ein­gän­ge ver­zeich­net. „Wir gehen davon aus, dass die Kun­den dort auf­grund der Aus­gangs­sper­ren anders nicht an die Ware kom­men“, sagt 1-2-3-Sales-Mana­ger Klaus Aulen­ba­cher. Jetzt in der Kri­se gilt für ihn: „Ärmel hoch und durch; nicht den Kopf hän­gen las­sen. Viel­leicht auch ein­mal über den Tel­ler­rand raus­gu­cken und neue Geschäfts­fel­der erschlie­ßen.“ So kam es, dass 1-2-3 jetzt ein neu­es Pro­dukt mit dem Ent­wick­ler „#3DPrintNovesia“ auf den Markt gebracht hat: den Coro­na-Haken „#Porz­Hook“, mit dem Men­schen nicht mehr mit der blo­ßen Hand Tür­klin­ken anfas­sen müs­sen. Die Non-Pro­fit-Idee ist gut ange­kom­men: 7.000 Haken wur­den schon aus­ge­lie­fert.  

www.1-2-3beschlaege.de 

New Wave Sportswear stellt sich auf die Krise ein und fertigt Masken
New Wave Sports­we­ar stellt sich auf die Kri­se ein und fer­tigt Mas­ken. Foto: New Wave Sports­we­ar GmbH

4. Schutz­mas­ken aus der Sports­we­ar-Pro­duk­ti­on 

Die New Wave Sports­we­ar GmbH stellt in ihrer Pro­duk­ti­ons­stät­te in Span­dau mit knapp 20 Mit­ar­bei­tern Sport­be­klei­dung ins­be­son­de­re für den Ruder­sport her. Auch New Wave Sports­we­ar trifft Coro­na hart. Ver­eins­be­trie­be sind gesperrt und Sport­events wie Euro­pa- und Welt­meis­ter­schaf­ten sowie die Olym­pi­schen Spie­le in Tokio wur­den für die gesam­te Sai­son abge­sagt. Dem­nach ist in die­ser Zeit auch die Nach­fra­ge nach Ruder­be­klei­dung gesun­ken. Die Auf­trags­ein­gän­ge gin­gen um mehr als 80 Pro­zent zurück. Kurz­ar­beit sowie Zuschüs­se und Kre­di­te sind für Geschäfts­füh­rer Horst Bor­chert die aller­letz­te Opti­on, die es zu ver­mei­den gilt. Doch Not macht erfin­de­risch. Anstel­le von Ein­tei­lern, Wes­ten und Co. ste­hen von nun an Mund-Nasen-Mas­ken auf dem Pro­duk­ti­ons­plan. In nur weni­gen Tagen wur­den die Abläu­fe und die gesam­te Pro­duk­ti­on umge­stellt. Ver­wen­det wer­den hoch­wer­ti­ge, anti­bak­te­ri­el­le Stof­fe, die durch ein­ge­la­ger­te Sil­ber­io­nen eine Bil­dung von Bak­te­ri­en abwen­den. „Unse­re bio­ak­ti­ven Mund-Nasen-Mas­ken sind sehr spe­zi­ell und kön­nen so schnell nicht von jedem Anbie­ter pro­du­ziert wer­den“, erklärt Bor­chert. Zusätz­lich setzt New Wave Sports­we­ar auf die Nach­hal­tig­keit und Wie­der­ver­wend­bar­keit der Mas­ken, die nach einer Haus­halts­wä­sche bei 60 bis 95 Grad wie­der ein­satz­fä­hig sind. „Der Ver­trieb fin­det vor­erst über den Online­shop oder Direkt­kon­tak­te des Teams statt. New Wave arbei­tet dar­an, wei­te­re Ver­triebs­struk­tu­ren auf­zu­bau­en, wie zum Bei­spiel einen Ver­kauf über Apo­the­ken. Die ers­ten grö­ße­ren Bestel­lun­gen kamen von Pfle­ge­hei­men und sons­ti­gen pri­va­ten Unter­neh­men, die inner­halb von weni­gen Werk­ta­gen belie­fert wer­den konn­ten. „Es ist gut mög­lich, dass wir mit der Pro­duk­ti­on unse­rer Bio-Active-Mas­ke auch nach der Kri­se wei­ter­ma­chen wer­den“, sagt Bor­chert. 

