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Schritte zur Revitalisierung der Stadt

Jetzt liegt es an Politik und Verwaltung, Rahmenbedingungen zu schaffen, die das Wachstum Berlins wieder fördern. In vier Bausteinen hat die IHK skizziert, wie es gelingen kann, die Wirtschaft wieder auf Kurs zu bringen.
Ausgabe 06/2020

Wiederbelebung lautet das Gebot der Stunde für die Stadt und die Wirtschaft
Wiederbelebung lautet das Gebot der Stunde für die Stadt und die Wirtschaft. Foto: Getty Images/Busà Photography
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Warum Sie diesen Artikel lesen sollten

  • Nach der Krise ist vor dem Wachstum: Schrittweise muss Berlins Wirtschaft zur Normalität zurückkehren können.
  • Klare Perspektiven sind für die Unternehmen unerlässlich. Sie brauchen vor allem Planbarkeit.

Auch die jüngs­ten Locke­run­gen der Coro­na-Maß­nah­men wer­den die tie­fen Ein­brü­che in der Wirt­schaft nicht wett­ma­chen kön­nen. Damit die Ber­li­ner Wirt­schaft zumin­dest mit­tel­fris­tig wie­der Fahrt auf­neh­men kann, müs­sen Poli­tik und Ver­wal­tung nun wachs­tums­för­dern­de Rah­men­be­din­gun­gen schaf­fen. Was als Kon­se­quenz aus dem gesund­heits­po­li­tisch Not­wen­di­gen begon­nen hat, muss jetzt in eine kla­re Stra­te­gie zur Ret­tung der Unter­neh­men über­führt wer­den. Dazu hat die IHK Ber­lin ein Papier erar­bei­tet: „Wege aus dem Lock­down: Vier Bau­stei­ne zur Revi­ta­li­sie­rung der Ber­li­ner Wirt­schaft“.

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Kla­re Per­spek­ti­ven not­wen­dig

In einem ers­ten Schritt muss es nach Ansicht des IHK-Prä­si­di­ums vor allem Öff­nungs­per­spek­ti­ven für Gas­tro­no­mie, Hotel­le­rie und Tou­ris­mus in Ber­lin geben. Grund­sätz­lich brau­chen jedoch alle Bran­chen und Wirt­schafts­zwei­ge klar kom­mu­ni­zier­te Öff­nungs­ter­mi­ne, Mei­len­stein­kon­zep­te und bran­chen­spe­zi­fi­sche Schutz­kon­zep­te. Aus Sicht der Wirt­schaft könn­ten etwa Schnell­tests für Beleg­schaf­ten, vor allem in Betrie­ben mit Publi­kums­ver­kehr, das Infek­ti­ons­ri­si­ko ver­rin­gern.  Ein wei­te­rer Bau­stein ist mehr Fle­xi­bi­li­tät. Dazu gehö­ren fle­xi­ble Betreu­ungs­zei­ten bei Schu­len und Kitas über die sys­tem­re­le­van­ten Beru­fe hin­aus. Denk­bar sind Schicht­sys­te­me mit Stun­den- oder Tages­re­ge­lun­gen. Um die Wirt­schaft zu ent­las­ten und neue Ver­triebs­ka­nä­le büro­kra­tie­arm zu ermög­li­chen, soll­te die Poli­tik zudem Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren ver­ein­fa­chen oder lockern, etwa bei mobi­len Ver­kaufs­stän­den.

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Um Kun­den­strö­me bes­ser steu­ern zu kön­nen, schlägt die IHK Ber­lin eine zumin­dest zeit­wei­se Fle­xi­bi­li­sie­rung der Öff­nungs­zei­ten vor. Auch eine auto­ma­ti­sier­te Son­der­nut­zungs­er­laub­nis für Imbis­se und Pop-up-Gas­tro­no­mie kann der beson­ders betrof­fe­nen Gas­tro­no­mie­bran­che hel­fen, die dra­ma­ti­schen Ver­lus­te der ver­gan­ge­nen Wochen zu mil­dern. Zur Unter­stüt­zung der eben­falls dar­nie­der­lie­gen­den Ver­an­stal­tungs­bran­che sind aus Sicht der Ber­li­ner Wirt­schaft Anreiz­me­cha­nis­men beim Ticket­kauf eine Unter­stüt­zungs­mög­lich­keit. Wer jetzt Tickets für künf­ti­ge Ver­an­stal­tun­gen in Ber­lin kauft, könn­te vom Staat einen Nach­lass von bis zu 40 Pro­zent erhal­ten.

Dosier­te Öff­nung für Besu­cher

Ein wesent­li­cher Punkt ist auch die dosier­te Öff­nung Ber­lins für inner­deut­sche Besu­cher, die immer­hin 60 Pro­zent der Ber­li­ner Gäs­te aus­ma­chen. Ein Kon­zept für einen kon­trol­lier­ten Tou­ris­mus, erar­bei­tet mit den Ver­tre­tern der hie­si­gen Tou­ris­mus­bran­che, kann hel­fen, die­sen Wirt­schafts­zweig auch in Zei­ten von Coro­na wie­der anzu­kur­beln.

Wie Dr. Bea­tri­ce Kramm, Prä­si­den­tin der IHK Ber­lin, erläu­tert, las­se sich der­zeit nur annä­hernd schät­zen, wie dra­ma­tisch sich die Pan­de­mie auf die Ber­li­ner Wirt­schaft aus­wirkt. „Unse­re opti­mis­tischs­ten Pro­gno­sen gehen von einem Rück­gang des Wirt­schafts­wachs­tums von min­des­tens zehn bis zwölf Pro­zent aus.“ Wie die Prä­si­den­tin betont, hän­ge dies aber vor allem davon ab, ob eine geord­ne­te und siche­re Rück­kehr zu so etwas wie Nor­ma­li­tät gelingt. Daher die For­de­rung: „Wenn die Poli­tik eine Insol­venz­wel­le ver­hin­dern will, sind jetzt krea­ti­ve und fle­xi­ble Lösun­gen für die Gesamt­wirt­schaft gefragt.“ Außer­dem weist Dr. Kramm dar­auf hin, das die Coro­na-Kri­se nicht zuletzt erneut auf­ge­zeigt habe, wie drin­gend not­wen­dig die Moder­ni­sie­rung der Ber­li­ner Ver­wal­tung ist. „Ver­wal­tungs­pro­zes­se gehö­ren über­prüft und drin­gen­der denn je digi­ta­li­siert. Die akti­ve und nied­rig­schwel­li­ge Ver­ga­be­po­li­tik der öffent­li­chen Hand für inno­va­ti­ve Pro­duk­te und Dienst­leis­tun­gen för­dert dabei auch die Leis­tungs­fä­hig­keit der hie­si­gen mit­tel­stän­di­schen Wirt­schaft. Das wird den Unter­neh­men, ihren Beschäf­tig­ten und damit auch dem Land Ber­lin in die­ser Kri­se wie­der Luft ver­schaf­fen.“

bw

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