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Besser, aber nur ein bisschen

Nachdem sich die Konjunkturerwartungen im vergangenen Herbst abrupt vom Höhenflug verabschiedet hatten, zeigt die Flugkurve jetzt wieder leicht nach oben – allerdings zeichnen sich mit dem Corona-Virus neue Turbulenzen ab.
von Christian Nestler Ausgabe 03/2020

Den aktuellen Konjunkturbericht stellten Jan Eder, Hauptgeschäftsführer der IHK Berlin, und seine Amtskollegen aus den drei Brandenburger Kammern vor
Den aktuellen Konjunkturbericht stellten Jan Eder, Hauptgeschäftsführer der IHK Berlin, und seine Amtskollegen aus den drei Brandenburger Kammern vor Foto: Getty Images/Jekaterina Nikitina
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Warum Sie diesen Artikel lesen sollten

  • Das Geschäftsklima wird wieder milder – doch es gibt neue Bedrohungen am Horizont.
  • Viele Berliner Unternehmen sehen sich indirekt von Störungen im Außenhandel betroffen.

Die Kon­junk­tur­brem­se ist in Ber­lin im Janu­ar schon warm­ge­lau­fen, aber sie glüht und qualmt nicht. Letz­te­res zu befürch­ten, hat­ten die pes­si­mis­ti­schen Ein­schät­zun­gen in der Kon­junk­tur­um­fra­ge im ver­gan­ge­nen Herbst Anlass gebo­ten. Denn vor vier Mona­ten hat­ten sich die Erwar­tun­gen der Unter­neh­men abrupt vom Höhen­flug ver­ab­schie­det und knapp über Boden­ni­veau wie­der­ge­fun­den – inner­halb weni­ger Wochen war die Eupho­rie der Skep­sis gewi­chen. Ein klei­ner Schock, dem nun erfreu­lich klar nicht der gro­ße nach­ge­folgt ist. Das Geschäfts­kli­ma wird wie­der etwas mil­der, der Index steigt um sie­ben Zäh­ler auf 125 Punk­te. Ein recht guter Wert, ange­sichts des­sen man sich um die Wachs­tums­ra­ten Ber­lins nicht mehr all­zu sehr sor­gen muss – doch unbe­streit­bar vor­bei ist die Pha­se der Hoch­kon­junk­tur, in wel­cher der Index bei 144 und mehr Punk­ten notier­te.

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Aktu­ell lie­gen für die wei­te­re Flug­kur­ve der Kon­junk­tur auch neue Tur­bu­len­zen vor­aus – die Coro­na-Epi­de­mie stellt die Welt­wirt­schaft auf die Pro­be. Ob das Jahr eine sta­bi­le, gar beschleu­ni­gen­de Kon­junk­tur oder wei­te­ren Sink­flug sehen wird, dürf­te erheb­lich vom Ver­lauf der Coro­na-Epi­de­mie abhän­gen.

Zur­zeit aber lau­fen die Geschäf­te selbst wie­der bes­ser als im Herbst, auch die Erwar­tun­gen sind zuver­sicht­li­cher. Doch ver­gli­chen mit dem Vor­jahr, wirkt die Wirt­schaft den­noch ernüch­tert. Zu deut­lich haben sich die Wachs­tums­ri­si­ken in den ver­gan­ge­nen sechs Mona­ten auch in den Blick der Ber­li­ner Unter­neh­men gedrängt. Mögen viru­len­te Außen­han­dels­ri­si­ken ver­gleichs­wei­se weni­ge haupt­städ­ti­sche Betrie­be unmit­tel­bar betref­fen, indi­rekt sehen sich zahl­rei­che Unter­neh­men getrof­fen, bei­spiels­wei­se unter­neh­mens­na­he Dienst­leis­ter oder Zulie­fe­rer von Expor­teu­ren. Inwie­weit die pri­va­te Wirt­schaft die regu­la­to­ri­schen, teils staats­wirt­schaft­li­chen Bestre­bun­gen im Ber­li­ner Poli­tik­be­trieb mit schlech­ten Kon­junk­tur­be­wer­tun­gen quit­tiert, kann nur ver­mu­tet wer­den. Aber die Freu­de dar­über dürf­te sich in Gren­zen hal­ten.

Doch es gibt auch eher­ne Stüt­zen der Ber­li­ner Kon­junk­tur: Bevöl­ke­rungs­wachs­tum, Beschäf­tig­ten­wachs­tum und das sich dar­aus erge­ben­de Wachs­tum der Kauf­kraft sind intakt. Die Stadt zieht wei­ter­hin Fach­kräf­te an und sol­che, die es wer­den wol­len. Und sel­bi­ges lässt sich über Grün­der sagen. Die Struk­tur­ef­fek­te der bald 3,8-Millionen-Metropole machen Dampf, auch wenn die Kon­junk­tur­brem­se etwas fes­ter anzieht.

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