www.newwave.de 

Unse­re bio­ak­ti­ven Mund-Nasen-Mas­ken sind sehr spe­zi­ell.
Horst Bor­chert

5. Car­sha­ring-Autos auf Zeit zum hal­ben Preis 

Das Coro­na-Virus tut auch dem Car­sha­ring-Geschäft nicht gut. Bei cam­bio sind die Buchun­gen bun­des­weit um 40 bis 80 Pro­zent ein­ge­bro­chen. In Ber­lin sind es „nur“ 40 Pro­zent. Den­noch ist Hälf­te der Mit­ar­bei­ter in Kurz­ar­beit. Geschäfts­füh­rer Nor­bert Jage­mann hat­te aber eine Idee, um bes­ser durch die Kri­se zu kom­men. Er bie­tet Autos nun fest für zwei Wochen an – und zwar für 50 Pro­zent des sonst übli­chen Zeit­prei­ses. Die Reso­nanz ist gut, denn der Bedarf an fes­ten Autos ist in Coro­na-Zei­ten höher, da der öffent­li­che Per­so­nen­nah­ver­kehr nur noch aus­ge­dünnt statt­fin­det und vie­le den öffent­li­chen Raum in Bus­sen und Bah­nen scheu­en. „Wer jetzt zum Bei­spiel in Kran­ken­häu­sern arbei­tet, weiß auch nicht immer, wann die Nacht­schicht endet. Da ist ein fes­tes Auto ange­nehm“, erklärt Nor­bert Jage­mann. Ein gro­ßes Geschäft ist der neue Tarif zum hal­ben Preis nicht. Doch die Autos ste­hen nicht mehr her­um und decken größ­ten­teils die Fix­kos­ten. So müs­sen die müh­sam in Gara­gen und Hin­ter­hö­fen ange­mie­te­ten Stell­plät­ze nicht gekün­digt wer­den. 

www.cambio-carsharing.de 

6. Pro­fes­sio­nel­le Hil­fe für Kin­der 

Frö­bel ist Deutsch­lands größ­ter über­re­gio­na­ler frei­gemein­nüt­zi­ger Trä­ger von Kin­der­krip­pen, Kin­der­gär­ten und Hor­ten. In Ber­lin ist Frö­bel mit 25 Kin­der­gär­ten in meh­re­ren Bezir­ken prä­sent. Die Ein­rich­tun­gen sind von den Maß­nah­men der Bun­des­re­gie­rung zur Ein­däm­mung der Coro­na-Pan­de­mie von Anfang an direkt betrof­fen gewe­sen. Grund­sätz­lich war die Regel­be­treu­ung der Kin­der nicht mehr mög­lich. Sofort wur­de aber mit der Not­be­treu­ung begon­nen. Im ers­ten Schritt durf­ten Kin­der nur not­be­treut wer­den, wenn bei­de Eltern­tei­le sys­tem­re­le­van­te Beru­fe aus­üben. Im zwei­ten reich­te es, wenn ein Eltern­teil in einem sys­tem­re­le­van­ten Beruf (zum Bei­spiel im Gesund­heits­we­sen oder bei der Poli­zei) tätig ist. Frö­bel hat pro­ak­tiv Kon­takt mit Kli­ni­ken auf­ge­nom­men, um die Not­be­treu­ung der Kin­der in Abstim­mung mit der Kita­auf­sicht sicher­zu­stel­len. Eine Her­aus­for­de­rung ist, die Not­be­treu­ung so zu gestal­ten, dass im Fall einer Infek­ti­on nicht die gan­ze Ein­rich­tung geschlos­sen wer­den muss. Das heißt: Die Grup­pen dür­fen nicht zu groß sein. Wich­tig war Geschäfts­füh­rer Ste­fan Spie­ker auch, Kin­der­schutz­the­men im Blick zu behal­ten, ins­be­son­de­re die Prä­ven­ti­on vor häus­li­cher Gewalt. Hier­zu wur­den Tele­fon-Bera­tungs­an­ge­bo­te durch beson­ders aus­ge­bil­de­te Kin­der­schutz­be­auf­trag­te – sogar in meh­re­ren Spra­chen – geschaf­fen. Über einen täg­li­chen News­let­ter wer­den Mit­ar­bei­ter lau­fend infor­miert. Die Eltern erhal­ten alle ein bis zwei Wochen eine Infor­ma­ti­on mit Spiel-, Bas­tel- und Expe­ri­men­tier­ide­en, die sich ein­fach umset­zen las­sen. Auch wur­den ers­te Ver­su­che für unter­schied­li­che Live-Online-Ange­bo­te gestar­tet, zum Bei­spiel Video­grü­ße von Erzie­hern aus dem Kin­der­gar­ten und vir­tu­el­le Mor­gen­krei­se. Das Feed­back der Eltern ist sehr posi­tiv.  

