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Hand in Hand zur smarten Metropole

Das Bundesinnenministerium fördert Berlin als „Modellprojekt Smart City“: Mit Vertretern der gesamten Stadtgesellschaft und unter Federführung des CityLAB Berlin wird eine neue Strategie erarbeitet. Wichtig bleibt dabei eine Reform der Verwaltungsstrukturen.
Sebastian Stietzel, Vorsitzender des Kompetenzteams Mittelstand der IHK Berlin und Mitglied des Vorstands der Lumaland AG Sebastian Stietzel Ausgabe 10/2020

Den Wirtschaftsstandort Berlin qualitativ weiterentwickeln – das ist das Ziel des Kompetenzteams Mittelstand, einer Initiative des Ehrenamts der IHK Berlin. Foto: Fang Xia Nuo
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Warum Sie diesen Artikel lesen sollten

  • Mit einem Strategiebeirat soll ein Kompass für den Weg zur Smart City erarbeitet werden.
  • Unerlässlich sind Verwaltungsstrukturen, die diesen Prozess tragen können.

Nun also doch: Im zwei­ten Anlauf wird Ber­lin „Modell­pro­jekt Smart City“ im Rah­men des För­der­pro­gramms vom Bun­des­mi­nis­te­ri­um des Innern, für Bau und Hei­mat (BMI). Beim ers­ten Mal waren wir noch haus­hoch an den inno­va­ti­ve­ren klei­nen Kom­mu­nen geschei­tert. Sei­ner­zeit war die Smart-City-Stra­te­gie Ber­lins nur mit hei­ßer Nadel gestrickt und dem­entspre­chend wenig kon­kret und visio­när.

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Die­ses Mal ist die zukunfts­wei­sen­de Stra­te­gie selbst Teil des Pro­jekts. Mit gro­ßer Betei­li­gung der gesam­ten Stadt­ge­sell­schaft inklu­si­ve Wirt­schaft und Wis­sen­schaft soll nun eine Visi­on für die smar­te Stadt Ber­lin ent­ste­hen, die der Grö­ße, Viel­falt und Leis­tungs­fä­hig­keit unse­rer Metro­po­le gerecht wird. Damit wird gleich zu Beginn auf das Mot­to des För­der­pro­gramms „Gemein­wohl und Netzwerkstadt/Stadtnetzwerk“ ein­ge­gan­gen. Der geplan­te Stra­te­gie­bei­rat setzt sich aus Ver­tre­tern von Zivil­ge­sell­schaft, Wis­sen­schaft, Wirt­schaft und Ver­wal­tung zusam­men und folgt damit dem erfolg­rei­chen Vor­bild des City­LAB Ber­lin, das auch bei Erar­bei­tung und Umset­zung der neu­en Smart-City-Stra­te­gie feder­füh­rend sein wird.  

Leis­tungs­fä­hi­ge Struk­tu­ren braucht es aber auch in der Ber­li­ner Ver­wal­tung. Das mit einer smar­ten Stadt eng ver­bun­de­ne Pro­jekt der Digi­ta­li­sie­rung erstreckt sich gleich über sechs ver­schie­de­ne Zustän­dig­kei­ten inner­halb des Senats. Da reicht es auch nicht aus, wenn der für Smart City zustän­di­ge Staats­se­kre­tär für Ver­wal­tungs­mo­der­ni­sie­rung, Dr. Frank Näge­le, direkt der Senats­kanz­lei zuge­ord­net ist. Es feh­len hier die Durch­griffs­rech­te, um Quer­schnitts­the­men wie Digi­ta­li­sie­rung und Smart City für Ber­lin ins­ge­samt zu pla­nen, zu koor­di­nie­ren und umzu­set­zen. Selbst die per Gesetz mit res­sort­über­grei­fen­den Rech­ten aus­ge­stat­te­te und beim Innen­se­na­tor plat­zier­te IKT-Staats­se­kre­tä­rin, Sabi­ne Smen­tek, schei­tert viel zu oft an den poli­ti­schen Mau­ern ande­rer Senats- oder Bezirks­ver­wal­tun­gen.   

Wir hof­fen daher, dass der Regie­ren­de Bür­ger­meis­ter, Micha­el Mül­ler, die Chan­ce die­ser För­de­rung in sei­ner aus­lau­fen­den Regent­schaft nutzt, um die not­wen­di­gen Struk­tu­ren inner­halb der Ber­li­ner Ver­wal­tung ziel­füh­rend und über die nächs­te Wahl hin­aus zu eta­blie­ren. Glei­ches gilt für die Ein­bin­dung der Ber­li­ner Stadt­ge­sell­schaft: Die Par­ti­zi­pa­ti­on und Koope­ra­ti­on in die Stadt hin­ein und mit inter­es­san­ten Part­nern von außen darf nicht wie­der als Stroh­feu­er enden.    

Das Kom­pe­tenz­team Mit­tel­stand unter­stützt die­ses wich­ti­ge Pro­jekt unter ande­rem durch Akti­vi­tä­ten zur Samm­lung von Best-Prac­tices und Lösungs­vor­schlä­gen im Rah­men der Digi­tal­of­fen­si­ve der IHK Ber­lin und durch das geplan­te Dia­log­for­mat zur zukunfts­ori­en­tier­ten öffent­li­chen Ver­ga­be. 

Sebas­ti­an Stiet­zel ist Vor­sit­zen­der des IHK-Kom­pe­tenz­teams Mit­tel­stand und Mit­glied der Geschäfts­lei­tung der The Soci­al Chain AG 

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