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Neue Töne am neuen Ort

IHK und Handwerkskammer Berlin luden dieses Jahr zum traditionellen Neujahrsempfang in den U3-Tunnel ein – die Stimmung war gut.
von Christine Nadler Ausgabe 02/2020

Neujahrsempfang der IHK Berlin in der Eventlocation „The Tunnel“
Neujahrsempfang in der Eventlocation „The Tunnel“ mit Jan Eder, Dr. Beatrice Kramm (beide IHK Berlin), dem Regierenden Bürgermeister Michael Müller, Carola Zarth und Jürgen Wittke (beide HWK Berlin, v.r.) Foto: DAVIDS/Sven Darmer
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Warum Sie diesen Artikel lesen sollten

  • Die IHK-Präsidentin formulierte klare Erwartungshaltungen an den Senat.
  • Der Schulterschluss zwischen Wirtschaft und Politik wird immer wichtiger.

Wie Sie sehen, fei­ert die Ber­li­ner Wirt­schaft heu­te im Unter­grund“, begrüß­te IHK-Prä­si­den­tin Dr. Bea­tri­ce Kramm erst­mals gemein­sam mit Hand­werks­kam­mer-Prä­si­den­tin Caro­la Zarth den Regie­ren­den Bür­ger­meis­ter von Ber­lin, Micha­el Mül­ler, die zahl­rei­chen Ehren­gäs­te und vor allem die Ber­li­ner Unter­neh­mer. „Aber falls Sie nun den­ken“, fuhr Kramm fort, „wir wol­len uns so vor wei­te­ren poli­ti­schen Ein­schlä­gen in Sicher­heit brin­gen, kann ich nur sagen: Weit gefehlt! Die Ber­li­ner Wirt­schaft ver­steckt sich nicht und weiß sich auch zu weh­ren“, beton­te die IHK-Prä­si­den­tin und ver­wies auf den der­zei­ti­gen Umbau des Lud­wig Erhard Hau­ses als wah­ren Grund für den neu­en Ver­an­stal­tungs­ort, den unge­nutz­ten Tun­nel­ab­schnitt der U-Bahn-Linie 3. Seit etwa 15 Jah­ren dient „The Tun­nel“ als Par­ty­lo­ca­ti­on. Er spie­gelt unter­ir­disch den Mau­er­ver­lauf und bie­tet Platz für rund 2.000 Men­schen.

Der Ein­la­dung zum Neu­jahrs­emp­fang waren etwa 1.500 Gäs­te gefolgt, dar­un­ter Bun­des­fa­mi­li­en­mi­nis­te­rin Fran­zis­ka Gif­fey, Wirt­schafts­se­na­to­rin Ramo­na Pop, Ver­kehrs­se­na­to­rin Regi­ne Gün­ther, die Frak­ti­ons­vor­sit­zen­den Raed Saleh und Bur­kard Dreg­ger, Mes­se-Chef ­Chris­ti­an Göke, Zoo- und Tier­park­di­rek­tor Andre­as Knie­riem. Die Stim­mung war her­vor­ra­gend, es summ­te und brumm­te nur so im Tun­nel unter dem Pots­da­mer Platz. Ein Schwung, durch den sich bereits die kur­zen und leb­haf­ten Begrü­ßungs­re­den aus­ge­zeich­net hat­ten.