www.froebel-gruppe.de 

Fröbel betreibt in der Hauptstadt 25 Kindergärten in mehreren Bezirken
Frö­bel betreibt in der Haupt­stadt 25 Kin­der­gär­ten in meh­re­ren Bezir­ken. Foto: Foto­gra­fie Vogel­wild und And­res

7. Hygie­ne-Schutz­wand als Coro­na-Pro­dukt 

Der Ber­li­ner Druck­spe­zia­list Laser­line hat inner­halb kür­zes­ter Zeit star­ke Rück­gän­ge der Umsät­ze ver­zeich­net. „Die Coro­na-Pan­de­mie ist die bis­her größ­te Her­aus­for­de­rung für das Unter­neh­men Laser­line“, sagt Geschäfts­füh­rer Mar­tin Sted­ler. Doch es geht wei­ter, denn vie­le Kun­den pla­nen für die Zeit nach der Kri­se und sen­den auch wei­ter­hin Druck­auf­trä­ge an Laser­line. Mar­tin Sted­ler hat daher über­all dort, wo es mög­lich ist, das mobi­le Arbei­ten ein­ge­führt und Mit­ar­bei­ter ins Home­of­fice geschickt. Gleich­zei­tig wur­de ein neu­es Pro­dukt ent­wi­ckelt: eine Hygie­neschutz­wand aus Poly­car­bo­nat. Damit kön­nen zum Bei­spiel die Mit­ar­bei­ter im Ein­zel­han­del vor Infi­zie­run­gen geschützt wer­den. Vom Markt wur­de die Wand sehr schnell und sehr gut ange­nom­men. Laser­line tes­tet dar­über hin­aus auch ande­re Pro­dukt­ide­en, so zum Bei­spiel bedruck­te Gesichts­mas­ken. Geschäfts­füh­rer Mar­tin Sted­ler sieht dar­in auch einen Tür­öff­ner, um mit Kun­den über wei­te­re Pro­duk­te zu spre­chen. Wir fra­gen uns: Was braucht der Kun­de gera­de jetzt, und wie kön­nen wir uns dar­auf ein­stel­len?“, erklärt der Laser­line-Chef.  