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Caro­la Zarth, seit 2019 an der Spit­ze der Hand­werks­kam­mer, sieht für das Hand­werk guten Grund, auf „Gol­de­ne Zwan­zi­ger­jah­re“ zu hof­fen: „Ener­gie­wen­de, Stra­ßen­bau, Schul­sa­nie­rung … jeder braucht Hand­wer­ker – und genau das macht uns stark!“ Der Dank von Bea­tri­ce Kramm ging an die Unter­neh­mer­schaft: „Trotz inter­na­tio­na­ler Han­dels­krie­ge und regio­na­ler Regu­lie­rungs­wut haben Sie, lie­be Unter­neh­mer, dafür gesorgt, dass die Steu­er­ein­nah­men für das Land auch 2019 spru­del­ten, wie­der mehr Men­schen in Arbeit gekom­men sind und Ber­lins Wirt­schaft wach­sen konn­te. Für die­sen gro­ßen Anteil am Wohl­erge­hen die­ser Stadt gebührt Ihnen unser aller Dank!“ Dar­in waren sich die bei­den Prä­si­den­tin­nen völ­lig einig: Die Stadt pro­fi­tiert von stei­gen­den Steu­er­ein­nah­men. Alles in allem bes­te Vor­zei­chen für erfolg­rei­che Jah­re – vor­aus­ge­setzt, dass end­lich die rich­ti­gen Signa­le aus der Poli­tik kom­men. Kramm for­der­te eine bes­se­re Stand­ort­po­li­tik, denn da ist – um es salopp zu sagen – noch eine Men­ge Luft nach oben. „Wir brau­chen mehr Woh­nun­gen, mehr Gewer­be­flä­chen und eine effi­zi­en­te­re Ver­wal­tung“, so die IHK-Prä­si­den­tin.

Tanja Wielgoß (Vattenfall Wärme AG), Burkard Dregger (Mitglied des Abgeordnetenhauses) und der Ex-Regierende Klaus Wowereit (v. l.) trafen sich beim Empfang
Tan­ja Wie­l­goß (Vat­ten­fall Wär­me AG), Bur­kard Dreg­ger (Mit­glied des Abge­ord­ne­ten­hau­ses) und der Ex-Regie­ren­de Klaus Wowe­reit (v. l.) tra­fen sich beim Emp­fang. Foto: DAVIDS/Sven Dar­mer

Ber­lin müs­se der „Hot­spot“ für Inno­va­tio­nen blei­ben. Dazu gehö­re auch, dass Ber­lin sich als Stand­ort für die Inter­na­tio­na­le Auto­mo­bil-Aus­stel­lung IAA bewer­ben muss: „Wir haben hier ein sehr erfolg­rei­ches Mobi­li­täts­clus­ter! Daher wol­len wir die Leit­mes­se für Mobi­li­tät hier haben!“, so Kramm, die auch dar­auf hin­wies, dass die Mes­se der Stadt mehr Besu­cher, mehr Jobs und mehr Ein­nah­men brin­gen wür­de.

Deut­lich wur­de in den Reden bei­der Prä­si­den­tin­nen, dass sie sich für das Jahr 2020 eine wirt­schafts­freund­li­che­re Poli­tik wün­schen. „Nur im Schul­ter­schluss von Wirt­schaft und Poli­tik kann Ber­lin wei­ter wach­sen, um für uns alle lebens­wert zu blei­ben“, so Bea­tri­ce Kramm. Caro­la Zarth for­mu­lier­te es so: „Der Senat soll­te die Wirt­schaft nicht aus­brem­sen, son­dern wie ein Anti-Blo­ckier-Sys­tem arbei­ten … also nur dann ein­grei­fen, wenn es unbe­dingt sein muss.“

Der Regie­ren­de Bür­ger­meis­ter von Ber­lin griff das Wort vom Schul­ter­schluss auf und bedank­te sich im Namen des Senats bei den Ber­li­ner Unter­neh­men, die die Vor­aus­set­zun­gen geschaf­fen haben, damit Ber­lin wei­ter vor­an­kommt. Dabei hob er die Wis­sen­schafts­stadt und die tol­len neu­en Indus­trie­an­sied­lun­gen her­vor, die 2019 nach Ber­lin gekom­men sind. Und dann sag­te er ganz deut­lich: „Auch ich will die IAA hier haben. Gera­de hier muss gezeigt wer­den, wie das mit der moder­nen Mobi­li­tät geht. Ich unter­stüt­ze es.“ Wei­ter erklär­te Micha­el Mül­ler, dass er auch den U-Bahn-Bau unter­stüt­zen wer­de. Außer­dem erläu­ter­te der Regie­ren­de Bür­ger­meis­ter, dass fast 400 Mio. Euro in das Zen­trum der bun­des­deut­schen Herz­me­di­zin in Ber­lin inves­tiert wer­den, damit es euro­pa­wei­te Bedeu­tung erlangt. Schnell kam Mül­ler aber auch auf den kri­ti­schen Punkt zwi­schen Wirt­schaft und Poli­tik zu spre­chen: „Wir haben bei der Mie­ten- und Woh­nungs­po­li­tik einen Kon­flikt, den man mal aus­zu­hal­ten hat. Aber ich will es schaf­fen, über die Rand­be­bau­ung auf dem Tem­pel­ho­fer Feld zu reden. Auch dort ist die Ber­li­ner Poli­tik ein Part­ner der Wirt­schaft. Wir wol­len am Ende die­ses Jah­res auf gro­ße Schrit­te schau­en und auf eine gemein­sa­me Part­ner­schaft von Poli­tik und Wirt­schaft.“ Die leb­haf­te Geräusch­ku­lis­se aus der Zuhö­rer­schaft ließ Zustim­mung erah­nen.

Ein Forum auch für sozia­les Enga­ge­ment

Stif­tung Kin­der­herz.

Die Stif­tung war mit Vor­stand Syl­via Paul vor Ort ver­tre­ten. Sie wur­de von den Pro­jekt­lei­te­rin­nen Syl­vie Kre­mer­s­ko­then Glea­son, zustän­dig für Kom­mu­ni­ka­ti­on, sowie Feli­ci­tas von Witt­gen­stein-Lip­pe, Preis­ver­lei­hun­gen und Events, beglei­tet. Die Stif­tung Kin­der­herz unter­stützt seit zehn Jah­ren die For­schung für Kin­der mit ange­bo­re­nem Herz­feh­ler am Deut­schen Herz­zen­trum in Ber­lin. Dort gibt es etwa ein „Herz-Lun­gen-Trai­ning für Herz­kin­der“. Eine wei­te­re Initia­ti­ve sind die „Kin­der­herz-Läu­fer“, die als Cha­ri­ty-Part­ner beim Ber­lin-Mara­thon dabei sind. Zahl­rei­che Unter­neh­men der Ber­li­ner Wirt­schaft, etwa die Deut­sche Bank, enga­gie­ren sich in die­sem Bereich und unter­stüt­zen die Stif­tung lang­fris­tig. Die Über­le­bens­quo­te der „Herz­kin­der“ hat sich in den letz­ten Jah­ren deut­lich ver­bes­sert. Ohne die Behand­lung hät­ten zwei Drit­tel der jun­gen Pati­en­ten kaum Über­le­bens­chan­cen.
Kon­takt: s.kremerskothen@stiftung-Kinderherz.de

Vin­cen­ti­no e. V.

Der Ver­ein unter sei­ner Vor­sit­zen­den San­dra Maisch­ber­ger initi­iert seit 2008 kul­tu­rel­le Bil­dungs­pro­jek­te an Ber­li­ner Schu­len: Pro­fi-Musi­ker, Künst­ler, Medi­en- und Tanz­päd­ago­gen unter­stüt­zen Schü­ler und Leh­rer mit krea­ti­vem Input. Ziel ist, die kul­tu­rel­len Bega­bun­gen der Kin­der zu ent­de­cken und zu för­dern. Ein lang­jäh­ri­ger Cha­ri­ty-Part­ner aus der Wirt­schaft ist Hotel­chef Zeev Rosen­berg vom Bou­tique-Hotel i31.
Kon­takt: Ulla Gies­ler, giesler@vincentino.org

Ber­li­ner Schul­pa­te.

Die gemein­nüt­zi­ge GmbH bringt Kin­der aus Grund­schu­len mit hoher sozia­ler Belas­tung mit Beru­fen in Kon­takt, damit Zukunfts­träu­me, Talen­te und Per­spek­ti­ven nicht auf der Stre­cke blei­ben. Im Fokus steht dabei das Ken­nen­ler­nen von Beru­fen. Ber­li­ner ­Schul­pa­te rich­tet sich an Grund­schu­len. Die Initia­ti­ve wird von der Hand­werks­kam­mer ­unter­stützt und von zahl­rei­chen bekann­ten ­Ber­li­ner Unter­neh­men geför­dert.
Infor­ma­tio­nen: info@berliner-schulpate.de

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