www.laser-line.de

Wich­tig ist uns die Prä­ven­ti­on vor häus­li­cher Gewalt.
Ste­fan Spie­ker

8. Gut­schein-Hil­fe für die Gas­tro­no­mie 

Kars­ten Kos­satz hat vie­le Freun­de und Bekann­te in der Gas­tro­no­mie – einer Bran­che, die ganz beson­ders hart von der Coro­na-Kri­se betrof­fen ist und ohne Hil­fen nicht lan­ge durch­hal­ten kann. Mit dem Ster­ben der Restau­rants, Bars und Cafés wür­den sich auch die Kieze ver­än­dern und die Anwoh­ner an Lebens­qua­li­tät ver­lie­ren. Am 5. März hat­te Kos­satz eine Idee, wie jeder einen Bei­trag leis­ten kann, um das Ster­ben zu ver­hin­dern. Es ent­stand die Platt­form „helfen.berlin“, die in nur vier Tagen auf­ge­baut und schon am 20. März online gehen konn­te. Ehren­amt­lich sind 30 Mit­ar­bei­ter für die Platt­form tätig. Die Grund­idee: Stamm­gäs­te kön­nen über die Platt­form Gut­schei­ne für ihre Lieb­lings­or­te kau­fen, die sie nach der Kri­se ein­lö­sen kön­nen. Den Gas­tro­no­men fließt so wert­vol­le Liqui­di­tät zu. Durch Netz­wer­ke und die Medi­en wur­de „helfen.berlin“ schnell bekannt und ein vol­ler Erfolg. Schon vier Wochen nach­dem die Platt­form online ging, wur­den Gut­schei­ne im Wert von einer Mil­li­on Euro ver­kauft. „Die Gas­tro­no­mie ist unglaub­lich dank­bar“, erzählt Kos­satz. Und es geht dabei nicht nur um die finan­zi­el­le, son­dern auch um eine psy­cho­lo­gi­sche Kom­po­nen­te. „Es ist eine deut­li­che Bot­schaft der Stamm­gäs­te an ihre Lieb­lings­or­te“, so Kos­satz. „Durch die Unter­stüt­zung wird den Betrof­fe­nen Zuver­sicht, Mut und Soli­da­ri­tät geschenkt. Dies ist beson­ders wich­tig in Zei­ten der Iso­la­ti­on. Den Unter­neh­men wer­de so Mut gemacht, und sie wüss­ten wie­der, wofür sie kämp­fen. Kos­satz: „Gesell­schaft funk­tio­niert nur, wenn es allen gut geht. Die Initia­ti­ve ,helfen.berlin‘ zeigt, dass wir Ber­li­ne­rin­nen und Ber­li­ner ver­ste­hen und dass wir für­ein­an­der Ver­ant­wor­tung über­neh­men.“  

www.helfen.berlin 

Karsten Kossatz hatte die Idee für „helfen.berlin“ schon im März
Kars­ten Kos­satz hat­te die Idee für „helfen.berlin“ schon im März. Foto: helfen.berlin

9. New Work bewährt sich in der Kri­se 

Die Fir­ma Soul­pro­duc­ts pro­du­ziert wie­der­ver­wert­ba­re Was­ser­fla­schen aus Glas- und Edel­stahl – die Soul­bot­t­les. Mit­te März wur­den die Ein­schnit­te im Ein­zel­han­del für Soul­pro­duc­ts spür­bar. Immer­hin pro­fi­tiert das Unter­neh­men noch von der Online-Nach­fra­ge. Genutzt wer­den soll die Kri­se, um das „mensch­li­che und empa­thi­sche Ver­hält­nis“ zu den Kun­den aus dem Ein­zel­han­del wei­ter zu ver­bes­sern, erklärt Co-Geschäfts­füh­rer Patrik Boadu. Ihnen wird so gut es geht ent­ge­gen­ge­kom­men, zum Bei­spiel indem neue Zah­lungs­zie­le ein­ge­räumt wer­den. Bewährt hat sich, dass Soul­pro­duc­ts schon län­ger New Work prak­ti­ziert. Mit der Umstel­lung auf das mobi­le Arbei­ten im Home­of­fice gab es kei­ne Pro­ble­me. 

www.soulbottles.de

Gesell­schaft funk­tio­niert nur, wenn es allen gut geht.
Kars­ten Kos­satz

10. OP-Mas­ken als neu­es Geschäfts­feld 

Bei Anwidea stockt das Geschäft auf­grund der Coro­na-Kri­se sowohl in der Phar­ma­be­ra­tung als auch im Groß­han­del mit Pro­duk­ten wie Safran. Kurz­ar­beit, Stun­dun­gen der Steu­er­vor­aus­zah­lun­gen und Zuschüs­se aus Lan­des- und Bun­des­mit­teln sind auf der einen Sei­te Maß­nah­men, mit denen Geschäfts­füh­re­rin Ant­je Kirs­ten Wich­mann gegen­steu­ert. Dane­ben wird die Pro­duk­ti­on von Atem­schutz- und OP-Mas­ken auf­ge­nom­men. Sobald ein Pro­to­typ erstellt ist, will Anwidea-Che­fin Wich­mann das Pro­dukt zer­ti­fi­zie­ren las­sen, damit es als Medi­zin­pro­dukt zuge­las­sen wer­den kann. Bes­ten­falls in einem hal­ben Jahr kön­nen die neu­en Pro­duk­te auf den Markt kom­men.  

www.anwidea.com 

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